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Das Genu nervi facialis ist eine anatomische Biegung des Gesichtsnervs im Felsenbein. Es ist klinisch relevant bei Hirnstamm- und Mittelohr-Erkrankungen.
Das Genu nervi facialis ist eine anatomische Biegung des Gesichtsnervs im Felsenbein. Es ist klinisch relevant bei Hirnstamm- und Mittelohr-Erkrankungen.
Das Genu nervi facialis (lateinisch für Knie des Gesichtsnervs) bezeichnet eine charakteristische Biegung des Nervus facialis (VII. Hirnnerv) in seinem Verlauf durch das Felsenbein (Os petrosum). Der Begriff Genu stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Knie, was die knieartige Krümmung des Nervs beschreibt. In der anatomischen Nomenklatur werden zwei Varianten unterschieden: das innere Genu (Genu internum) und das äußere Genu (Genu externum).
Der Nervus facialis tritt nach seinem Ursprung im Hirnstamm (Pons) gemeinsam mit dem Nervus vestibulocochlearis durch den inneren Gehörgang (Meatus acusticus internus) in das Felsenbein ein. Innerhalb des knöchernen Fazialiskanals (Canalis nervi facialis) vollführt der Nerv zwei markante Richtungsänderungen:
Das Genu nervi facialis ist aus mehreren klinischen Gründen von besonderer Bedeutung:
Die genaue Lokalisation einer Fazialisparese (Lähmung des Gesichtsnervs) lässt sich anhand der klinischen Ausfälle präzise bestimmen. Läsionen auf Höhe des Ganglion geniculi (Genu internum) führen neben der motorischen Gesichtslähmung auch zu Störungen der Tränensekretion, der Geschmackswahrnehmung (Chorda tympani) und der Stapediusreflexes.
Das Ramsay-Hunt-Syndrom entsteht durch eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus im Ganglion geniculi. Es manifestiert sich mit Fazialisparese, schmerzhaften Bläschen im Gehörgang sowie Schwindel und Hörminderung. Das Genu nervi facialis ist dabei direkt betroffen.
Bei Operationen am Mittelohr (z.B. Tympanoplastik, Mastoidektomie) oder an der Schädelbasis ist die genaue Kenntnis des Fazialisverlaufs und insbesondere des Genu nervi facialis essenziell, um eine intraoperative Verletzung des Nervs zu vermeiden. Eine versehentliche Durchtrennung kann zu dauerhafter Gesichtslähmung führen.
In der Magnetresonanztomografie (MRT) und der Computertomografie (CT) des Felsenbeins kann das Genu nervi facialis als anatomischer Orientierungspunkt genutzt werden. Entzündungen, Tumoren (z.B. Fazialisschwannom) oder knöcherne Fehlbildungen in diesem Bereich können bildgebend dargestellt und diagnostiziert werden.
Das Genu nervi facialis entsteht während der embryonalen Entwicklung durch die komplexe Migration und Differenzierung der Neuralleistenzellen sowie durch das Einwachsen des Nervs in den sich entwickelnden knöchernen Fazialiskanal. Die charakteristische Biegung ist auf die räumliche Anordnung der umgebenden Strukturen im sich formenden Felsenbein zurückzuführen.
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