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Hämophilie A ist eine angeborene Blutgerinnungsstörung, bei der Faktor VIII fehlt oder vermindert ist. Betroffene neigen zu verstärkten und verlängerten Blutungen.
Hämophilie A ist eine angeborene Blutgerinnungsstörung, bei der Faktor VIII fehlt oder vermindert ist. Betroffene neigen zu verstärkten und verlängerten Blutungen.
Hämophilie A ist die häufigste Form der Hämophilie und eine angeborene Erkrankung der Blutgerinnung. Sie entsteht durch einen Mangel oder eine verminderte Funktion des Gerinnungsfaktors VIII (Faktor 8), der für die normale Blutgerinnung unerlässlich ist. Ohne ausreichende Mengen dieses Faktors kann der Körper Blutungen nicht effektiv stoppen. Die Erkrankung betrifft vorwiegend Männer, da sie X-chromosomal-rezessiv vererbt wird.
Hämophilie A wird durch eine Mutation im Gen für Faktor VIII auf dem X-Chromosom verursacht. Da Männer nur ein X-Chromosom besitzen, reicht eine einzige fehlerhafte Genkopie aus, um die Erkrankung auszulösen. Frauen mit einer Mutation auf einem der beiden X-Chromosomen sind in der Regel Überträgerinnen (Konduktorinnen) und zeigen selbst meist keine oder nur leichte Symptome.
Die Erkrankung wird anhand der verbleibenden Faktor-VIII-Aktivität im Blut in drei Schweregrade eingeteilt:
Das Leitsymptom der Hämophilie A ist eine verlängerte oder übermäßige Blutungsneigung. Typische Symptome sind:
Die Diagnose erfolgt durch Laboruntersuchungen der Blutgerinnung:
Die Behandlung der Hämophilie A zielt darauf ab, den fehlenden Faktor VIII zu ersetzen und Blutungen zu verhindern oder zu behandeln.
Die Standardbehandlung ist die intravenöse Gabe von Faktor-VIII-Konzentrat – entweder aus humanem Plasma gewonnen oder gentechnisch hergestellt (rekombinant). Sie kann als Bedarfstherapie (bei akuten Blutungen) oder als Prophylaxe (regelmäßige Gaben zur Blutungsvermeidung) eingesetzt werden.
Emicizumab ist ein bispezifischer Antikörper, der die Funktion von Faktor VIII nachahmt und subkutan injiziert werden kann. Es stellt besonders für Patienten mit Hemmkörpern (Antikörpern gegen Faktor VIII) eine wichtige Therapieoption dar.
Bei etwa 25–30 % der Patienten mit schwerer Hämophilie A entwickeln sich Hemmkörper (Inhibitoren) gegen Faktor VIII, die die Therapie erheblich erschweren. In diesen Fällen kommen Bypassing-Agenzien oder Emicizumab zum Einsatz.
Neueste Entwicklungen in der Gentherapie (z. B. Valoctocogen Roxaparvovec) ermöglichen es, eine funktionierende Kopie des F8-Gens in Leberzellen einzubringen und so eine langfristige Faktor-VIII-Produktion zu erzielen. Diese Therapie ist für ausgewählte erwachsene Patienten mit schwerer Hämophilie A zugelassen.
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