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Glykämische Variabilität beschreibt die Schwankungsbreite des Blutzuckerspiegels über die Zeit. Sie ist ein wichtiger Marker für das Diabetesmanagement.
Glykämische Variabilität beschreibt die Schwankungsbreite des Blutzuckerspiegels über die Zeit. Sie ist ein wichtiger Marker für das Diabetesmanagement.
Die Glykämische Variabilität (GV) beschreibt das Ausmaß und die Häufigkeit von Schwankungen des Blutzuckerspiegels innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Während der durchschnittliche Blutzuckerwert oder der Langzeitwert HbA1c nur einen Mittelwert widerspiegeln, zeigt die Glykämische Variabilität, wie stark der Blutzucker über den Tag verteilt auf- und absteigt. Hohe Schwankungen gelten als eigenständiger Risikofaktor für Komplikationen bei Diabetes mellitus.
Verschiedene Faktoren können zu starken Blutzuckerschwankungen führen:
Eine hohe Glykämische Variabilität ist mit erhöhtem oxidativem Stress verbunden, der Blutgefäße und Nerven schädigen kann. Studien zeigen, dass starke Blutzuckerschwankungen unabhängig vom HbA1c-Wert das Risiko für folgende Komplikationen erhöhen:
Auch bei Menschen ohne Diabetes kann eine erhöhte Glykämische Variabilität auf ein metabolisches Risiko hinweisen.
Die Messung der Glykämischen Variabilität erfolgt überwiegend mittels kontinuierlichem Glukosemonitoring (CGM). Dabei wird ein kleiner Sensor unter die Haut platziert, der über mehrere Tage kontinuierlich den Glukosewert im Gewebe misst. Aus den gewonnenen Daten lassen sich verschiedene Kennzahlen berechnen:
Das Ziel des Managements der Glykämischen Variabilität ist es, den Blutzucker möglichst stabil im Zielbereich zu halten. Folgende Maßnahmen sind wirksam:
Eine Ernährung mit niedrigem glykämischem Index (z. B. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse) reduziert postprandiale (nach dem Essen) Blutzuckerspitzen. Ballaststoffe verlangsamen die Kohlenhydrataufnahme und glätten den Blutzuckerverlauf.
Regelmäßige moderate Bewegung verbessert die Insulinsensitivität und trägt zu einem stabileren Blutzuckerverlauf bei.
Bei Diabetes mellitus kommen je nach Typ und Schweregrad verschiedene Medikamente zum Einsatz. Moderne Insulinanaloga, GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Inhibitoren haben gezeigt, dass sie neben der HbA1c-Senkung auch die Glykämische Variabilität reduzieren können.
Automatisierte Insulindosiersysteme (Closed-Loop-Systeme oder „Künstliche Pankreas“-Systeme) kombinieren CGM mit einer Insulinpumpe und einem Algorithmus, der die Insulinabgabe automatisch anpasst. Diese Technologien verbessern die Glykämische Variabilität erheblich.
Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf und Stressreduktion helfen, hormonell bedingte Blutzuckerschwankungen zu minimieren.
Auch bei stoffwechselgesunden Menschen zeigt das CGM Blutzuckerschwankungen nach Mahlzeiten. Aktuelle Forschung untersucht, inwieweit individuelle glykämische Reaktionen auf Lebensmittel (personalisierte Ernährung) das Präventionspotenzial bei Prädiabetes und metabolischem Syndrom vergrößern können.
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