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Das Heerfordt-Syndrom ist eine seltene Manifestation der Sarkoidose mit Parotisschwellung, Uveitis, Fazialisparese und Fieber.
Das Heerfordt-Syndrom ist eine seltene Manifestation der Sarkoidose mit Parotisschwellung, Uveitis, Fazialisparese und Fieber.
Das Heerfordt-Syndrom – auch als Febris uveoparotidea bezeichnet – ist eine seltene, aber charakteristische Verlaufsform der Sarkoidose, einer systemischen Erkrankung, bei der sich entzündliche Knötchen (sogenannte Granulome) in verschiedenen Organen bilden. Das Syndrom wurde erstmals 1909 vom dänischen Augenarzt Christian Frederick Heerfordt beschrieben. Es betrifft vor allem junge Erwachsene und tritt häufiger bei Frauen auf.
Das Heerfordt-Syndrom ist eine spezifische Manifestation der Sarkoidose. Die genaue Ursache der Sarkoidose ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine überschießende Immunreaktion auf bestimmte Auslöser – möglicherweise Bakterien, Viren oder Umweltfaktoren – bei genetisch prädisponierten Personen zur Bildung von nicht-verkäsenden Granulomen führt. Diese Granulome können sich in den Speicheldrüsen, den Augen, dem Nervensystem und anderen Organen ablagern.
Das klassische Heerfordt-Syndrom ist durch vier Leitsymptome gekennzeichnet, die zusammen die sogenannte Heerfordt-Tetrade bilden:
Nicht alle vier Symptome müssen gleichzeitig vorliegen. Weitere mögliche Begleiterscheinungen sind Schwellung anderer Speicheldrüsen, Müdigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl sowie neurologische Ausfälle im Rahmen einer Neurosarkoidose.
Die Diagnose des Heerfordt-Syndroms erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Labordiagnostik und bildgebenden Verfahren:
Die Behandlung des Heerfordt-Syndroms richtet sich nach der Schwere der Symptome und dem Ausmaß der Organbeteiligung. Eine kausale Therapie der Sarkoidose existiert nicht; die Behandlung ist daher symptomatisch und entzündungshemmend.
Kortikosteroide (z. B. Prednison oder Prednisolon) sind die Standardtherapie und wirken entzündungshemmend, indem sie die überschießende Immunreaktion dämpfen. Sie werden systemisch (als Tabletten oder Infusion) verabreicht und können die Parotisschwellung, die Uveitis sowie die Fazialisparese deutlich verbessern. Die Behandlungsdauer beträgt meist mehrere Monate.
Bei der Uveitis werden zusätzlich lokale kortikosteroidhaltige Augentropfen sowie pupillenerweiternde Mittel (Mydriatika) eingesetzt, um Verklebungen der Iris (hintere Synechien) zu verhindern.
Bei schweren oder kortisonrefraktären Verläufen können Immunsuppressiva wie Methotrexat, Azathioprin oder Hydroxychloroquin eingesetzt werden.
Das Heerfordt-Syndrom hat in vielen Fällen eine gute Prognose. Unter adäquater Therapie bilden sich die Symptome häufig vollständig zurück. Die Fazialisparese ist in den meisten Fällen reversibel. Regelmäßige ophthalmologische Kontrollen sind wichtig, um Komplikationen der Uveitis wie Grauem Star (Katarakt) oder erhöhtem Augeninnendruck (Glaukom) frühzeitig zu erkennen.
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