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Glutenunverträglichkeit – Ursachen, Symptome & Behandlung

Glutenunverträglichkeit bezeichnet eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten, das in Weizen, Gerste und Roggen vorkommt. Sie kann als Zöliakie, Weizenallergie oder nicht-zöliakische Glutensensitivität auftreten.

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Wissenswertes über "Glutenunverträglichkeit"

Glutenunverträglichkeit bezeichnet eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten, das in Weizen, Gerste und Roggen vorkommt. Sie kann als Zöliakie, Weizenallergie oder nicht-zöliakische Glutensensitivität auftreten.

Was ist Glutenunverträglichkeit?

Glutenunverträglichkeit ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, bei denen der Körper auf Gluten – ein in Weizen, Gerste, Roggen und Dinkel enthaltenes Klebereiweiß – mit Beschwerden reagiert. Die drei häufigsten Formen sind die Zöliakie (eine Autoimmunerkrankung), die Weizenallergie und die nicht-zöliakische Glutensensitivität (NCGS). Jede dieser Formen hat unterschiedliche Ursachen, Mechanismen und Behandlungsansätze.

Ursachen und Formen

Zöliakie

Die Zöliakie ist eine chronische Autoimmunerkrankung. Wenn Betroffene Gluten aufnehmen, greift das Immunsystem die Schleimhaut des Dünndarms an und schädigt die sogenannten Darmzotten – kleine fingerartige Ausstülpungen, die für die Nährstoffaufnahme zuständig sind. Diese Schädigung kann zu einer ernsthaften Malabsorption (verminderten Aufnahme von Nährstoffen) führen. Eine genetische Veranlagung, insbesondere das Vorhandensein der Gene HLA-DQ2 und HLA-DQ8, spielt eine entscheidende Rolle.

Weizenallergie

Bei der Weizenallergie handelt es sich um eine klassische IgE-vermittelte allergische Reaktion auf Proteine im Weizen, nicht ausschließlich auf Gluten. Das Immunsystem stuft diese Proteine fälschlicherweise als gefährlich ein und reagiert mit einer Ausschüttung von Histamin und anderen Botenstoffen.

Nicht-zöliakische Glutensensitivität (NCGS)

Die NCGS ist weniger gut verstanden. Betroffene haben weder eine Zöliakie noch eine Weizenallergie, reagieren aber dennoch mit Beschwerden auf glutenhaltige Lebensmittel. Der genaue Mechanismus ist noch Gegenstand der Forschung. Es wird vermutet, dass neben Gluten auch andere Weizenbestandteile, wie FODMAPs (fermentierbare Kohlenhydrate), eine Rolle spielen könnten.

Symptome

Die Beschwerden können je nach Form der Unverträglichkeit variieren und betreffen häufig den Magen-Darm-Trakt, können aber auch andere Körpersysteme beeinflussen:

  • Verdauungsbeschwerden: Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung
  • Allgemeine Beschwerden: Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme (oft als Brainfog bezeichnet)
  • Mangelerscheinungen (vor allem bei Zöliakie): Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel, Kalziummangel
  • Hautveränderungen: Hautausschlag, bei Zöliakie z. B. die Dermatitis herpetiformis
  • Bei Kindern: Wachstumsverzögerungen und Gedeihstörungen

Diagnose

Die Diagnose einer Glutenunverträglichkeit erfordert eine sorgfältige ärztliche Untersuchung, da sich die verschiedenen Formen unterschiedlich manifestieren:

  • Bluttest: Bei Verdacht auf Zöliakie werden spezifische Antikörper bestimmt, insbesondere Anti-Transglutaminase-IgA-Antikörper (tTG-IgA) und Endomysium-Antikörper (EMA).
  • Dünndarmbiopsie: Gilt als Goldstandard für die Zöliakie-Diagnose. Dabei werden Gewebeproben aus dem Dünndarm entnommen und auf Zottenatrophie untersucht.
  • Gentest: Nachweis der HLA-DQ2/DQ8-Gene kann eine Zöliakie nicht bestätigen, aber weitgehend ausschließen.
  • Allergietest: Haut-Prick-Test oder spezifische IgE-Antikörper im Blut zum Ausschluss einer Weizenallergie.
  • Ausschlussdiagnose bei NCGS: Wenn Zöliakie und Weizenallergie ausgeschlossen sind und eine glutenfreie Ernährung die Symptome lindert, wird eine NCGS diagnostiziert.

Wichtig: Glutenhaltige Kost sollte vor der Diagnostik nicht eigenständig abgesetzt werden, da dies die Testergebnisse verfälschen kann.

Behandlung

Die einzige wirksame Behandlung aller Formen der Glutenunverträglichkeit ist derzeit die konsequente glutenfreie Ernährung. Das bedeutet den vollständigen Verzicht auf Lebensmittel, die Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel und verwandte Getreidesorten enthalten.

Glutenfreie Ernährung im Alltag

  • Erlaubte Getreidesorten: Reis, Mais, Hirse, Quinoa, Buchweizen, Amaranth, Hafer (nur zertifiziert glutenfreier Hafer)
  • Auf verstecktes Gluten in Fertigprodukten, Soßen, Wurstwaren und Medikamenten achten
  • Kreuz-Kontamination in der Küche vermeiden (z. B. gemeinsame Schneidebretter oder Toaster)

Ergänzende Maßnahmen bei Zöliakie

Bei bestehenden Mangelerscheinungen kann eine gezielte Supplementierung mit Vitaminen und Mineralstoffen (z. B. Eisen, Vitamin D, Folsäure, Calcium) notwendig sein, bis sich die Darmschleimhaut erholt hat. Regelmäßige Verlaufskontrollen beim Arzt sind empfohlen.

Quellen

  1. European Society for the Study of Coeliac Disease (ESsCD) – Leitlinie zur Zöliakie und glutenbedingten Erkrankungen, 2019. Verfügbar unter: https://www.escd.org
  2. Catassi C. et al. – Non-Celiac Gluten Sensitivity: The New Frontier of Gluten Related Disorders. Nutrients, 2013. PubMed PMID: 24077239
  3. Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG) – Informationen zur Glutenunverträglichkeit und Zöliakie. Verfügbar unter: https://www.dzg-online.de

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