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Glycinerg beschreibt Nervenzellen, Synapsen oder Prozesse, die den Neurotransmitter Glycin nutzen. Glycinerge Signalübertragung spielt eine zentrale Rolle im zentralen Nervensystem.
Glycinerg beschreibt Nervenzellen, Synapsen oder Prozesse, die den Neurotransmitter Glycin nutzen. Glycinerge Signalübertragung spielt eine zentrale Rolle im zentralen Nervensystem.
Glycinerg ist ein Adjektiv aus der Neurophysiologie und Pharmakologie. Es beschreibt alle Strukturen, Prozesse oder Substanzen, die mit dem Neurotransmitter Glycin in Verbindung stehen. Dazu zählen glycinerge Nervenzellen (Neurone), glycinerge Synapsen sowie glycinerge Rezeptoren, die auf Glycin reagieren.
Glycin ist die einfachste proteinogene Aminosäure und erfüllt im zentralen Nervensystem (ZNS) eine wichtige Funktion als hemmender (inhibitorischer) Neurotransmitter. Darüber hinaus wirkt Glycin im Gehirn als Ko-Agonist am NMDA-Rezeptor (N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor), einem wichtigen erregenden Glutamat-Rezeptor.
Im Rückenmark und im Hirnstamm ist Glycin der wichtigste inhibitorische Neurotransmitter. Es bindet an den Glycinrezeptor, einen ligandengesteuerten Ionenkanal, der bei Aktivierung Chloridionen in die Nervenzelle einströmen lässt. Dies führt zur Hyperpolarisation der Zellmembran und hemmt so die Weiterleitung von Nervenimpulsen.
Im Gehirn wirkt Glycin als Ko-Agonist am NMDA-Rezeptor: Für die vollständige Aktivierung dieses Rezeptors durch Glutamat ist die gleichzeitige Bindung von Glycin an die sogenannte Glycin-Bindungsstelle (GluN1-Untereinheit) notwendig. Glycin moduliert auf diese Weise Lernprozesse, Gedächtnisbildung und synaptische Plastizität.
Glycinerge Neurone sind Nervenzellen, die Glycin als Transmitter synthetisieren, speichern und freisetzen. Sie kommen vor allem vor in:
Glycinerge Synapsen sind die Kontaktstellen zwischen einem glycinergen Neuron und der nachgeschalteten Zelle, an denen Glycin als chemisches Signal übertragen wird.
Störungen der glycinergen Transmission können verschiedene neurologische Erkrankungen verursachen oder beeinflussen:
Die glycinerge Signalübertragung ist ein wichtiges pharmakologisches Zielgebiet. Substanzen, die an Glycinrezeptoren oder an der Glycin-Bindungsstelle des NMDA-Rezeptors angreifen, werden erforscht für:
Glycin-Transporter-Inhibitoren (z. B. Hemmstoffe des GlyT1-Transporters) werden derzeit klinisch untersucht, da sie die Glycinkonzentration an Synapsen erhöhen und so die NMDA-Rezeptor-Funktion modulieren können.
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