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Hämodilution bezeichnet die Verdünnung des Blutes, bei der die Konzentration der Blutbestandteile sinkt. Sie kann therapeutisch eingesetzt oder als Komplikation auftreten.
Hämodilution bezeichnet die Verdünnung des Blutes, bei der die Konzentration der Blutbestandteile sinkt. Sie kann therapeutisch eingesetzt oder als Komplikation auftreten.
Der Begriff Hämodilution setzt sich aus den griechisch-lateinischen Wörtern „haima“ (Blut) und „dilutio“ (Verdünnung) zusammen. Er beschreibt einen Zustand, bei dem das Blutvolumen zunimmt, ohne dass die Menge der zellulären oder gelösten Blutbestandteile entsprechend steigt. Dadurch sinkt die Konzentration von roten Blutkörperchen (Erythrozyten), Hämoglobin, Blutplättchen (Thrombozyten) und Gerinnungsfaktoren im Blut.
Die Hämodilution kann sowohl ein natürlicher physiologischer Vorgang sein – etwa während der Schwangerschaft – als auch gezielt medizinisch eingesetzt oder als unerwartete Komplikation auftreten.
Bei der normovolämischen Hämodilution bleibt das Gesamtblutvolumen konstant, während der zelluläre Anteil abnimmt. Dies wird häufig durch die Zufuhr von Infusionslösungen (z. B. kristalloide oder kolloidale Lösungen) erreicht. Eine wichtige Sonderform ist die akute normovolämische Hämodilution (ANH), bei der vor einer Operation Blut entnommen und gleichzeitig durch Infusionslösungen ersetzt wird, um den intraoperativen Blutverlust zu minimieren.
Hier steigt das Gesamtblutvolumen an, da mehr Flüssigkeit zugeführt wird als der Körper verarbeiten kann. Dies kann im Rahmen großzügiger Infusionstherapien oder bei Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Nierenversagen auftreten.
Während der Schwangerschaft kommt es zu einer natürlichen Hämodilution: Das Plasmavolumen steigt stärker an als die Erythrozytenmasse, was zu einer relativen Abnahme des Hämatokritmesswertes führt. Dieser Zustand wird als Schwangerschaftsanämie bezeichnet, ist jedoch in der Regel nicht behandlungsbedürftig.
Die Auswirkungen der Hämodilution hängen vom Ausmaß der Blutverdünnung ab. Mögliche Folgen sind:
Die Hämodilution wird durch laborchemische Blutuntersuchungen festgestellt:
In der Medizin wird die Hämodilution gezielt eingesetzt, um bestimmte Behandlungsziele zu erreichen:
Vor großen Operationen wird dem Patienten Blut entnommen und durch Infusionslösungen ersetzt. Das entnommene Blut wird während oder nach der Operation retransfundiert. Dies reduziert den Verlust von roten Blutkörperchen während des Eingriffs und kann Fremdbluttransfusionen vermeiden helfen.
Bei bestimmten Durchblutungsstörungen, etwa beim Schlaganfall oder peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten, wurde die Hämodilution eingesetzt, um die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern. Dieser Ansatz ist jedoch in seiner Wirksamkeit umstritten und wird heute weniger verbreitet angewendet.
Während Herzoperationen mit Herz-Lungen-Maschine wird das Blut durch die Füllung des Schlauchsystems verdünnt. Ein gezieltes Hämodilutionsmanagement gehört daher zum Standardprotokoll der Herzchirurgie.
Eine unkontrollierte oder übermäßige Hämodilution kann schwerwiegende Folgen haben:
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