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Gewebssäurebelastung bezeichnet die Ansammlung von Säuren im Körpergewebe, die das natürliche Säure-Basen-Gleichgewicht stört und verschiedene Beschwerden auslösen kann.
Gewebssäurebelastung bezeichnet die Ansammlung von Säuren im Körpergewebe, die das natürliche Säure-Basen-Gleichgewicht stört und verschiedene Beschwerden auslösen kann.
Die Gewebssäurebelastung beschreibt einen Zustand, bei dem sich saure Stoffwechselprodukte im Bindegewebe und in den Zellen des Körpers anreichern. Dabei gerät das natürliche Säure-Basen-Gleichgewicht aus dem Lot. Der menschliche Körper verfügt über komplexe Puffersysteme, die den pH-Wert im Blut und in den Geweben in einem engen Bereich halten. Wenn diese Regulationsmechanismen überlastet werden, kann es zu einer erhöhten Säurekonzentration im Gewebe kommen.
In der Schulmedizin wird zwischen einer messbaren, lebensbedrohlichen Azidose (z. B. metabolische oder respiratorische Azidose) und einer sogenannten latenten Gewebsazidose unterschieden. Letztere beschreibt eine subklinische, schleichende Säureanreicherung im Gewebe, die im Blut noch nicht als pathologisch messbar ist, jedoch in der komplementären Medizin als Ursache zahlreicher Beschwerden diskutiert wird.
Verschiedene Faktoren können zur Entstehung einer Gewebssäurebelastung beitragen:
Eine chronische Gewebssäurebelastung wird in der komplementären und orthomolekularen Medizin mit einer Vielzahl unspezifischer Beschwerden in Verbindung gebracht. Dazu können gehören:
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Symptome unspezifisch sind und viele andere Ursachen haben können. Eine ärztliche Abklärung ist in jedem Fall empfehlenswert.
In der konventionellen Medizin wird eine klinisch relevante Azidose über die Blutgasanalyse diagnostiziert, bei der pH-Wert, Bikarbonat und CO₂-Partialdruck gemessen werden. Werte unterhalb eines Blut-pH von 7,35 gelten als Azidose.
Die sogenannte latente Gewebsazidose lässt sich im Blut häufig nicht eindeutig nachweisen. In der Alternativmedizin und Naturheilkunde werden zur Einschätzung häufig Urin-pH-Messungen über den Tag verteilt genutzt, um Rückschlüsse auf die Säureausscheidungskapazität des Körpers zu ziehen. Diese Methode ist wissenschaftlich nicht standardisiert.
Eine basenreiche Ernährung mit einem hohen Anteil an Gemüse, Salat, Obst, Hülsenfrüchten und Kräutern kann helfen, die Säurebelastung im Gewebe zu reduzieren. Gleichzeitig sollten stark säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Fast Food, Zucker und Alkohol reduziert werden.
Eine ausreichende Zufuhr von Wasser (mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich) unterstützt die Nieren bei der Ausscheidung saurer Stoffwechselprodukte.
Regelmäßige moderate Bewegung fördert die Durchblutung und den Abtransport von Stoffwechselprodukten aus dem Gewebe. Besonders Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Wandern gelten als geeignet.
In der Naturheilkunde und komplementären Medizin werden Basenpräparate (z. B. Mischungen aus Natriumbikarbonat, Kaliumbikarbonat, Calciumcarbonat und Magnesiumcarbonat) eingesetzt, um die Pufferkapazität des Körpers zu unterstützen. Diese sollten nur in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin eingenommen werden, da eine unkontrollierte Einnahme das Säure-Basen-Gleichgewicht ebenfalls stören kann.
Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, stressbedingte Stoffwechselentgleisungen zu reduzieren.
Es ist wichtig zu beachten, dass das Konzept der latenten Gewebssäurebelastung in der konventionellen Schulmedizin umstritten ist. Während eine klinische Azidose eindeutig definiert und behandelt wird, fehlt für das Konzept einer schleichenden, subklinischen Gewebsazidose bislang eine einheitliche wissenschaftliche Datenlage. Die Ernährungsempfehlungen zur Reduktion der Säurebelastung (mehr Gemüse, weniger verarbeitete Lebensmittel) sind jedoch allgemein anerkannt und decken sich mit den Leitlinien einer gesunden Ernährung.
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