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Harnleitersklerose – Ursachen, Symptome und Therapie

Harnleitersklerose bezeichnet eine krankhafte Verhärtung und Vernarbung der Harnleiterwand, die den Urinabfluss behindern kann. Sie zählt zu den seltenen urologischen Erkrankungen.

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Wissenswertes über "Harnleitersklerose"

Harnleitersklerose bezeichnet eine krankhafte Verhärtung und Vernarbung der Harnleiterwand, die den Urinabfluss behindern kann. Sie zählt zu den seltenen urologischen Erkrankungen.

Was ist Harnleitersklerose?

Die Harnleitersklerose ist eine krankhafte Veränderung des Harnleiters (lateinisch: Ureter), bei der es zu einer fortschreitenden Verhärtung, Verdickung und Vernarbung der Harnleiterwand kommt. Der Harnleiter ist ein paariger Muskelschlauch, der den Urin von den Nieren zur Harnblase transportiert. Durch die sklerotischen Veränderungen kann der Harnleiter seine normale Funktion nicht mehr vollständig erfüllen, was zu einer Behinderung oder Unterbrechung des Urinabflusses führt.

Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann der Rückstau von Urin zu einer Schädigung der Nieren führen, bekannt als Hydronephrose (Aufweitung des Nierenbeckens) oder im Verlauf als Niereninsuffizienz.

Ursachen

Die Harnleitersklerose kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Chronische Entzündungen: Wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder spezifische Infektionen wie Tuberkulose können zu Vernarbungen der Harnleiterwand führen.
  • Vorangegangene operative Eingriffe: Operationen im Becken- oder Retroperitonealraum sowie urologische Eingriffe (z.B. Ureteroskopie) können Narbengewebe hinterlassen.
  • Strahlentherapie: Eine Bestrahlung im Beckenbereich, etwa bei der Behandlung von Prostata-, Gebärmutterhals- oder Darmkrebs, kann zur Fibrosierung und Sklerosierung des Harnleiters führen.
  • Retroperitoneale Fibrose (Morbus Ormond): Eine seltene Erkrankung, bei der sich Bindegewebe im Retroperitoneum bildet und den Harnleiter von außen einengt.
  • Nierensteine: Langfristiger Druck durch Harnsteine oder Verletzungen durch deren Passage können zu lokalen Vernarbungen führen.
  • Angeborene Fehlbildungen: In seltenen Fällen können strukturelle Anomalien des Harnleiters eine Grundlage für sklerotische Veränderungen bilden.
  • Autoimmunerkrankungen: Bestimmte systemische Bindegewebserkrankungen können ebenfalls den Harnleiter betreffen.

Symptome

Die Beschwerden bei Harnleitersklerose hängen vom Ausmaß und der Lokalisation der Verengung ab. Häufige Symptome sind:

  • Flankenschmerzen oder Rückenschmerzen auf der betroffenen Seite
  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
  • Verminderte Urinmenge oder Veränderungen beim Wasserlassen
  • Übelkeit und allgemeines Krankheitsgefühl bei Rückstau
  • In fortgeschrittenen Fällen Zeichen einer Niereninsuffizienz (Müdigkeit, Wassereinlagerungen, erhöhte Nierenwerte im Blut)

In frühen Stadien kann die Erkrankung symptomlos verlaufen und wird häufig zufällig bei Bildgebungsuntersuchungen entdeckt.

Diagnose

Zur Diagnose der Harnleitersklerose stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:

  • Ultraschall: Erste Basisuntersuchung, um einen Harnstau in Niere und Harnleiter festzustellen.
  • Computertomographie (CT) mit Kontrastmittel: Ermöglicht eine genaue Darstellung der Lokalisation und Ausdehnung der Verengung sowie möglicher Ursachen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Ergänzende Bildgebung, besonders bei Verdacht auf retroperitoneale Fibrose oder Tumorerkrankungen.
  • Ureteropyelographie: Röntgendarstellung des Harnleiters nach Injektion eines Kontrastmittels, um den genauen Ort der Einengung zu lokalisieren.
  • Ureteroskopie: Direkte Spiegelung des Harnleiters mit einem dünnen Endoskop; ermöglicht gleichzeitig eine Gewebeprobe (Biopsie) zur histologischen Untersuchung.
  • Laboruntersuchungen: Blut- und Urinwerte zur Beurteilung der Nierenfunktion und zum Nachweis von Entzündungen oder Infektionen.

Behandlung

Die Therapie der Harnleitersklerose richtet sich nach der Ursache, der Lage und dem Schweregrad der Verengung sowie nach dem Allgemeinzustand des Patienten.

Konservative Maßnahmen

Bei leichten Verengungen oder als Überbrückungsmaßnahme kann ein Ureterstent (ein dünner Kunststoffschlauch) eingelegt werden, um den Urinabfluss sicherzustellen. Dieses Stent wird regelmäßig gewechselt.

Operative Behandlung

  • Endoskopische Harnleiterschlitzung (Ureterotomie): Die Verengung wird durch ein Endoskop mittels Laser oder Messer aufgeschnitten.
  • Harnleiterresektion und Reanastomose: Der vernarbte Abschnitt des Harnleiters wird chirurgisch entfernt und die Enden wieder verbunden.
  • Harnleiterersatz (Ureterplastik): Bei längeren Defekten kann der Harnleiter durch Dünndarm (Ileuminterposition) oder andere Techniken ersetzt werden.
  • Nephrostomie: Bei akutem Harnstau wird als Notfallmaßnahme eine Drainage direkt durch die Haut in das Nierenbecken gelegt.

Behandlung der Grunderkrankung

Liegt eine retroperitoneale Fibrose oder eine Autoimmunerkrankung zugrunde, kann eine Behandlung mit Kortikosteroiden oder anderen immunsuppressiven Medikamenten erforderlich sein.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der Harnleitersklerose ist von der zugrunde liegenden Ursache und dem Zeitpunkt der Diagnose abhängig. Bei frühzeitiger Behandlung kann die Nierenfunktion in vielen Fällen erhalten oder verbessert werden. Unbehandelt besteht das Risiko eines dauerhaften Nierenverlustes. Regelmäßige urologische und nephrologische Kontrollen sind nach der Behandlung unerlässlich.

Quellen

  1. Hautmann, R. und Gschwend, J.E. (Hrsg.): Urologie. 5. Auflage. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg, 2014.
  2. Wein, A.J. et al.: Campbell-Walsh Urology. 11th Edition. Elsevier Saunders, Philadelphia, 2016.
  3. Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU): Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Harnleitererkrankungen. Verfügbar unter: https://www.urologenportal.de

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