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HE4 (Human Epididymis Protein 4) ist ein Biomarker im Blut, der zur Früherkennung und Verlaufskontrolle von Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) eingesetzt wird.
HE4 (Human Epididymis Protein 4) ist ein Biomarker im Blut, der zur Früherkennung und Verlaufskontrolle von Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) eingesetzt wird.
HE4 steht für Human Epididymis Protein 4 (Humanes Epididymisprotein 4) und ist ein Glykoprotein, das ursprünglich im Gewebe des Nebenhodens (Epididymis) entdeckt wurde. Es wird jedoch auch von bestimmten Tumorzellen übermäßig produziert, insbesondere von Zellen des Ovarialkarzinoms (Eierstockkrebs). In der modernen Labordiagnostik wird HE4 als Tumormarker im Blutserum gemessen, um Eierstockkrebs frühzeitig zu erkennen, seinen Verlauf zu beobachten und das Risiko bösartiger Erkrankungen einzuschätzen.
HE4 gehört zur Familie der WFDC-Proteine (Whey Acidic Protein Four-Disulfide Core). Seine genaue physiologische Funktion ist noch nicht vollständig geklärt, es wird jedoch vermutet, dass es eine Rolle bei der Immunabwehr und beim Schutz von Geweben spielt. Bei gesunden Frauen ist HE4 im Blut nur in sehr geringen Konzentrationen nachweisbar. Erhöhte Werte können auf eine bösartige Erkrankung hinweisen.
HE4 wird in der Gynäkologie und Onkologie für verschiedene diagnostische Zwecke eingesetzt:
Die Bestimmung von HE4 erfolgt aus einer einfachen Blutprobe (Serumprobe). Das Blut wird in einem Labor mittels eines immunologischen Testverfahrens (z.B. ELISA oder Elektrochemilumineszenz-Immunoassay) analysiert. Das Ergebnis wird in der Einheit pmol/l (Pikomol pro Liter) angegeben.
Die Referenzwerte können je nach Labor und Testmethode leicht variieren. Als allgemeiner Richtwert gilt:
Werte über diesen Grenzwerten können, müssen aber nicht zwingend, auf ein Ovarialkarzinom hinweisen und bedürfen weiterer diagnostischer Abklärung.
Ein erhöhter HE4-Spiegel ist nicht ausschließlich auf Eierstockkrebs zurückzuführen. Auch andere Faktoren und Erkrankungen können den Wert erhöhen:
Daher ist HE4 immer im klinischen Gesamtkontext und in Kombination mit weiteren diagnostischen Verfahren (z.B. Ultraschall, CA-125, Biopsie) zu bewerten.
Ein wesentlicher Vorteil von HE4 gegenüber dem herkömmlichen Marker CA-125 ist seine höhere Spezifität: HE4 ist bei gutartigen Erkrankungen wie Endometriose oder Myomen seltener falsch-positiv erhöht, was die Aussagekraft des Tests verbessert. Dennoch ist kein einzelner Marker ausreichend, um Eierstockkrebs sicher zu diagnostizieren oder auszuschließen.
Ein erhöhter HE4-Wert allein ist kein Beweis für eine Krebserkrankung. Wenn jedoch der HE4-Wert erhöht ist oder im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung auffällige Befunde festgestellt werden, sollte umgehend ein Frauenarzt oder Onkologe aufgesucht werden. Symptome, die zusammen mit einem erhöhten HE4-Wert ernst genommen werden sollten, umfassen:
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