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Die Glutathionperoxidase (GPx) ist ein lebenswichtiges antioxidatives Enzym, das Zellen vor oxidativem Stress schützt. Es neutralisiert schädliche Peroxide und spielt eine zentrale Rolle im Zellschutz.
Die Glutathionperoxidase (GPx) ist ein lebenswichtiges antioxidatives Enzym, das Zellen vor oxidativem Stress schützt. Es neutralisiert schädliche Peroxide und spielt eine zentrale Rolle im Zellschutz.
Die Glutathionperoxidase (GPx) ist eine Familie von Enzymen, die eine zentrale Rolle im antioxidativen Schutzsystem des menschlichen Körpers einnimmt. Diese Enzyme katalysieren die Reduktion von schädlichen Wasserstoffperoxiden und organischen Lipidperoxiden unter Verwendung von Glutathion als Elektronendonor. Dadurch werden Zellmembranen, Proteine und die DNA vor oxidativen Schäden geschützt.
Beim Menschen sind bislang acht verschiedene GPx-Isoformen (GPx1 bis GPx8) bekannt, die sich in ihrer Gewebeverteilung und subzellulären Lokalisation unterscheiden. Die bekannteste und am häufigsten untersuchte Isoform ist GPx1, die ubiquitär in nahezu allen Körperzellen vorkommt.
Die Glutathionperoxidase nutzt das Tripeptid Glutathion (GSH) als Reduktionsmittel, um reaktive Sauerstoffspezies (ROS) unschädlich zu machen. Die Reaktionsgleichung lässt sich vereinfacht wie folgt darstellen:
Das dabei entstehende oxidierte Glutathion (GSSG) wird anschließend durch das Enzym Glutathionreduktase unter Verbrauch von NADPH wieder zu aktivem GSH regeneriert. Dieser Kreislauf ist entscheidend für die kontinuierliche antioxidative Kapazität der Zelle.
Die meisten GPx-Isoformen (GPx1–4, GPx6) sind sogenannte Selenoproteine: Ihr aktives Zentrum enthält die seltene Aminosäure Selenocystein, welche das essentielle Spurenelement Selen enthält. Daher ist eine ausreichende Selenzufuhr über die Nahrung eine wichtige Voraussetzung für eine normale GPx-Aktivität.
GPx1 ist die häufigste Isoform und kommt im Zytosol sowie in Mitochondrien vor. Sie schützt Zellen vor Wasserstoffperoxid und ist besonders in roten Blutkörperchen (Erythrozyten), Leber und Nieren aktiv.
GPx2 wird hauptsächlich im Darmepithel exprimiert und schützt die Darmzellen vor nahrungsbedingten Peroxiden sowie vor oxidativem Stress im Gastrointestinaltrakt.
GPx3 ist die einzige sekretorische Form und wird vorwiegend in der Niere gebildet. Sie zirkuliert im Blutplasma und schützt Zellen im extrazellulären Raum.
GPx4 ist besonders bedeutsam, da sie als einzige Isoform direkt Phospholipidhydroperoxide in Membranen reduzieren kann. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Verhinderung von Ferroptose, einer Form des programmierten Zelltods, und ist essenziell für die männliche Fertilität.
Die Glutathionperoxidase ist an zahlreichen physiologischen und pathophysiologischen Prozessen beteiligt:
Die Messung der GPx-Aktivität im Blut (Vollblut, Erythrozyten oder Plasma) wird in der klinischen Diagnostik als indirekter Marker für den Selenstatus des Körpers eingesetzt. Eine niedrige GPx-Aktivität kann auf einen Selenmangel oder erhöhten oxidativen Stress hinweisen. Die Bestimmung erfolgt meist durch spektrophotometrische Enzymaktivitätsmessungen in spezialisierten Laboratorien.
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