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GlykA ist ein neuartiger Biomarker für systemische Entzündungen, der mittels NMR-Spektroskopie gemessen wird und chronische Entzündungsaktivität im Körper anzeigt.
GlykA ist ein neuartiger Biomarker für systemische Entzündungen, der mittels NMR-Spektroskopie gemessen wird und chronische Entzündungsaktivität im Körper anzeigt.
GlykA (auch geschrieben als GlycA) ist ein zusammengesetzter Entzündungsbiomarker, der durch Kernspinresonanzspektroskopie (NMR-Spektroskopie) aus einer Blutprobe gemessen wird. Das Signal entsteht durch die Zuckeranteile (Glykane) bestimmter akute-Phase-Proteine – insbesondere Alpha-1-saures Glykoprotein, Haptoglobin, Alpha-1-Antitrypsin, Alpha-1-Antichymotrypsin und Transferrin – die bei Entzündungsprozessen im Blut ansteigen. GlykA gilt als integriertes Maß für die chronische systemische Entzündungsaktivität des Körpers.
Herkömmliche Entzündungsmarker wie das C-reaktive Protein (CRP) oder die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) reagieren empfindlich auf akute Ereignisse und schwanken stark. GlykA hingegen spiegelt ein längerfristiges, stabileres Bild der Entzündungslast wider, ähnlich wie das HbA1c beim Blutzucker. Dadurch ist GlykA besonders geeignet, um das Risiko chronischer Erkrankungen zu beurteilen.
In zahlreichen Studien wurde GlykA als aussagekräftiger Risikopredikator für verschiedene Erkrankungen untersucht:
GlykA wird ausschließlich durch NMR-Spektroskopie (Kernspinresonanzspektroskopie) bestimmt, eine Technologie, die auch zur Bestimmung von Lipoproteinprofilen (z. B. LDL-Partikelgröße) genutzt wird. Die Messung erfolgt aus einer einfachen Blutprobe. Der GlykA-Wert wird in μmol/L angegeben.
In der Allgemeinbevölkerung liegen die GlykA-Werte typischerweise zwischen 300 und 500 μmol/L. Werte über 400–450 μmol/L werden in vielen Studien mit einem erhöhten kardiovaskulären und metabolischen Risiko assoziiert. Da GlykA bisher kein Standard-Laborparameter in der klinischen Routinediagnostik ist, existieren noch keine allgemein anerkannten Grenzwerte.
Verschiedene Faktoren können den GlykA-Spiegel beeinflussen:
Im Vergleich zu CRP oder Interleukin-6 (IL-6) bietet GlykA einige Vorteile:
GlykA ist noch kein etablierter Routineparameter in der klinischen Diagnostik, gewinnt jedoch in der präventiven Medizin und der Forschung zunehmend an Bedeutung. Große Bevölkerungsstudien wie die Framingham Heart Study und der MESA-Studienverbund haben GlykA als unabhängigen Risikopredikator für kardiovaskuläre Ereignisse bestätigt. Künftig könnte GlykA Teil erweiterter präventivmedizinischer Blutpanels werden.
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