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Der Harnstoffzyklus ist ein biochemischer Stoffwechselweg in der Leber, der giftige Ammoniak-Verbindungen in Harnstoff umwandelt und so die Ausscheidung über den Urin ermöglicht.
Der Harnstoffzyklus ist ein biochemischer Stoffwechselweg in der Leber, der giftige Ammoniak-Verbindungen in Harnstoff umwandelt und so die Ausscheidung über den Urin ermöglicht.
Der Harnstoffzyklus (auch Ornithinzyklus genannt) ist ein lebenswichtiger biochemischer Stoffwechselweg, der überwiegend in der Leber abläuft. Er dient der Entgiftung des Körpers, indem toxisches Ammoniak (NH₃), das beim Abbau von Proteinen und Aminosäuren entsteht, in den weitgehend harmlosen und wasserlöslichen Harnstoff (Urea) umgewandelt wird. Harnstoff wird anschließend über den Blutkreislauf zur Niere transportiert und mit dem Urin ausgeschieden.
Der Zyklus wurde erstmals 1932 von den Biochemikern Hans Adolf Krebs und Kurt Henseleit beschrieben und ist damit einer der ersten entdeckten Stoffwechselzyklen des menschlichen Körpers.
Der Harnstoffzyklus umfasst eine Abfolge von fünf enzymatischen Reaktionsschritten, die teils in den Mitochondrien und teils im Zytoplasma der Leberzellen (Hepatozyten) stattfinden.
In den Mitochondrien der Leberzellen wird Ammoniak mit Kohlendioxid (CO₂) und Adenosintriphosphat (ATP) durch das Enzym Carbamoylphosphat-Synthetase I zu Carbamoylphosphat umgewandelt. Dies ist der erste und geschwindigkeitsbestimmende Schritt des Zyklus.
Carbamoylphosphat reagiert mit der Aminosäure Ornithin unter Katalyse der Ornithin-Transcarbamylase zu Citrullin. Citrullin wird daraufhin aus den Mitochondrien in das Zytoplasma transportiert.
Im Zytoplasma verbindet sich Citrullin mit Aspartat (einer weiteren Aminosäure) mithilfe des Enzyms Argininosuccinat-Synthetase zu Argininosuccinat. Dieser Schritt liefert die zweite Stickstoffgruppe, die letztendlich in den Harnstoff eingebaut wird.
Argininosuccinat wird durch die Argininosuccinat-Lyase in Arginin und Fumarat gespalten. Das Fumarat fließt in den Citratzyklus ein und verknüpft so den Harnstoffzyklus mit dem allgemeinen Energiestoffwechsel.
Das Enzym Arginase spaltet Arginin in Harnstoff und Ornithin. Das regenerierte Ornithin wird zurück in die Mitochondrien transportiert, wo es für einen neuen Zyklus zur Verfügung steht. Der freigesetzte Harnstoff wird ins Blut abgegeben und über die Nieren ausgeschieden.
Der Harnstoffzyklus ist essenziell für die Entgiftung des Körpers. Störungen in diesem Stoffwechselweg können lebensbedrohliche Folgen haben.
Harnstoffzyklusdefekte (englisch: Urea Cycle Disorders, UCD) sind seltene, meist autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankungen, bei denen eines der am Zyklus beteiligten Enzyme fehlt oder in seiner Funktion eingeschränkt ist. Dies führt zu einer Anreicherung von Ammoniak im Blut (Hyperammonämie), die das Gehirn schwer schädigen kann.
Die Symptome einer Hyperammonämie können je nach Schweregrad variieren und umfassen:
Da der Harnstoffzyklus fast ausschließlich in der Leber stattfindet, können schwere Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose, Leberversagen) die Kapazität des Zyklus erheblich einschränken und ebenfalls zu einer gefährlichen Hyperammonämie führen.
Die Diagnose von Harnstoffzyklusdefekten erfolgt durch:
Die Behandlung von Harnstoffzyklusdefekten zielt darauf ab, die Ammoniakkonzentration im Blut zu senken und weitere Schäden zu verhindern:
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