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Genu recurvatum – Ursachen, Symptome & Behandlung

Genu recurvatum bezeichnet eine Überstreckung des Kniegelenks nach hinten. Diese Fehlstellung kann angeboren oder erworben sein und geht oft mit Instabilität und Schmerzen einher.

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Wissenswertes über "Genu recurvatum"

Genu recurvatum bezeichnet eine Überstreckung des Kniegelenks nach hinten. Diese Fehlstellung kann angeboren oder erworben sein und geht oft mit Instabilität und Schmerzen einher.

Was ist Genu recurvatum?

Genu recurvatum (lateinisch: zurückgebogenes Knie) ist eine Fehlstellung des Kniegelenks, bei der das Knie im Stehen oder Gehen über die normale Streckung hinaus nach hinten durchgebogen wird. Medizinisch spricht man von einer Hyperextension des Kniegelenks von mehr als 5 bis 10 Grad. Die Erkrankung kann ein oder beide Knie betreffen und tritt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auf.

Ursachen

Die Ursachen des Genu recurvatum sind vielfältig und lassen sich in angeborene und erworbene Formen unterteilen:

  • Angeborene Ursachen: Genetische Bindegewebsschwäche, intrauterine Fehllagen oder kongenitale Gelenkschlaffheit (Hypermobilität)
  • Neurologische Erkrankungen: Lähmungen oder Muskelschwäche, z. B. bei Zerebralparese, Poliomyelitis oder Myelomeningozele, führen zu einem Ungleichgewicht der kniestabilisierenden Muskulatur
  • Traumatische Ursachen: Verletzungen der Kniebänder (insbesondere des vorderen Kreuzbandes), Wachstumsfugenverletzungen im Kindesalter oder Frakturen können eine Überstreckung begünstigen
  • Degenerative und entzündliche Erkrankungen: Arthrose, rheumatoide Arthritis oder andere Gelenkerkrankungen können die Stabilität des Kniegelenks beeinträchtigen
  • Bindegewebserkrankungen: Erkrankungen wie das Marfan-Syndrom oder das Ehlers-Danlos-Syndrom gehen häufig mit Gelenkhypermobilität einher

Symptome

Die Beschwerden beim Genu recurvatum hängen vom Ausmaß der Fehlstellung und von der Grundursache ab. Häufige Symptome sind:

  • Sichtbare Überstreckung des Knies beim Stehen oder Gehen
  • Knieschmerzen, vor allem bei längerem Stehen oder körperlicher Belastung
  • Instabilitätsgefühl im Kniegelenk
  • Verändertes, möglicherweise hinkendes Gangbild
  • Muskelschwäche oder -ermüdung im Bereich des Oberschenkels
  • Im fortgeschrittenen Stadium: degenerative Veränderungen des Kniegelenks (Gonarthrose)

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel durch eine klinische Untersuchung gestellt. Dabei werden das Ausmaß der Überstreckung gemessen und die Stabilität der Kniebänder beurteilt. Folgende diagnostische Maßnahmen können eingesetzt werden:

  • Klinische Untersuchung: Inspektion der Beinachse, Goniometrie (Winkelmessung) und Ganganalyse
  • Röntgenaufnahme: Beurteilung der knöchernen Strukturen und des Gelenksspalts
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Detaillierte Darstellung von Bändern, Menisken und Knorpel
  • Neurologische Untersuchung: Bei Verdacht auf neuromuskuläre Ursachen

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Fehlstellung und der zugrunde liegenden Ursache:

Konservative Behandlung

  • Physiotherapie: Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur (insbesondere des Musculus quadriceps femoris), Verbesserung der Propriozeption und Gangschule
  • Orthesen und Schienen: Spezielle Knieorthesen können die Überstreckung begrenzen und das Gelenk stabilisieren
  • Einlagen: Angepasste orthopädische Einlagen zur Korrektur der Beinachse

Operative Behandlung

Bei schwerwiegenden oder therapieresistenten Fällen können operative Eingriffe notwendig sein:

  • Bandrekonstruktion: Wiederherstellung gerissener oder insuffizienter Kniebänder
  • Osteotomie: Korrigierende Knochendurchtrennung zur Korrektur der Beinachse
  • Kniegelenkersatz (Knieprothese): Bei fortgeschrittener Gelenkdestruktion

Prognose

Die Prognose des Genu recurvatum ist abhängig von der Ursache und dem Behandlungsbeginn. Bei frühzeitiger und konsequenter Therapie können viele Patienten eine deutliche Verbesserung der Stabilität und Schmerzfreiheit erreichen. Unbehandelt besteht das Risiko einer zunehmenden Gelenkdegeneration.

Quellen

  1. Moroni A. et al. - Genu Recurvatum: Pathophysiology and Treatment Options. Journal of Orthopaedic Surgery and Research, 2021.
  2. Staheli L.T. - Fundamentals of Pediatric Orthopedics. Lippincott Williams & Wilkins, 5th Edition, 2016.
  3. World Health Organization (WHO) - International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF). WHO Press, Genf, 2001.

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