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Gelenkhydrops bezeichnet eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit in einem Gelenk. Er verursacht Schwellung, Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit.
Gelenkhydrops bezeichnet eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit in einem Gelenk. Er verursacht Schwellung, Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit.
Der Gelenkhydrops (lateinisch: Hydrops articularis) ist eine pathologische, also krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit in der Gelenkhöhle. In einem gesunden Gelenk befindet sich eine geringe Menge Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere), die das Gelenk schmiert und ernährt. Bei einem Gelenkhydrops wird diese Flüssigkeit in übermäßiger Menge produziert oder kann nicht ausreichend abtransportiert werden, sodass das Gelenk anschwillt. Betroffen sind häufig das Kniegelenk, aber auch Sprunggelenk, Hüfte, Schulter und andere Gelenke können betroffen sein.
Ein Gelenkhydrops kann durch eine Vielzahl von Erkrankungen und Verletzungen ausgelöst werden. Die häufigsten Ursachen sind:
Verletzungen: Meniskusriss, Kreuzbandriss, Knochenbrüche in Gelenknähe oder Prellungen
Entzündliche Gelenkerkrankungen: Rheumatoide Arthritis, reaktive Arthritis oder Gicht
Degenerative Erkrankungen: Arthrose (Gelenkverschleiß), bei der die Gelenkschleimhaut gereizt wird
Infektionen: Bakterielle Gelenkinfektion (septische Arthritis), z. B. durch Bakterien oder Viren
Durchblutungsstörungen: Morbus Perthes oder andere ischämische Erkrankungen
Überbelastung: Wiederholte Belastung durch Sport oder schwere körperliche Arbeit
Tumoren: Selten können gut- oder bösartige Geschwülste im Gelenk zu einem Erguss führen
Die typischen Symptome eines Gelenkhydrops umfassen:
Schwellung des betroffenen Gelenks, die von außen sichtbar oder tastbar ist
Schmerzen, die in Ruhe, bei Belastung oder bei Bewegung auftreten können
Eingeschränkte Beweglichkeit und Steifheit des Gelenks
Wärme und Rötung der Haut über dem Gelenk, insbesondere bei entzündlicher Ursache
Druckgefühl oder ein Gefühl von Spannung im Gelenk
Bei einem Kniegelenkhydrops ist häufig das sogenannte Tanzende-Patella-Zeichen (ballottement der Patella) nachweisbar, bei dem die Kniescheibe bei Druck auf den Gelenkerguss leicht weggedrückt werden kann.
Die Diagnose eines Gelenkhydrops erfolgt durch verschiedene Untersuchungen:
Körperliche Untersuchung: Abtasten des Gelenks, Prüfung der Beweglichkeit und klinische Tests
Ultraschall (Sonografie): Schnelle und strahlungsfreie Methode zum Nachweis von Flüssigkeit im Gelenk
Röntgenaufnahme: Zum Ausschluss von Knochenveränderungen oder Frakturen
Magnetresonanztomografie (MRT): Detaillierte Darstellung von Weichteilen, Knorpel, Bändern und Sehnen
Gelenkpunktion (Arthrozentese): Entnahme der Gelenkflüssigkeit zur Laboranalyse, um Infektionen, Kristalle (bei Gicht) oder Blut nachzuweisen
Blutuntersuchungen: Entzündungsmarker wie CRP und BSG sowie Harnsäurewerte oder Rheumafaktoren
Die Therapie richtet sich stets nach der zugrunde liegenden Ursache des Gelenkhydrops. Allgemeine Maßnahmen und spezifische Behandlungsoptionen umfassen:
Schonung und Ruhigstellung des betroffenen Gelenks
Hochlagerung des Gelenks zur Förderung des Flüssigkeitsabflusses
Kühlung mit Kältekompressen zur Linderung von Schwellung und Schmerzen
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
Kortikosteroide als Injektion direkt in das Gelenk bei stark entzündlichen Ursachen
Antibiotika bei einer bakteriellen Gelenkinfektion
Gichtmedikamente wie Colchicin oder Allopurinol bei gichtbedingtem Erguss
Gelenkpunktion: Absaugen der überschüssigen Flüssigkeit zur Druckentlastung und Schmerzlinderung
Arthroskopie: Minimal-invasive Gelenkspiegelung zur Diagnose und gleichzeitigen Behandlung von Ursachen wie Meniskusrissen
Operation: Bei schwerwiegenden Verletzungen oder strukturellen Schäden kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein
Nach Abklingen des akuten Ergusses ist gezielte Physiotherapie wichtig, um die Muskulatur um das Gelenk zu kräftigen, die Beweglichkeit wiederherzustellen und einem erneuten Auftreten vorzubeugen. Ergänzend werden meist rezeptfreie Komplexe eingesetzt.
Bei einer deutlichen Schwellung, starken Schmerzen, Überwärmung oder Rötung eines Gelenks sowie bei Fieber sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da eine bakterielle Infektion des Gelenks einen medizinischen Notfall darstellt. Auch bei anhaltenden oder wiederkehrenden Gelenkergüssen ist eine ärztliche Abklärung dringend empfohlen.
Herold, G. et al. - Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, 2023.
Niethard, F. U., Pfeil, J., Biberthaler, P. - Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag, Stuttgart, 2022.
National Institute of Arthritis and Musculoskeletal and Skin Diseases (NIAMS) - Joint Effusion Overview. https://www.niams.nih.gov (abgerufen 2024).
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