Geburtsbeginn: Anzeichen, Phasen & wann in die Klinik
Der Geburtsbeginn bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem regelmäßige Wehen einsetzen und die Gebärmutter beginnt, das Kind durch den Geburtskanal zu befördern.
Wissenswertes über "Geburtsbeginn"
Der Geburtsbeginn bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem regelmäßige Wehen einsetzen und die Gebärmutter beginnt, das Kind durch den Geburtskanal zu befördern.
Was ist der Geburtsbeginn?
Der Geburtsbeginn ist der medizinisch definierte Zeitpunkt, ab dem eine Schwangere in die aktive Geburtsphase eintritt. Er ist gekennzeichnet durch regelmäßige, schmerzhafte Wehen, die in einem bestimmten Rhythmus auftreten und zur Öffnung des Muttermundes führen. Der Geburtsbeginn markiert den Übergang von der Schwangerschaft zur Geburt und ist ein wichtiger Orientierungspunkt für werdende Mütter und Geburtshelfer.
Anzeichen des Geburtsbeginns
Es gibt mehrere klassische Zeichen, die auf den bevorstehenden oder tatsächlichen Beginn der Geburt hinweisen:
- Regelmäßige Wehen: Wehen, die in Abständen von 5–10 Minuten auftreten, mindestens 30–60 Sekunden anhalten und an Stärke zunehmen, gelten als sicheres Zeichen für den Geburtsbeginn.
- Blasensprung: Das Platzen der Fruchtblase (Amnionmembran) und das Ausfließen von Fruchtwasser kann den Geburtsbeginn einleiten oder begleiten.
- Schleimpfropf-Abgang: Das Abgehen des zervikalen Schleimpfropfs („Zeichnung“) ist oft ein Vorzeichen des Geburtsbeginns.
- Öffnung des Muttermundes: Eine zunehmende Dilatation (Eröffnung) des Muttermundes, die bei einer gynäkologischen Untersuchung festgestellt wird.
Phasen der Geburt
Die Geburt wird medizinisch in drei Hauptphasen eingeteilt:
1. Eröffnungsphase
Die Eröffnungsphase beginnt mit dem Einsetzen regelmäßiger Wehen und endet, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist (10 cm). Diese Phase dauert bei Erstgebärenden durchschnittlich 8–12 Stunden, bei Mehrfachgebärenden kürzer.
2. Austreibungsphase
In der Austreibungsphase wird das Kind durch den Geburtskanal geboren. Diese Phase dauert bei Erstgebärenden 1–2 Stunden, bei Mehrfachgebärenden oft kürzer.
3. Nachgeburtsphase
In der Nachgeburtsphase wird die Plazenta (Mutterkuchen) ausgestoßen. Dies dauert in der Regel 15–30 Minuten.
Frühzeitiger und versPäteter Geburtsbeginn
Ein frühzeitiger Geburtsbeginn (vor der 37. Schwangerschaftswoche) wird als Frühgeburt bezeichnet und erfordert sofortige medizinische Betreuung. Ein verspäteter Geburtsbeginn (nach der 42. Schwangerschaftswoche) wird als Übertragung bezeichnet und kann eine Geburtseinleitung notwendig machen, um Risiken für Mutter und Kind zu vermeiden.
Geburtseinleitung
Wenn der Geburtsbeginn nicht spontan eintritt oder aus medizinischen Gründen beschleunigt werden muss, kann eine Geburtseinleitung durchgeführt werden. Methoden umfassen:
- Gabe von Oxytocin (Wehenmittel) über eine Infusion
- Verwendung von Prostaglandinen zur Zervixreifung (Weichmachen des Muttermundes)
- Mechanische Methoden wie die Einlage eines Ballonkatheters
- Amniotomie (künstlicher Blasensprung)
Wann sollte die Klinik aufgesucht werden?
Werdende Mütter sollten die Geburtsklinik aufsuchen, wenn:
- Regelmäßige Wehen alle 5 Minuten oder häufiger auftreten
- Der Blasensprung eingetreten ist
- Starke Blutungen auftreten
- Die Kindsbewegungen deutlich abnehmen
- Starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Wassereinlagerungen auftreten (mögliche Zeichen einer Präeklampsie)
Quellen
- World Health Organization (WHO): WHO recommendations: intrapartum care for a positive childbirth experience. Geneva, 2018. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241550215
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S3-Leitlinie Empfehlungen für die strukturelle Ausgestaltung der Geburtshilfe. AWMF-Registernummer 015-083, 2020.
- Cunningham FG et al.: Williams Obstetrics. 25. Auflage. McGraw-Hill Education, 2018.
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