H71 – Cholesteatom des Mittelohres | ICD-10
H71 ist der ICD-10-Code für das Cholesteatom des Mittelohres – eine gutartige, aber destruktiv wachsende Gewebewucherung im Mittelohr, die unbehandelt zu ernsthaften Komplikationen führen kann.
Wissenswertes über "H71"
H71 ist der ICD-10-Code für das Cholesteatom des Mittelohres – eine gutartige, aber destruktiv wachsende Gewebewucherung im Mittelohr, die unbehandelt zu ernsthaften Komplikationen führen kann.
Was ist H71 (Cholesteatom des Mittelohres)?
Der ICD-10-Code H71 bezeichnet das Cholesteatom des Mittelohres – eine nicht bösartige, aber aggressiv wachsende Gewebewucherung, die sich im Mittelohr oder im Mastoidbereich (Warzenfortsatz des Schädelknochens) bildet. Trotz des Namens handelt es sich beim Cholesteatom nicht um einen echten Tumor, sondern um eine Ansammlung von verhorntem Plattenepithel (Hautgewebe), das sich schichtweise aufbaut und in umliegendes Knochengewebe einwächst und dieses zerstört.
Ursachen
Man unterscheidet zwei Hauptformen des Cholesteatoms:
- Angeborenes Cholesteatom: Entsteht durch embryonale Fehlentwicklung. Dabei verbleibt Epithel (Hautgewebe) hinter dem Trommelfell, ohne dass eine Verletzung oder Entzündung vorausgegangen ist.
- Erworbenes Cholesteatom: Die weitaus häufigere Form. Sie entsteht meistens als Folge chronischer Mittelohrentzündungen (Otitis media chronica) oder einer dauerhaften Unterfunktion der Eustachischen Röhre (Ohrtrompete). Durch den Unterdruck im Mittelohr kann sich das Trommelfell einstülpen und eine sogenannte Retraktionstasche bilden, in der sich abgeschilferte Hautzellen ansammeln.
Symptome
Die Beschwerden bei einem Cholesteatom entwickeln sich oft schleichend. Typische Symptome umfassen:
- Einseitiger Hörverlust oder zunehmendes Schwerhörigkeit auf der betroffenen Seite
- Dauerhafter, oft übel riechender Ohrenausfluss (Otorrhoe)
- Druckgefühl oder Schmerzen im Ohr
- Ohrgeräusche (Tinnitus)
- In fortgeschrittenen Fällen: Schwindel, Gesichtsnervenlähmung (Fazialisparese) oder Meningitis, wenn die Infektion sich auf angrenzende Strukturen ausbreitet
Diagnose
Die Diagnose eines Cholesteatoms erfolgt durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) und umfasst:
- Ohrmikroskopie: Direkte Betrachtung des Gehörgangs und Trommelfells unter dem Mikroskop – die wichtigste diagnostische Methode.
- Hörprüfung (Audiometrie): Zur Beurteilung des Ausmaßes des Hörverlustes.
- Computertomographie (CT) des Felsenbeins: Bildgebung zur genauen Beurteilung der Ausbreitung und der Knochenzerstörung.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Ergänzend zur Differenzierung und Rezidivdiagnostik.
Behandlung
Das Cholesteatom muss in der Regel operativ behandelt werden, da es sich nicht von selbst zurückbildet und bei weiterem Wachstum lebensbedrohliche Komplikationen verursachen kann.
Operative Verfahren
- Tympanoplastik: Rekonstruktion des Trommelfells und der Gehörknöchelchen nach Entfernung des Cholesteatoms.
- Mastoidektomie: Chirurgische Eröffnung und Ausraumen des Warzenfortsatzes (Mastoid), um das Cholesteatom vollständig zu entfernen.
Nach der Operation sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig, da Cholesteatome häufig zu Rezidiven neigen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist entscheidend, um schwerwiegende Folgeschäden zu vermeiden.
Komplikationen
Ohne Behandlung kann ein Cholesteatom schwerwiegende Komplikationen verursachen, darunter:
- Zerstörung der Gehörknöchelchen mit dauerhaftem Hörverlust
- Einbruch in den Gehörgang des Innenohres (Labyrinthfistel)
- Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialisparese)
- Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Hirnabszess
Quellen
- Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) / BfArM: ICD-10-GM Version 2024, Kapitel VIII – Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes, H71.
- Grevers G., Höcke M. (Hrsg.): Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme Verlag, Stuttgart, 2008.
- Tos M.: Surgical Management of Cholesteatoma. Annals of Otology, Rhinology & Laryngology, 1988.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieH74.9
rMSSD
H71
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: H71