High Intensity Training – Wirkung, Methoden & Tipps
High Intensity Training (HIT) ist eine Trainingsmethode mit kurzen, hochintensiven Belastungsphasen. Sie fördert Kraft, Ausdauer und Stoffwechsel in minimaler Zeit.
Wissenswertes über "High Intensity Training"
High Intensity Training (HIT) ist eine Trainingsmethode mit kurzen, hochintensiven Belastungsphasen. Sie fördert Kraft, Ausdauer und Stoffwechsel in minimaler Zeit.
Was ist High Intensity Training?
High Intensity Training (HIT) bezeichnet eine Trainingsform, bei der körperliche Übungen mit maximaler oder nahezu maximaler Intensität über kurze Zeiträume ausgeführt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichem Ausdauertraining mit gleichmäßigem Tempo setzt HIT auf intensive Belastungsphasen, gefolgt von kurzen Erholungspausen. Diese Methode gilt als besonders zeiteffizient und ist sowohl im Breiten- als auch im Leistungssport weit verbreitet.
Formen des High Intensity Trainings
High Intensity Training umfasst verschiedene Trainingsansätze, die je nach Zielsetzung eingesetzt werden:
- HIIT (High Intensity Interval Training): Wechsel zwischen intensiven Belastungsphasen und aktiven oder passiven Erholungspausen. Typisches Beispiel: 30 Sekunden Sprint, 30 Sekunden Gehen.
- Klassisches HIT (nach Arthur Jones): Krafttraining mit einem einzigen Satz pro Übung bis zur vollständigen Muskelermüdung, langsame Bewegungsausführung, hohe Intensität.
- Tabata-Methode: 20 Sekunden maximale Belastung, 10 Sekunden Pause, 8 Wiederholungen (insgesamt 4 Minuten).
- Sprint Interval Training (SIT): Sehr kurze, explosive Sprints mit längeren Erholungsphasen.
Wirkungsweise und physiologische Effekte
HIT wirkt auf mehreren physiologischen Ebenen gleichzeitig:
- Kardiovaskuläres System: Erhöhung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max), Verbesserung der Herzleistung und Kapillarisierung der Muskulatur.
- Stoffwechsel: Steigerung des Grundumsatzes durch den sogenannten Nachbrenneffekt (EPOC – Excess Post-exercise Oxygen Consumption). Der Körper verbraucht nach dem Training noch Stunden lang erhöhte Mengen an Sauerstoff und Energie.
- Muskulatur: Förderung der Muskelhypertrophie (Muskelwachstum) und Steigerung der Muskelkraft durch intensive Reize.
- Hormonelle Reaktion: Ausschüttung von Wachstumshormon (HGH) und Testosteron als Reaktion auf die hohe Trainingsintensität.
- Insulinsensitivität: Verbesserung der Insulinsensitivität, was besonders für Menschen mit Stoffwechselerkrankungen vorteilhaft ist.
Anwendung und Zielgruppen
HIT eignet sich für verschiedene Zielgruppen und Ziele:
- Gewichtsreduktion: Der hohe Kalorienverbrauch während und nach dem Training macht HIT zu einer effektiven Methode zur Fettverbrennung.
- Kraft- und Muskelaufbau: Besonders das klassische HIT-Krafttraining ist auf maximalen Muskelreiz in minimaler Trainingszeit ausgelegt.
- Ausdauerverbesserung: HIIT verbessert die kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit nachweislich effektiver als moderates Dauerlaufen in vergleichbarer Zeit.
- Rehabilitation und Prävention: In ärztlich begleitetem Umfeld wird HIT auch bei Herzpatienten und Diabetikern eingesetzt.
Trainingsplanung und Empfehlungen
Für einen sicheren und wirksamen Einsatz von HIT sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Einsteiger sollten mit niedrigerer Intensität beginnen und sich schrittweise steigern.
- Zwischen HIT-Einheiten sind ausreichend Regenerationsphasen (mindestens 48 Stunden) einzuplanen.
- Eine gründliche Aufwärmphase vor jeder Einheit ist essenziell zur Verletzungsprävention.
- 2–3 HIT-Einheiten pro Woche gelten als optimal; mehr Einheiten erhöhen das Verletzungsrisiko und können zu Übertraining führen.
- Personen mit Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder anderen chronischen Erkrankungen sollten vor Beginn ärztlichen Rat einholen.
Vorteile und Risiken
Vorteile
- Zeiteffizient: Effektive Trainingseinheiten bereits in 15–30 Minuten möglich.
- Vielseitig: Durchführbar als Kraft-, Ausdauer- oder Kombinationstraining.
- Nachgewiesene Wirksamkeit bei Fettabbau, Muskelaufbau und kardiovaskulärer Fitness.
- Kann ohne Geräte (Bodyweight-Training) durchgeführt werden.
Risiken
- Höheres Verletzungsrisiko bei falscher Ausführung oder Überbelastung.
- Nicht geeignet für Personen mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen ohne ärztliche Freigabe.
- Kann bei unzureichender Erholung zu Übertraining führen.
Quellen
- Gibala, M. J. & McGee, S. L. (2008). Metabolic Adaptations to Short-term High-Intensity Interval Training. Exercise and Sport Sciences Reviews, 36(2), 58–63.
- Weston, K. S., Wisloff, U. & Coombes, J. S. (2014). High-intensity interval training in patients with lifestyle-induced cardiometabolic disease. British Journal of Sports Medicine, 48(16), 1227–1234.
- American College of Sports Medicine (ACSM). ACSM's Guidelines for Exercise Testing and Prescription. 10th Edition. Philadelphia: Wolters Kluwer, 2017.
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