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Die Graham-Reaktion beschreibt ein physikalisches Prinzip der Gasdiffusion: Leichtere Gase diffundieren schneller als schwerere. Grundlage u.a. in der Medizin und Diagnostik.
Die Graham-Reaktion beschreibt ein physikalisches Prinzip der Gasdiffusion: Leichtere Gase diffundieren schneller als schwerere. Grundlage u.a. in der Medizin und Diagnostik.
Die Graham-Reaktion – auch bekannt als Gramsches Diffusionsgesetz oder Grahamsches Gesetz der Effusion – ist ein physikalisch-chemisches Prinzip, das vom schottischen Chemiker Thomas Graham im 19. Jahrhundert beschrieben wurde. Es besagt, dass die Diffusions- bzw. Effusionsgeschwindigkeit eines Gases umgekehrt proportional zur Quadratwurzel seiner molaren Masse ist. Das bedeutet: Je leichter ein Gasmolekül, desto schneller bewegt es sich durch eine semipermeable Membran oder in einen Raum hinein.
Dieses Gesetz gilt sowohl für die Diffusion (Verteilung eines Gases in einem anderen Medium) als auch für die Effusion (Ausströmen eines Gases durch eine kleine Öffnung).
Die mathematische Formulierung des Gesetzes lautet:
v₁ / v₂ = √(M₂ / M₁)
Dabei stehen v₁ und v₂ für die Diffusionsgeschwindigkeiten zweier Gase, und M₁ sowie M₂ für deren molare Massen. Ein Gas mit einer viermal geringeren molaren Masse diffundiert demnach doppelt so schnell wie das schwerere Gas.
Wasserstoff (H₂, molare Masse: 2 g/mol) diffundiert viermal schneller als Sauerstoff (O₂, molare Masse: 32 g/mol), da die Quadratwurzel aus dem Verhältnis 32/2 = 16 den Wert 4 ergibt.
Das Grahamsche Gesetz hat in der Medizin und Physiologie erhebliche Relevanz, insbesondere beim Verständnis des Gasaustausches in der Lunge. Obwohl Sauerstoff (O₂) und Kohlendioxid (CO₂) unterschiedliche molare Massen besitzen, wird die Diffusionsrate in biologischen Systemen nicht nur durch das Grahamsche Gesetz, sondern auch durch die Löslichkeit der Gase im Gewebe bestimmt.
In der klinischen Praxis ist das Grahamsche Gesetz ein Basiskonzept für das Verständnis von:
Bei Diffusionsstörungen in der Lunge ist oft die Übertragung von Sauerstoff stärker beeinträchtigt als die von Kohlendioxid, was sich durch die unterschiedlichen Löslichkeits- und Diffusionseigenschaften der beiden Gase erklärt – ein Phänomen, das auf den Prinzipien von Graham aufbaut.
Thomas Graham (1805–1869) war ein schottischer Chemiker, der als Begründer der Kolloidchemie gilt. Er formulierte das Diffusionsgesetz um 1833 und legte damit eine wichtige Grundlage für die moderne physikalische Chemie, Membranbiologie und Medizintechnik.
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