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Ginkgetin ist ein biflavonoides Pflanzenmolekuel aus dem Ginkgo-biloba-Baum mit entzündungshemmenden, neuroprotektiven und antioxidativen Eigenschaften, das in der Forschung intensiv untersucht wird.
Ginkgetin ist ein biflavonoides Pflanzenmolekuel aus dem Ginkgo-biloba-Baum mit entzündungshemmenden, neuroprotektiven und antioxidativen Eigenschaften, das in der Forschung intensiv untersucht wird.
Ginkgetin ist ein natürlich vorkommendes Biflavonoid, das hauptsächlich aus den Blättern und Samen des Ginkgo-biloba-Baums gewonnen wird. Biflavonoide sind eine Unterklasse der Pflanzenpigmente (Flavonoide), bei denen zwei Flavonoideinheiten miteinander verbunden sind. Ginkgetin gehört zur Gruppe der Amentoflavon-Derivate und ist eines der charakteristischen bioaktiven Verbindungen des Ginkgo-Baums, einer der ältesten lebenden Baumarten der Welt.
In der traditionellen chinesischen Medizin werden Ginkgo-Extrakte seit Jahrhunderten eingesetzt. Die wissenschaftliche Erforschung einzelner Inhaltsstoffe wie Ginkgetin hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, da die Verbindung vielfältige biologische Aktivitäten zeigt.
Ginkgetin kommt vor allem in folgenden Pflanzenteilen vor:
Die Extraktion erfolgt üblicherweise durch Lösungsmittelextraktion aus getrocknetem Pflanzenmaterial, gefolgt von chromatographischen Reinigungsverfahren, um Ginkgetin in hoher Reinheit zu isolieren.
Ginkgetin entfaltet seine biologischen Wirkungen über mehrere Mechanismen:
Ginkgetin hemmt das Enzym Phospholipase A2 (PLA2), das eine Schlüsselrolle bei der Freisetzung von Arachidonsäure spielt – einer Vorläufersubstanz proinflammatorischer Mediatoren wie Prostaglandine und Leukotriene. Durch diese Hemmung wird die Entzündungskaskade unterbrochen. Zusätzlich werden Signalwege wie NF-κB beeinflusst, der zentral an der Regulation von Entzündungsreaktionen beteiligt ist.
Wie viele Flavonoide wirkt Ginkgetin als Radikalfaenger. Es neutralisiert reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und schützt Zellen vor oxidativem Stress, der mit einer Vielzahl chronischer Erkrankungen in Verbindung gebracht wird.
In präklinischen Studien (Labor- und Tierversuche) wurde gezeigt, dass Ginkgetin Nervenzellen vor dem programmierten Zelltod (Apoptose) schützen kann. Es beeinflusst dabei Proteine der Bcl-2-Familie und hemmt die Aktivierung von Caspasen – Enzymen, die den Zelltod einleiten.
Präklinische Daten deuten darauf hin, dass Ginkgetin die Proliferation (Vermehrung) bestimmter Krebszellen hemmen und Apoptose in Tumorzellen induzieren kann. Untersuchte Tumortypen umfassen unter anderem Lungen-, Leber- und Gliomzellen. Diese Ergebnisse stammen jedoch ausschließlich aus Labor- und Tierexperimenten und sind nicht auf den Menschen übertragbar, ohne klinische Studien zu belegen.
Ginkgetin wird derzeit nicht als zugelassenes Arzneimittel eingesetzt. Die bisherige Forschung konzentriert sich auf folgende Bereiche:
Da Ginkgetin primär in Forschungsexperimenten untersucht wird, liegen keine gesicherten klinischen Sicherheitsdaten für den Menschen vor. Ginkgo-biloba-Extrakte als Ganzes sind besser untersucht und in Form von Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Arzneimitteln erhältlich.
Bei der Einnahme von Ginkgo-Produkten sind folgende Punkte zu beachten:
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