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Herzmuskelinsuffizienz – Ursachen, Symptome & Therapie

Die Herzmuskelinsuffizienz ist eine Erkrankung, bei der der Herzmuskel nicht mehr ausreichend Blut pumpen kann. Sie führt zu Erschöpfung, Atemnot und Flüssigkeitsansammlungen im Körper.

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Wissenswertes über "Herzmuskelinsuffizienz"

Die Herzmuskelinsuffizienz ist eine Erkrankung, bei der der Herzmuskel nicht mehr ausreichend Blut pumpen kann. Sie führt zu Erschöpfung, Atemnot und Flüssigkeitsansammlungen im Körper.

Was ist eine Herzmuskelinsuffizienz?

Die Herzmuskelinsuffizienz, auch als Herzmuskelschwäche oder Herzinsuffizienz bezeichnet, ist eine ernste Herzerkrankung, bei der der Herzmuskel (Myokard) nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Das Herz verliert dabei seine Pumpkraft, sodass Organe und Gewebe nicht mehr optimal durchblutet werden. Die Erkrankung kann schleichend entstehen oder sich akut entwickeln und betrifft weltweit Millionen von Menschen.

Ursachen

Eine Herzmuskelinsuffizienz kann durch verschiedene Erkrankungen und Faktoren ausgelöst werden:

  • Koronare Herzkrankheit (KHK): Verengung der Herzkranzgefäße, die zu einem Herzinfarkt führen kann und den Herzmuskel dauerhaft schädigt.
  • Bluthochdruck (Hypertonie): Langfristig erhöhter Blutdruck belastet den Herzmuskel und führt zu seiner Verdickung und Schwächung.
  • Kardiomyopathie: Erkrankungen des Herzmuskels selbst, z. B. die dilatative oder hypertrophe Kardiomyopathie.
  • Herzklappenfehler: Fehlfunktionen der Herzklappen, die zu einer Überlastung des Herzmuskels führen.
  • Herzrhythmusstörungen: Anhaltende Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern können die Pumpleistung dauerhaft beeinträchtigen.
  • Entzündungen: Eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung), z. B. nach Virusinfektionen, kann den Herzmuskel schädigen.
  • Weitere Faktoren: Diabetes mellitus, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Chemotherapie oder angeborene Herzfehler.

Symptome

Die Symptome einer Herzmuskelinsuffizienz hängen vom Schweregrad und der betroffenen Herzseite ab. Typische Beschwerden sind:

  • Atemnot (Dyspnoe): Zunächst nur bei Belastung, später auch in Ruhe oder im Liegen (Orthopnoe).
  • Müdigkeit und Erschöpfung: Bereits geringe körperliche Anstrengung führt zu starker Ermüdung.
  • Wassereinlagerungen (Ödeme): Geschwollene Beine, Knöchel oder der Bauchraum (Aszites).
  • Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag.
  • Gewichtszunahme durch Flüssigkeitsretention.
  • Husten und Rasseln: Bei Stauung in der Lunge (Linksherzinsuffizienz).
  • Blässe oder Zyanose (Blauverfärbung der Lippen oder Fingernägel).

Diagnose

Die Diagnose einer Herzmuskelinsuffizienz erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und verschiedenen diagnostischen Verfahren:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Befragung zu Symptomen, Risikofaktoren und Abhören des Herzens und der Lunge.
  • EKG (Elektrokardiogramm): Erfassung von Herzrhythmusstörungen und Hinweisen auf einen abgelaufenen Herzinfarkt.
  • Echokardiographie: Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Beurteilung der Pumpfunktion (Ejektionsfraktion) und der Herzstruktur.
  • Blutuntersuchungen: Messung von BNP oder NT-proBNP (Biomarker für Herzinsuffizienz) sowie Nieren- und Leberwerte.
  • Röntgen-Thorax: Beurteilung von Herzgröße und Lungenstauung.
  • MRT des Herzens: Detaillierte Darstellung des Herzmuskels und möglicher Narben oder Entzündungen.
  • Herzkatheteruntersuchung: Beurteilung der Herzkranzgefäße bei Verdacht auf KHK.

Behandlung

Die Behandlung der Herzmuskelinsuffizienz ist multimodal und zielt darauf ab, Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität zu verbessern.

Medikamentöse Therapie

  • ACE-Hemmer oder AT1-Blocker (Sartane): Entlasten das Herz und verbessern die Prognose.
  • Betablocker: Verlangsamen den Herzschlag und schützen den Herzmuskel.
  • Diuretika (Entwässerungsmittel): Reduzieren Wassereinlagerungen und entlasten das Herz.
  • Aldosteronantagonisten: Verbessern die Prognose bei schwerer Herzinsuffizienz.
  • SGLT2-Inhibitoren: Neuere Medikamente, die nachweislich Krankenhausaufnahmen und die Sterblichkeit reduzieren.
  • Digitalis: Kann bei bestimmten Patienten die Herzleistung verbessern.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

  • Salzarme Ernährung und Flüssigkeitskontrolle.
  • Regelmäßige, angepasste körperliche Aktivität (kardiale Rehabilitation).
  • Gewichtskontrolle und Rauchstopp.
  • Alkoholverzicht oder starke Einschränkung des Alkoholkonsums.

Interventionelle und chirurgische Therapie

  • Implantation eines ICD (implantierbarer Kardioverter-Defibrillator) bei erhöhtem Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen.
  • CRT (kardiale Resynchronisationstherapie) bei gestörter Erregungsleitung im Herz.
  • Herztransplantation bei therapieresistenter schwerer Herzinsuffizienz.
  • Mechanische Kreislaufunterstützung (z. B. LVAD – linksventrikuläres Unterstützungssystem) als Überbrückung oder dauerhafte Therapie.

Verlauf und Prognose

Die Herzmuskelinsuffizienz ist eine chronische Erkrankung, die in der Regel nicht vollständig heilbar ist. Mit einer konsequenten Therapie lässt sich der Verlauf jedoch deutlich verlangsamen und die Lebensqualität erheblich verbessern. Regelmäßige kardiologische Kontrollen sind essenziell, um Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen und die Behandlung anzupassen.

Quellen

  1. McDonagh T.A. et al. - 2021 ESC Guidelines for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure. European Heart Journal, 2021.
  2. Ponikowski P. et al. - 2016 ESC Guidelines for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure. European Heart Journal, 2016.
  3. Deutsche Herzstiftung - Herzinsuffizienz: Ursachen, Symptome und Behandlung. www.herzstiftung.de, 2023.

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