GBS – Guillain-Barré-Syndrom: Symptome & Therapie
GBS (Guillain-Barré-Syndrom) ist eine seltene Erkrankung des Nervensystems, bei der das Immunsystem die peripheren Nerven angreift. Es kann zu Muskelschwäche und Lähmungen führen.
Wissenswertes über "GBS"
GBS (Guillain-Barré-Syndrom) ist eine seltene Erkrankung des Nervensystems, bei der das Immunsystem die peripheren Nerven angreift. Es kann zu Muskelschwäche und Lähmungen führen.
Was ist das Guillain-Barré-Syndrom (GBS)?
Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine seltene, autoimmune Erkrankung des peripheren Nervensystems. Dabei richtet das Immunsystem sich irrtümlicherweise gegen die eigenen Nerven und schädigt die Myelinscheide – die Schutzhülle der Nervenfasern – oder direkt die Nervenfasern selbst. Dies führt zu einer gestörten Weiterleitung von Signalen zwischen Gehirn und Körper.
GBS tritt weltweit auf und betrifft etwa 1 bis 2 von 100.000 Menschen pro Jahr. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, zeigt jedoch Häufigkeitsgipfel bei jüngeren Erwachsenen und älteren Menschen.
Ursachen
Die genaue Ursache des GBS ist nicht vollständig geklärt. In den meisten Fällen tritt die Erkrankung einige Tage bis Wochen nach einer Infektion auf. Zu den häufigen Auslösern gehören:
- Bakterielle Infektionen: vor allem durch Campylobacter jejuni (häufigster Auslöser), aber auch durch Mycoplasma pneumoniae
- Virale Infektionen: z. B. Influenza, Epstein-Barr-Virus (EBV), Zytomegalievirus (CMV), SARS-CoV-2, Zika-Virus
- Impfungen: In sehr seltenen Fällen wurde ein Zusammenhang mit bestimmten Impfungen berichtet
- Operationen oder Traumata: können in seltenen Fällen GBS auslösen
Symptome
GBS beginnt typischerweise mit Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Beinen oder Füßen, das sich nach oben ausbreitet. Dazu kommen:
- Zunehmende Muskelschwäche, häufig beginnend in den Beinen und aufsteigend
- Refl exausfälle (fehlende Eigenrefl exe)
- Schmerzen, oft in Rücken und Gliedmaßen
- Gangstörungen bis hin zur vollständigen Lähmung
- In schweren Fällen: Atemmuskelschwäche, Ateminsuffizienz (erfordert Beatmung)
- Herzrhythmusstörungen und Blutdruckschwankungen (autonome Beteiligung)
- Schluck- und Sprechstörungen
Die Symptome erreichen in der Regel innerhalb von 2 bis 4 Wochen ihren Höhepunkt. Danach beginnt meist eine Phase der langsamen Erholung.
Diagnose
Die Diagnose des GBS basiert auf klinischen Befunden und wird durch folgende Untersuchungen gestützt:
- Liquorpunktion (Lumbalpunktion): typischerweise zeigt sich erhöhtes Protein bei normaler Zellzahl (zytoalbumínäre Dissoziation)
- Elektroneurographie (ENG): Messung der Nervenleitgeschwindigkeit zur Beurteilung der Nervenfunktion
- Blutuntersuchungen: zum Ausschluss anderer Erkrankungen und Nachweis von Antigangliosid-Antikörpern
- Klinische Bewertung: Schwächemuster, Refl exstatus und Krankheitsverlauf
Behandlung
GBS ist ein medizinischer Notfall und erfordert eine stationäre Behandlung, oft auf einer neurologischen Intensivstation. Die wichtigsten Therapieansätze sind:
Spezifische Immuntherapie
- Immunglobuline (IVIG): Hochdosierte intravenöse Immunglobuline blockieren schädliche Antikörper und modulieren das Immunsystem
- Plasmaaustausch (Plasmapherese): Entfernung von schädlichen Antikörpern aus dem Blut
Unterstützende Therapie
- Überwachung der Atemfunktion; bei Bedarf künstliche Beatmung
- Behandlung von Schmerzen und autonomen Störungen
- Prophylaxe von Thrombosen (Blutgerinnseln)
Rehabilitation
Nach der Akutphase ist eine intensive Physiotherapie und Ergotherapie entscheidend für die Wiederherstellung der Muskelfunktion. Die Erholung kann Monate bis Jahre dauern. Die meisten Patienten erholen sich vollständig oder weitgehend, ein kleiner Teil behält dauerhafte Einschränkungen.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf des GBS ist individuell verschieden. Etwa 80 % der Betroffenen können nach 6 Monaten wieder selbstständig gehen. Rund 3 bis 5 % versterben an akuten Komplikationen wie Atemversagen. Ein geringer Prozentsatz entwickelt eine chronische Form, die als CIDP (chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie) bezeichnet wird.
Quellen
- van den Berg B et al. - Guillain-Barré syndrome: pathogenesis, diagnosis, treatment and prognosis. Nature Reviews Neurology, 2014.
- Willison HJ, Jacobs BC, van Doorn PA - Guillain-Barré syndrome. The Lancet, 2016; 388(10045): 717–727.
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) - Leitlinie Guillain-Barré-Syndrom, 2019. Verfügbar unter: www.dgn.org
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieInstabile Fraktur
Morbus Ledderhose
Chloroform
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: GBS