Gelenkschwellung: Ursachen, Symptome und Behandlung
Eine Gelenkschwellung ist eine sichtbare oder tastbare Vergrößerung eines Gelenks, die durch Flüssigkeit, Entzündung oder Gewebeveränderungen entstehen kann.
Wissenswertes über "Gelenkschwellung"
Eine Gelenkschwellung ist eine sichtbare oder tastbare Vergrößerung eines Gelenks, die durch Flüssigkeit, Entzündung oder Gewebeveränderungen entstehen kann.
Was ist eine Gelenkschwellung?
Eine Gelenkschwellung bezeichnet die sichtbare oder tastbare Vergrößerung eines oder mehrerer Gelenke. Sie entsteht, wenn sich Flüssigkeit (Gelenkergüss), entzündliches Gewebe oder Blut im Gelenk oder in dessen unmittelbarer Umgebung ansammelt. Gelenkschwellungen können an jedem Gelenk des Körpers auftreten, besonders häufig sind jedoch Knie, Hände, Fußgelenke und Ellbogen betroffen.
Ursachen
Eine Gelenkschwellung ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das auf verschiedene Grunderkrankungen oder Verletzungen hinweisen kann. Die häufigsten Ursachen sind:
- Verletzungen: Prellungen, Verstauchungen, Bänderrisse oder Knochenbrüche können zu einer akuten Schwellung führen.
- Arthrose (Osteoarthritis): Degenerativer Gelenkverschleiß führt zu Entzündungsreaktionen und Schwellungen.
- Rheumatoide Arthritis: Eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Gelenkschleimhaut angreift und chronische Entzündungen verursacht.
- Gicht: Ablagerungen von Harnsäurekristallen im Gelenk lösen akute Entzündungsreaktionen aus.
- Infektionen (septische Arthritis): Bakterielle oder virale Infektionen können direkt das Gelenk befallen.
- Bursitis: Entzündung der Gelenkschleimbeulel (Bursa) führt zu lokaler Schwellung.
- Psoriasis-Arthritis: Gelenkentzündung im Rahmen einer Schuppenflechte-Erkrankung.
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Eine weitere Autoimmunerkrankung, die mehrere Gelenke betreffen kann.
Symptome
Eine Gelenkschwellung geht häufig mit weiteren Beschwerden einher, die auf die zugrunde liegende Ursache hinweisen können:
- Schmerzen im betroffenen Gelenk, besonders bei Belastung oder Bewegung
- Rötung und Wärme der Haut über dem Gelenk (Zeichen einer Entzündung)
- Bewegungseinschränkung oder Steifheit, oft morgens ausgepägt
- Allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Müdigkeit oder Gewichtsverlust (bei systemischen Erkrankungen)
- Druckempfindlichkeit beim Berühren des Gelenks
Diagnose
Zur Abklärung einer Gelenkschwellung führt der Arzt eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung durch. Je nach Verdachtsdiagnose kommen folgende diagnostische Maßnahmen zum Einsatz:
- Blutuntersuchungen: Entzündungsmarker (CRP, BSG), Rheumafaktoren, Harnsäurewerte, Blutbild
- Bildgebende Verfahren: Röntgen, Ultraschall, MRT oder CT zur Beurteilung von Gelenk, Knorpel und umgebendem Gewebe
- Gelenkpunktion (Arthrozentese): Entnahme und Analyse der Gelenkflüssigkeit zur Unterscheidung zwischen Infektion, Kristallarthropathie und anderen Ursachen
- Szintigraphie oder PET-Scan: Bei Verdacht auf entzündliche oder tumoröse Prozesse
Behandlung
Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache der Gelenkschwellung. Allgemeine und spezifische Maßnahmen umfassen:
Allgemeine Maßnahmen
- Ruhigstellung und Schonung des betroffenen Gelenks, besonders bei akuten Verletzungen
- Kühlung mit Eis oder Kältepackungen zur Linderung von Schwellung und Schmerz
- Hochlagerung der betroffenen Extremität zur Förderung des Abflusses
Medikamentöse Therapie
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
- Kortikosteroide (lokal oder systemisch) bei starken Entzündungen
- Antibiotika bei bakterieller Gelenkinfektion
- Krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) bei rheumatoider Arthritis
- Harnsäurelowering-Therapie bei Gicht
Physiotherapie und Rehabilitation
Physiotherapeutische Maßnahmen wie gezielte Übungen, Wärme- oder Kältebehandlungen und manuelle Therapie helfen, die Gelenkfunktion wiederherzustellen und Rückfälle zu vermeiden.
Chirurgische Eingriffe
In schweren Fällen, etwa bei dauerhafter Gelenkversionierung oder schwerer Arthrose, kann ein operativer Eingriff wie eine Arthroskopie oder ein Gelenkersatz (Endoprothese) notwendig werden.
Wann zum Arzt?
Eine Gelenkschwellung sollte ärztlich abgeklärt werden, wenn sie:
- plötzlich und stark ausgepägt auftritt,
- von Fieber oder starken Schmerzen begleitet wird,
- nach einer Verletzung nicht innerhalb weniger Tage zurückgeht,
- mehrere Gelenke gleichzeitig betrifft,
- oder chronisch und wiederkehrend ist.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Muskel-Skelett-Erkrankungen in Deutschland. Berlin, 2022.
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh): Leitlinien zur Diagnostik und Therapie entzündlicher Gelenkerkrankungen. 2021.
- Herold, G. et al.: Innere Medizin. Köln: Selbstverlag, 2023.
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