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Der Hämatinkomplex ist eine eisenhaltige Verbindung, die in der Medizin zur Behandlung bestimmter Stoffwechselerkrankungen eingesetzt wird. Er wirkt durch Hemmung der Hämsynthese.
Der Hämatinkomplex ist eine eisenhaltige Verbindung, die in der Medizin zur Behandlung bestimmter Stoffwechselerkrankungen eingesetzt wird. Er wirkt durch Hemmung der Hämsynthese.
Der Hämatinkomplex ist eine chemische Verbindung, die aus Hämin – dem oxidierten Eisenanteil des Hämoglobins – besteht und an einen Trägerstoff gebunden ist. In seiner bekanntesten medizinischen Form liegt er als Hämin-Arginin-Komplex vor, der unter dem Handelsnamen Normosang bekannt ist. Dieser Wirkstoff wird intravenös verabreicht und zählt zur Gruppe der Porphyriebehandlungsmittel.
Der Hämatinkomplex wirkt durch eine negative Rückkopplungshemmung auf das Enzym ALA-Synthase (Delta-Aminolävulinsäure-Synthase), das den ersten und geschwindigkeitsbestimmenden Schritt in der Hämbiosynthese katalysiert. Durch diese Hemmung wird die übermäßige Produktion von toxischen Hämpräkursoren wie Delta-Aminolävulinsäure (ALA) und Porphobilinogen (PBG) reduziert, die sich bei bestimmten Erkrankungen im Körper ansammeln und Beschwerden verursachen.
Der Hämatinkomplex wird vor allem zur Behandlung akuter Episoden der akuten hepatischen Porphyrien (AHP) eingesetzt. Darunter fallen unter anderem:
Diese Erkrankungen sind seltene, meist erbliche Stoffwechselerkrankungen, bei denen die Hämbiosynthese gestört ist, was zu akuten, potenziell lebensbedrohlichen Anfällen führen kann.
Die Symptome, gegen die der Hämatinkomplex gezielt eingesetzt wird, umfassen:
Der Hämatinkomplex wird ausschließlich intravenös (i.v.) in einer klinischen Umgebung verabreicht. Die übliche Dosierung beträgt 3–4 mg/kg Körpergewicht pro Tag über einen Zeitraum von in der Regel 4 Tagen. Die genaue Dosierung wird individuell durch das behandelnde medizinische Fachpersonal festgelegt.
Wie alle Medikamente kann der Hämatinkomplex Nebenwirkungen hervorrufen. Zu den häufigsten zählen:
Aufgrund dieser möglichen Nebenwirkungen ist eine sorgfältige ärztliche Überwachung während der Behandlung unbedingt erforderlich.
Der Hämatinkomplex gilt als Standardtherapie bei schweren akuten Porphyrieattacken, wenn allgemeine Maßnahmen wie die Gabe von Kohlenhydraten (Glukose-Infusion) nicht ausreichend wirksam sind. Er kann die Dauer und Schwere einer Attacke erheblich verkürzen und lebensbedrohliche Komplikationen verhindern.
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