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Gastroschisis ist ein angeborener Bauchwanddefekt, bei dem Darmschlingen durch eine seitliche Öffnung neben dem Nabel aus dem Körper austreten. Die Erkrankung erfordert eine sofortige chirurgische Behandlung nach der Geburt.
Gastroschisis ist ein angeborener Bauchwanddefekt, bei dem Darmschlingen durch eine seitliche Öffnung neben dem Nabel aus dem Körper austreten. Die Erkrankung erfordert eine sofortige chirurgische Behandlung nach der Geburt.
Gastroschisis ist eine angeborene Fehlbildung der Bauchwand, bei der ein Defekt neben dem Nabel – meist auf der rechten Seite – dazu führt, dass Teile des Darms und gelegentlich andere Bauchorgane wie Magen oder Blase während der Schwangerschaft aus der Bauchhohle heraustreten. Im Gegensatz zur verwandten Erkrankung Omphalozele ist die Gastroschisis nicht von einer Schutzmembran bedeckt, sodass die Organe direkt dem Fruchtwasser ausgesetzt sind. Dies kann zu Entzündungen und Schäden an den Darmschlingen führen.
Gastroschisis gehört zu den häufigeren angeborenen Bauchwanddefekten. Die Inzidenz wird auf etwa 1–5 Fälle pro 10.000 Lebendgeburten geschätzt, mit steigender Tendenz in den letzten Jahrzehnten.
Die genaue Ursache der Gastroschisis ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Störung der Blutversorgung der Bauchwand in der frühen Embryonalentwicklung (um die 4.–8. Schwangerschaftswoche) eine zentrale Rolle spielt. Folgende Risikofaktoren wurden identifiziert:
In den meisten Fällen tritt Gastroschisis sporadisch auf und ist nicht mit Chromosomenanomalien assoziiert, was sie von der Omphalozele unterscheidet.
Die Diagnose wird in der Regel bereits prenätal – das heißt vor der Geburt – gestellt. Folgende diagnostische Methoden kommen zum Einsatz:
Nach der Diagnose wird die Schwangere an ein spezialisiertes Perinatalzentrum überwiesen, das eng mit einem kinderchirurgischen Zentrum zusammenarbeitet.
Bei der Geburt zeigt sich das typische klinische Bild: Darmschlingen treten durch eine meist wenige Zentimeter große Öffnung rechts des Nabels aus der Bauchhohle heraus. Die exponierten Organe können folgende Veränderungen aufweisen:
Betroffene Neugeborene sind in der Regel nicht mit anderen Organfehlbildungen assoziiert, was die Prognose im Vergleich zur Omphalozele günstiger macht.
Nach der Geburt müssen die exponierten Organe sofort feucht und steril abgedeckt werden, um Austrocknung, Auskühlung und Infektionen zu verhindern. Das Kind wird umgehend an ein kinderchirurgisches Zentrum verlegt.
Die Behandlung der Gastroschisis ist ausschließlich chirurgisch. Es stehen zwei Hauptverfahren zur Verfügung:
Nach dem chirurgischen Eingriff benötigen die Kinder oft eine längere intensivmedizinische Betreuung. Da der Darm durch den Kontakt mit dem Fruchtwasser geschädigt sein kann, ist die Darmfunktion zunächst eingeschränkt. Die Kinder erhalten zunächst eine parenterale Ernährung (Ernährung über die Vene) und werden schrittweise an enterale (orale) Ernährung gewöhnt.
Die Prognose der Gastroschisis hat sich durch moderne chirurgische Techniken und intensivmedizinische Betreuung deutlich verbessert. Die Überlebensrate in spezialisierten Zentren beträgt heute über 90 %. Langzeitkomplikationen wie Darmverschluss, Kurzdarmsyndrom oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind möglich, aber bei einem unkomplizierten Verlauf ist die Prognose gut. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind jedoch essenziell.
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