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GDF15 (Growth Differentiation Factor 15) ist ein Biomarker und Signalprotein, das bei Stress, Entzündung und Stoffwechselerkrankungen eine zentrale Rolle spielt.
GDF15 (Growth Differentiation Factor 15) ist ein Biomarker und Signalprotein, das bei Stress, Entzündung und Stoffwechselerkrankungen eine zentrale Rolle spielt.
GDF15 (Growth Differentiation Factor 15, deutsch: Wachstumsdifferenzierungsfaktor 15) ist ein Protein aus der TGF-β-Superfamilie (Transforming Growth Factor beta). Es wird von verschiedenen Zelltypen produziert – insbesondere unter Stressbedingungen wie Entzündung, oxidativem Stress, Gewebsschäden oder mitochondrialer Dysfunktion. GDF15 spielt eine wichtige Rolle als Biomarker und als Signalmolekuel in zahlreichen physiologischen und pathologischen Prozessen.
GDF15 wird unter normalen Bedingungen in verschiedenen Geweben in geringen Mengen gebildet, vor allem in der Leber, den Nieren, der Prostata und der Plazenta. Bei Zellstress, Verletzungen oder Erkrankungen steigt die Produktion deutlich an.
Der Hauptrezeptor von GDF15 ist GFRAL (GDNF Family Receptor Alpha Like), der fast ausschließlich im Hirnstamm (Area postrema und Nucleus tractus solitarius) exprimiert wird. Über diesen Rezeptor beeinflusst GDF15:
Erhöhte GDF15-Spiegel im Blut sind mit einer Vielzahl von Erkrankungen assoziiert und werden in der klinischen Forschung intensiv untersucht:
GDF15 ist ein etablierter Biomarker für Herzinsuffizienz, Herzinfarkt und andere kardiovaskuläre Erkrankungen. Hohe GDF15-Werte sind mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Sterblichkeit assoziiert.
Bei Typ-2-Diabetes, Adipositas und dem metabolischen Syndrom sind GDF15-Spiegel häufig erhöht. GDF15 beeinflusst die Insulinsensitivität und den Glukosestoffwechsel.
In der Krebsmedizin ist GDF15 an der tumorinduzierten Kachexie (Auszehrung) beteiligt. Es wird von Tumorzellen produziert und hemmt über den GFRAL-Rezeptor Appetit und Nahrungsaufnahme. GDF15 wird auch als potenzieller Tumormarker untersucht.
GDF15-Spiegel steigen mit dem Alter an und gelten als möglicher Marker für biologisches Altern (Seneszenz). Hohe Werte im Alter sind mit Gebärde, Gebrechlichkeit und erhöhter Sterblichkeit assoziiert.
Die Plazenta produziert große Mengen GDF15. Schwankungen der GDF15-Spiegel werden mit Hyperemesis gravidarum (schwere Schwangerschaftsübelkeit) in Verbindung gebracht.
GDF15 gilt als sensitiver Biomarker für mitochondriale Dysfunktion und wird zur Diagnose und Verlaufskontrolle mitochondrialer Erkrankungen eingesetzt.
Aufgrund seiner Rolle bei der Appetitregulation wird GDF15 als Angriffspunkt für neue Therapien bei Adipositas und Typ-2-Diabetes intensiv erforscht. GDF15-Analoga und GFRAL-Agonisten befinden sich in klinischen Studien. Gleichzeitig wird untersucht, ob eine Blockade von GDF15 bei krebsbedingter Kachexie sinnvoll ist.
GDF15 wird im Blutserum oder Blutplasma mittels ELISA (Enzyme-linked Immunosorbent Assay) oder anderen Immunoassays gemessen. Normale GDF15-Spiegel liegen bei gesunden Erwachsenen typischerweise unter 1200 pg/ml. Erhöhte Werte können auf verschiedene Erkrankungen hinweisen und sollten stets im klinischen Kontext bewertet werden.
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