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Die Harnstoffkonzentration im Blut ist ein wichtiger Laborwert zur Beurteilung der Nierenfunktion und des Eiweißstoffwechsels. Erhöhte Werte können auf Nierenerkrankungen oder eine proteinreiche Ernährung hinweisen.
Die Harnstoffkonzentration im Blut ist ein wichtiger Laborwert zur Beurteilung der Nierenfunktion und des Eiweißstoffwechsels. Erhöhte Werte können auf Nierenerkrankungen oder eine proteinreiche Ernährung hinweisen.
Die Harnstoffkonzentration bezeichnet die Menge an Harnstoff (chemisch: CO(NH2)2), die im Blut oder Urin messbar ist. Harnstoff ist das wichtigste Abbauprodukt von Proteinen (Eiweißen) im menschlichen Körper. Er entsteht in der Leber, wenn Aminosäuren – die Bausteine der Proteine – abgebaut werden. Anschließend wird Harnstoff über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Die Messung der Harnstoffkonzentration im Blut gibt daher wichtige Hinweise auf die Funktion der Nieren sowie auf den Eiweißstoffwechsel des Körpers.
Harnstoff wird im sogenannten Harnstoffzyklus (Ornithin-Zyklus) in der Leber gebildet. Dabei wird der beim Eiweißabbau freigesetzte Ammoniak, der für den Körper giftig ist, in den harmlosen, wasserlöslichen Harnstoff umgewandelt. Dieser gelangt über das Blut zu den Nieren, wo er gefiltert und mit dem Urin ausgeschieden wird. Ein gesunder Erwachsener scheidet täglich etwa 20 bis 35 Gramm Harnstoff aus.
Die Referenzwerte für die Harnstoffkonzentration im Blutserum können je nach Labor leicht variieren. Allgemein gelten folgende Richtwerte:
Im Urin ist die Harnstoffkonzentration wesentlich höher und liegt im 24-Stunden-Sammelurin typischerweise bei 20 – 35 g pro Tag.
Ein erhöhter Harnstoffspiegel im Blut, auch als Azotämie oder Hyperazotämie bezeichnet, kann verschiedene Ursachen haben:
Zu niedrige Harnstoffwerte im Blut kommen seltener vor, können aber ebenfalls klinisch relevant sein:
Die Harnstoffkonzentration wird mittels einer einfachen Blutabnahme bestimmt. Das Blutserum oder Blutplasma wird im Labor enzymatisch analysiert. Häufig wird der Wert zusammen mit dem Kreatinin gemessen, einem weiteren wichtigen Nierenwert. Der Quotient aus Harnstoff-Stickstoff (BUN, Blood Urea Nitrogen) und Kreatinin kann helfen, die Ursache einer Azotämie (vornierig, nierig oder nachnierig) einzugrenzen.
Zusätzlich kann die Harnstoffkonzentration im Urin (24-Stunden-Sammelurin) gemessen werden, um die Ausscheidungsleistung der Nieren genauer zu beurteilen oder den Proteinstoffwechsel zu überwachen.
Die Harnstoffkonzentration ist ein unverzichtbarer Parameter in der Diagnostik von Nierenerkrankungen. Bei dauerhaft erhöhten Werten wird eine weiterführende Abklärung empfohlen, die Ultraschalluntersuchungen der Nieren, eine Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) sowie gegebenenfalls eine Nierenbiopsie umfassen kann.
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
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