Glanzschicht (Stratum lucidum) - Aufbau und Funktion
Die Glanzschicht ist eine dünne, durchscheinende Zellschicht der Haut, die nur an besonders dicker Haut wie Fußsohlen und Handflächen vorkommt.
Wissenswertes über "Glanzschicht"
Die Glanzschicht ist eine dünne, durchscheinende Zellschicht der Haut, die nur an besonders dicker Haut wie Fußsohlen und Handflächen vorkommt.
Was ist die Glanzschicht?
Die Glanzschicht (lateinisch: Stratum lucidum) ist eine dünne, glasartig erscheinende Schicht der menschlichen Haut. Sie gehört zur Oberhaut (Epidermis) und liegt zwischen der körnigen Schicht (Stratum granulosum) und der Hornschicht (Stratum corneum). Ihren Namen verdankt sie ihrem charakteristischen, lichtdurchlässigen Erscheinungsbild unter dem Mikroskop.
Vorkommen
Die Glanzschicht kommt nicht an der gesamten Körperoberfläche vor. Sie ist ausschließlich in Bereichen mit besonders dicker Haut zu finden, nämlich an:
- den Fußsohlen
- den Handflächen
- den Fingerkuppen
An allen anderen Körperstellen fehlt diese Schicht, da die Haut dort dünner ist und keiner so hohen mechanischen Belastung ausgesetzt ist.
Aufbau und Zusammensetzung
Die Glanzschicht besteht aus abgestorbenen, flachen Keratinozyten (Hornzellen), die keinen Zellkern und keine Zellorganellen mehr besitzen. Die Zellen sind dicht gepackt und enthalten große Mengen des Proteins Eleidin, das aus dem Vorläuferprotein Keratohyalin entsteht. Eleidin verleiht der Schicht ihre charakteristische Transparenz und ihren Glanz. Zwischen den Zellen befinden sich Lipide (Fette), die zur Barrierefunktion der Haut beitragen.
Funktion
Die Glanzschicht erfüllt mehrere wichtige Aufgaben:
- Mechanischer Schutz: Sie trägt zur Widerstandsfähigkeit der Haut gegen Druck und Reibung bei, was an Handflächen und Fußsohlen besonders wichtig ist.
- Barrierefunktion: Gemeinsam mit den benachbarten Hautschichten verhindert sie das Eindringen von Krankheitserregern und schädlichen Substanzen.
- Übergang zur Hornschicht: Sie stellt eine Übergangszone dar, in der die Keratinozyten ihre letzte Umwandlung zur vollständig verhornten Zelle durchlaufen.
Klinische Bedeutung
Veränderungen der Glanzschicht können auf verschiedene Hauterkrankungen hinweisen. Bei Ichthyosen (Verhornungsstörungen) oder entzündlichen Hauterkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) kann der normale Aufbau der Epidermis, einschließlich der Glanzschicht, gestört sein. Die Analyse der Hautschichten unter dem Mikroskop (Histologie) ist ein wichtiges diagnostisches Werkzeug in der Dermatologie.
Die Schichten der Epidermis im Überblick
Die Glanzschicht ist Teil des mehrschichtigen Aufbaus der Oberhaut. Von innen nach außen gliedert sich die Epidermis in:
- Stratum basale (Basalschicht) – tiefste Schicht mit teilungsfähigen Zellen
- Stratum spinosum (Stachelzellschicht)
- Stratum granulosum (Körnerschicht)
- Stratum lucidum (Glanzschicht) – nur an dicker Haut
- Stratum corneum (Hornschicht) – äußerste Schicht
Quellen
- Fritsch, P. (2018). Dermatologie und Venerologie für das Studium. Springer Verlag.
- Welsch, U. & Kummer, W. (2014). Sobotta Lehrbuch Histologie. Elsevier.
- Brysk, M.M. & Ouhayoun, J.P. (Hrsg.) (1994). Keratins and keratinization. Journal of Dermatological Science, 7(1), 1–19.
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