Hiatusgleithernie: Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Hiatusgleithernie ist eine häufige Erkrankung, bei der der Magen teilweise durch den Zwerchfellschlitz in den Brustraum gleitet. Sie kann Sodbrennen und Säurereflux verursachen.
Wissenswertes über "Hiatusgleithernie"
Die Hiatusgleithernie ist eine häufige Erkrankung, bei der der Magen teilweise durch den Zwerchfellschlitz in den Brustraum gleitet. Sie kann Sodbrennen und Säurere-flux verursachen.
Was ist eine Hiatusgleithernie?
Eine Hiatusgleithernie (auch Gleithernie genannt) ist die häufigste Form der Zwerchfellhernie. Dabei gleitet der obere Teil des Magens durch den sogenannten Hiatus oesophageus – die Öffnung im Zwerchfell, durch die die Speiseröhre verläuft – in den Brustraum. Im Gegensatz zu anderen Hernienformen ist diese Verlagerung meist reversibel, das heißt, der Magen kann wieder zurückgleiten.
Hiatusgleithernie treten sehr häufig auf und betreffen schätzungsweise bis zu 50 Prozent der Menschen über 50 Jahre. Viele Betroffene haben keine oder nur geringe Beschwerden.
Ursachen
Die Entstehung einer Hiatusgleithernie hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen:
- Altersbedingter Bindegewebsverlust: Mit zunehmendem Alter verliert das Bindegewebe an Elastizität, was die Zwerchfellöffnung weiten kann.
- Übergewicht und Adipositas: Erhöhter Druck im Bauchraum begünstigt das Gleiten des Magens nach oben.
- Schwangerschaft: Der wachsende Uterus erhöht den intraabdominalen Druck.
- Chronisch erhöhter Bauchdruck: z. B. durch chronischen Husten, Verstopfung oder schweres Heben.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung ist bekannt.
Symptome
Viele Betroffene sind beschwerdefrei. Wenn Symptome auftreten, sind diese häufig auf einen gastroösophagealen Reflux (Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre) zurückzuführen:
- Sodbrennen, besonders nach dem Essen oder im Liegen
- Saures Aufstoßen
- Schluckbeschwerden (Dysphagie)
- Brustschmerzen oder Drückgefühl hinter dem Brustbein
- Chronischer Husten oder Heiserkeit (durch Reizung der Atemwege durch Magensaft)
- Selten: Blutungen durch Schleimhautverletzungen
Diagnose
Die Diagnose einer Hiatusgleithernie erfolgt durch verschiedene Untersuchungen:
- Gastroösophagoskopie (Magenspiegelung): Die häufigste Methode zur direkten Beurteilung von Speiseröhre und Mageneingang.
- Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Bariumschluck): Stellt die Verlagerung des Magens bildgebend dar.
- pH-Metrie und Impedanzmessung: Messung des Säurere-fluxes in der Speiseröhre über 24 Stunden.
- Ösophagusmanometrie: Messung des Drucks im unteren Speiseröhrenschließmuskel.
Behandlung
Konservative Maßnahmen
Bei leichten bis moderaten Beschwerden stehen zunächst nicht-operative Maßnahmen im Vordergrund:
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Kleine, häufige Mahlzeiten statt großer Portionen
- Verzicht auf fettreiche, scharfe oder säurehaltiger Speisen
- Kein Essen kurz vor dem Schlafengehen
- Oberkörperhochlagerung beim Schlafen
- Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Koffein
Medikamentöse Therapie
Zur Linderung der Refluxbeschwerden werden eingesetzt:
- Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol oder Pantoprazol: Sie reduzieren die Säureproduktion im Magen und sind die Therapie der ersten Wahl.
- H2-Blocker (z. B. Famotidin): Alternative bei milder Symptomatik.
- Antazida: Kurzfristige Neutralisation von Magensaft bei akutem Sodbrennen.
Operative Therapie
Bei schweren, therapieresistenten Beschwerden oder Komplikationen (z. B. Blutungen, Engstellung) ist ein operativer Eingriff möglich:
- Laparoskopische Fundoplikatio (z. B. nach Nissen): Der Mageneingang wird durch Umschlingen des unteren Speiseröhrenendes mit dem Magengewebe verstärkt. Dieser Eingriff ist minimalinvasiv und hat eine hohe Erfolgsrate.
- Hiatusplastik: Verkleinerung des Zwerchfellschlitzes durch Nähte oder ein Netz.
Quellen
- Koop, H. et al. (2014): S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit. Zeitschrift für Gastroenterologie, 52(11), 1299–1346. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).
- Stefanidis, D. et al. (2010): SAGES guidelines for surgical treatment of gastroesophageal reflux disease. Surgical Endoscopy, 24(11), 2647–2669.
- Herold, G. et al. (2023): Innere Medizin. Eigenverlag Gerd Herold, Köln.
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