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Harnstoff ist ein körpereigener Stoff, der beim Eiweißabbau entsteht und über die Nieren ausgeschieden wird. Er dient als wichtiger Laborwert für die Nierenfunktion.
Harnstoff ist ein körpereigener Stoff, der beim Eiweißabbau entsteht und über die Nieren ausgeschieden wird. Er dient als wichtiger Laborwert für die Nierenfunktion.
Harnstoff (chemische Bezeichnung: Carbamid, Summenformel: CH&sub4;N&sub2;O) ist eine stickstoffhaltige organische Verbindung, die im menschlichen Körper als Endprodukt des Eiweiß- bzw. Aminosäurestoffwechsels gebildet wird. Er entsteht hauptsächlich in der Leber im sogenannten Harnstoffzyklus (auch Ornithinzyklus genannt) und wird anschließend über das Blut zu den Nieren transportiert, wo er mit dem Urin ausgeschieden wird.
Harnstoff ist die wichtigste Form, in der der Körper überschüssigen Stickstoff sicher entsorgt. Der Begriff "Harnstoff" leitet sich davon ab, dass dieser Stoff in großen Mengen im Urin vorkommt.
Beim Abbau von Proteinen (Eiweißen) entstehen Aminosäuren, die weiter zu Ammoniak (NH&sub3;) abgebaut werden. Da Ammoniak für den Körper toxisch ist, wird er in der Leber durch den Harnstoffzyklus in den deutlich weniger giftigen Harnstoff umgewandelt. Dieser Prozess läuft in mehreren enzymatischen Schritten ab und ist für die Entgiftung des Körpers essenziell.
Die Bestimmung des Harnstoffspiegels im Blut ist ein wichtiger Bestandteil der Labordiagnostik, insbesondere zur Beurteilung der Nierenfunktion und des Proteinstoffwechsels.
Die Referenzbereiche können je nach Labor leicht variieren. Typische Normwerte im Blutserum für Erwachsene liegen bei:
Ein erhöhter Harnstoffwert im Blut kann auf verschiedene Ursachen hinweisen:
Zu niedrige Harnstoffwerte kommen seltener vor und können hinweisen auf:
Neben seiner Bedeutung als Laborparameter wird Harnstoff auch therapeutisch eingesetzt:
In der Hautpflege und Dermatologie wird synthetischer Harnstoff (Urea) in Konzentrationen von 5 % bis 40 % in Cremes, Lotionen und Salben verwendet. Er wirkt:
Angewendet wird harnstoffhaltige Pflege zum Beispiel bei sehr trockener Haut, Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis (atopische Dermatitis), Ichthyose und verdickten Fußnägeln.
Der Harnstoff-Atemtest (UBT, Urea Breath Test) ist ein nicht-invasives Verfahren zur Diagnose einer Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori. Der Patient trinkt eine Lösung mit markiertem Harnstoff (C-13-Harnstoff). Ist Helicobacter pylori vorhanden, spaltet das Bakterium den Harnstoff, und das freigesetzte markierte CO&sub2; kann in der Ausatemluft nachgewiesen werden.
Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, die keine ausreichende Eigenausscheidung mehr haben, reichert sich Harnstoff gefährlich im Blut an. Die Dialyse (Nierenersatztherapie) übernimmt dann künstlich die Aufgabe der Nieren und entfernt Harnstoff und andere Stoffwechselprodukte aus dem Blut. Der Kt/V-Wert ist dabei ein maßgeblicher Parameter zur Beurteilung der Dialyseeffizienz und basiert auf der Harnstoffelimination.
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