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Die Haworth-Projektion ist eine chemische Darstellungsweise für zyklische Zuckermoleküle. Sie zeigt die räumliche Struktur von Kohlenhydraten wie Glucose als vereinfachten Ring.
Die Haworth-Projektion ist eine chemische Darstellungsweise für zyklische Zuckermoleküle. Sie zeigt die räumliche Struktur von Kohlenhydraten wie Glucose als vereinfachten Ring.
Die Haworth-Projektion ist eine zweidimensionale Darstellungsform für zyklische (ringförmige) Moleküle, insbesondere für Kohlenhydrate wie Glucose, Fructose oder Galactose. Sie wurde nach dem britischen Chemiker Sir Walter Norman Haworth benannt, der 1937 den Nobelpreis für Chemie erhielt. Die Projektion veranschaulicht die ringförmige Struktur von Zuckern auf eine gut verständliche Weise und ermöglicht es, die räumliche Anordnung der Atome und Substituenten darzustellen.
Bevor die Haworth-Projektion eingeführt wurde, wurden Zuckermoleküle häufig in der sogenannten Fischer-Projektion als offenkettige Strukturen dargestellt. Walter Haworth erkannte jedoch, dass Monosaccharide in wässriger Lösung überwiegend in einer zyklischen Ringform vorliegen. Er entwickelte daher eine neue Darstellungsform, die diese Ringstruktur anschaulich abbildet und gleichzeitig Informationen über die stereochemische Konfiguration der einzelnen Kohlenstoffatome liefert.
In der Haworth-Projektion wird der Zuckerring als flache, horizontale Fläche gezeichnet, die dem Betrachter leicht zugewandt ist. Die wichtigsten Darstellungsregeln sind:
Ein besonders wichtiges Merkmal der Haworth-Projektion ist die Darstellung des anomeren Kohlenstoffatoms (C-1 bei Aldosen, C-2 bei Ketosen). Beim Ringschluss eines Zuckers entsteht ein neues Stereozentrum, das zu zwei verschiedenen Ringformen führt:
Diese Unterscheidung ist biochemisch bedeutsam: So besteht zum Beispiel Stärke hauptsächlich aus α-Glucose-Einheiten, während Cellulose aus β-Glucose-Einheiten aufgebaut ist. Der menschliche Organismus kann Cellulose nicht abbauen, da ihm das Enzym fehlt, das die β-glykosidische Bindung spaltet.
Die Haworth-Projektion hat eine große Bedeutung in der Biochemie, der organischen Chemie und den Ernährungswissenschaften. Sie wird eingesetzt, um:
In der Medizin ist das Verständnis der Kohlenhydratstruktur relevant für Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Galaktosämie oder Glykogenspeicherkrankheiten, bei denen der Stoffwechsel von Zuckern gestört ist.
Neben der Haworth-Projektion gibt es weitere gängige Darstellungsformen für Zuckermoleküle:
Die Haworth-Projektion stellt somit eine wichtige Zwischenstufe dar: Sie ist anschaulicher als die Fischer-Projektion und einfacher zu zeichnen als die Sesselkonformation.
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