-
DE
Ein Geburtstrauma bezeichnet Verletzungen, die beim Neugeborenen oder der Mutter während des Geburtsvorgangs entstehen. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.
Ein Geburtstrauma bezeichnet Verletzungen, die beim Neugeborenen oder der Mutter während des Geburtsvorgangs entstehen. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.
Als Geburtstrauma bezeichnet man körperliche Verletzungen, die beim Neugeborenen oder bei der gebärenden Mutter im Verlauf des Geburtsvorgangs entstehen. Solche Verletzungen können mechanischer, hypoxischer (durch Sauerstoffmangel) oder medikamentöser Natur sein. In den meisten Fällen sind Geburtstraumata leicht und heilen ohne bleibende Schäden ab. In seltenen Fällen können sie jedoch schwerwiegend sein und eine spezialisierte medizinische Behandlung erfordern.
Im weiteren Sinne kann der Begriff auch psychische Traumata umfassen, die Mutter oder Kind durch eine belastende Geburtserfahrung erleiden. Dieser Eintrag fokussiert sich auf das körperliche Geburtstrauma beim Neugeborenen.
Geburtstraumata entstehen häufig durch mechanische Belastungen während des Geburtskanaldurchgangs. Verschiedene Faktoren können das Risiko erhöhen:
Dazu zählen Schürfwunden, Blutergüsse (Hämatome) und Schwellungen an der Haut. Ein häufiges Beispiel ist das Caput succedaneum, eine Schwellung der Kopfhaut durch Flüssigkeitsansammlung, die sich in der Regel innerhalb weniger Tage zurückbildet.
Ein Kephalhämatom ist eine Blutansammlung zwischen dem Schädelknochen und der Knochenhaut, die durch Reibung während der Geburt entsteht. Es ist klar begrenzt, überschreitet keine Schädelnähte und bildet sich meist innerhalb von Wochen bis Monaten zurück.
Die häufigste Fraktur beim Neugeborenen ist der Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur), der vor allem bei Schulterdystokie auftritt. Auch Oberarmfrakturen (Humerusfrakturen) sind möglich. Diese Brüche heilen in der Regel schnell und komplikationslos.
Die Plexus-brachialis-Parese (auch Erb-Lähmung) ist eine der bekanntesten Nervenverletzungen bei Neugeborenen. Sie entsteht durch Zug oder Druck auf den Armnervengeflecht (Plexus brachialis) und äußert sich in einer Schwäche oder Lähmung des betroffenen Arms. Leichtere Formen erholen sich spontan, schwere Formen können eine Physiotherapie oder sogar Operation erfordern.
Blutungen im Schädelinneren (z. B. subdurale oder subarachnoidale Blutungen) sind seltene, aber ernsthafte Komplikationen, die durch instrumentelle Entbindungen oder starken Druck auf den Schädel entstehen können. Sie erfordern sofortige intensivmedizinische Versorgung.
Die hypoxisch-ischämische Enzephalopathie entsteht, wenn das Gehirn des Neugeborenen während der Geburt nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Ursachen sind z. B. Nabelschnurkomplikationen oder vorzeitige Plazentalösung. Sie kann zu bleibenden neurologischen Schäden führen und erfordert intensive Behandlung, u. a. Ganzkörperkühlung (therapeutische Hypothermie).
Die Symptome eines Geburtstraumas hängen von Art und Schwere der Verletzung ab. Typische Zeichen können sein:
Die Diagnose eines Geburtstraumas erfolgt durch eine klinische Untersuchung des Neugeborenen direkt nach der Geburt. Je nach Verdacht kommen folgende Untersuchungen zum Einsatz:
Die Behandlung richtet sich nach Art und Schweregrad der Verletzung:
Die Prognose hängt stark von der Art und dem Ausmaß der Verletzung ab. Viele leichtere Geburtstraumata heilen vollständig ab. Schwerwiegende Verletzungen wie die HIE können jedoch zu dauerhaften Beeinträchtigungen führen. Eine gute pränatale Betreuung, sorgfältige Geburtsüberwachung und das rechtzeitige Erkennen von Risikofaktoren sind entscheidend, um Geburtstraumata zu verhindern oder deren Folgen zu minimieren.