Größenverlust im Alter: Ursachen & Behandlung
Größenverlust im Alter ist ein natürlicher Prozess, bei dem Menschen mit zunehmendem Alter an Körpergröße verlieren. Ursachen sind Bandscheibenverschleiß, Haltungsveränderungen und Knochenschwund.
Wissenswertes über "Größenverlust im Alter"
Größenverlust im Alter ist ein natürlicher Prozess, bei dem Menschen mit zunehmendem Alter an Körpergröße verlieren. Ursachen sind Bandscheibenverschleiß, Haltungsveränderungen und Knochenschwund.
Was ist Größenverlust im Alter?
Mit zunehmendem Alter verlieren viele Menschen an Körpergröße. Dieser Prozess beginnt meist ab dem 40. Lebensjahr und beschleunigt sich nach dem 70. Lebensjahr. Durchschnittlich verlieren Menschen im Laufe ihres Lebens zwischen einem und vier Zentimetern an Körpergröße, in manchen Fällen auch mehr. Ein gewisser Größenverlust gilt als normal, ein ausgeprägt starker Verlust kann jedoch auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen und sollte ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen
Der Größenverlust im Alter ist in der Regel auf mehrere gleichzeitig ablaufende biologische Prozesse zurückzuführen:
- Bandscheibenverschleiß: Die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule verlieren im Laufe des Lebens an Wasser und Elastizität. Dadurch werden sie flacher, was die Gesamtlänge der Wirbelsäule verringert.
- Osteoporose: Beim Knochenschwund (Osteoporose) nimmt die Knochendichte ab. Dies kann zu Wirbelkörperfrakturen führen, bei denen Wirbelkörper einsinken und die Wirbelsäule kürzer wird.
- Veränderungen der Körperhaltung: Eine zunehmende Rundrückenbildung (Kyphose) durch geschwächte Rückenmuskulatur und degenerative Veränderungen der Wirbelsäule führt dazu, dass die aufrechte Körpergröße abnimmt.
- Muskelschwund (Sarkopenie): Mit dem Alter nimmt die Muskelmasse ab. Schwächere Stützmuskulatur am Rücken und am Rumpf begünstigt eine schlechtere Haltung und damit einen weiteren Größenverlust.
- Abflachung des Fußgewölbes: Im höheren Alter kann das Fußgewölbe abflachen, was ebenfalls minimal zur Körperhöhenabnahme beiträgt.
Symptome und Beschwerden
Der Größenverlust selbst ist ein messbares Zeichen des Alterungsprozesses. Je nach Ursache können begleitende Beschwerden auftreten:
- Rückenschmerzen und Verspannungen
- Eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule
- Sichtbare Veränderung der Körperhaltung (Rundrücken, vorgebeugte Haltung)
- Akute Schmerzen bei Wirbelkörperfrakturen durch Osteoporose
- Gleichgewichtsprobleme und erhöhtes Sturzrisiko
Ein plötzlicher oder starker Größenverlust, insbesondere in kurzer Zeit, sollte unbedingt ärztlich untersucht werden, da er auf Wirbelkörperfrakturen oder andere ernsthafte Erkrankungen hinweisen kann.
Diagnose
Die regelmäßige Messung der Körpergröße beim Arztbesuch ist ein einfaches Screening-Instrument. Bei auffälligem Größenverlust kommen folgende diagnostische Maßnahmen in Betracht:
- Knochendichtemessung (DXA-Scan): Zur Erkennung von Osteoporose und Beurteilung des Frakturrisikos.
- Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule: Zum Nachweis von Wirbelkörperfrakturen oder degenerativen Veränderungen.
- Blutuntersuchungen: Zur Bestimmung von Kalzium, Vitamin D und anderen Parametern des Knochenstoffwechsels.
- Haltungsbeurteilung: Durch den Arzt oder Physiotherapeuten zur Einschätzung des Ausmaßes der Fehlhaltung.
Behandlung und Prävention
Ein vollständiger Größenverlust lässt sich nicht rückgängig machen, jedoch kann durch gezielte Maßnahmen dem weiteren Voranschreiten entgegengewirkt werden:
Bewegung und Training
- Regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining stärkt die Muskulatur und beugt Muskelschwund vor.
- Gezieltes Rückentraining und Haltungsschulung verbessern die aufrechte Haltung.
- Gleichgewichtstraining (z. B. Yoga, Tai-Chi) reduziert das Sturzrisiko.
Ernährung
- Ausreichende Kalziumzufuhr (empfohlen: ca. 1000–1200 mg täglich für ältere Erwachsene laut DGE) fördert den Knochenerhalt.
- Vitamin-D-Versorgung sicherstellen, da Vitamin D die Kalziumaufnahme im Darm unterstützt.
- Ausreichende Proteinzufuhr zur Erhaltung der Muskelmasse.
Medizinische Behandlung
- Bei diagnostizierter Osteoporose stehen verschiedene medikamentöse Therapien zur Verfügung (z. B. Bisphosphonate, Denosumab), die das Frakturrisiko senken.
- Schmerztherapie bei bestehenden Wirbelkörperfrakturen.
- Physiotherapie zur Verbesserung von Haltung, Kraft und Beweglichkeit.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Osteologie (DGO): Leitlinie Osteoporose, 2023. Verfügbar unter: https://www.dg-osteologie.org
- World Health Organization (WHO): Ageing and Health. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/ageing-and-health
- Cummings SR, Melton LJ: Epidemiology and outcomes of osteoporotic fractures. The Lancet, 2002; 359(9319): 1761–1767.
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