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Hoffa-Syndrom: Ursachen, Symptome & Behandlung

Das Hoffa-Syndrom ist eine Reizung oder Entzündung des Hoffa-Fettkörpers unterhalb der Kniescheibe, die zu Knieschmerzen und Schwellungen führt.

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Wissenswertes über "Hoffa-Syndrom"

Das Hoffa-Syndrom ist eine Reizung oder Entzündung des Hoffa-Fettkörpers unterhalb der Kniescheibe, die zu Knieschmerzen und Schwellungen führt.

Was ist das Hoffa-Syndrom?

Das Hoffa-Syndrom (auch als Hoffa-Krankheit oder infrapatellare Fettpolsterreizung bezeichnet) ist eine entzündliche Erkrankung des sogenannten Hoffa-Fettkörpers (Corpus adiposum infrapatellare). Dabei handelt es sich um ein Fettgewebe-Polster, das sich unterhalb der Kniescheibe (Patella) im Kniegelenk befindet und als natürlicher Stoßdämpfer und Stabilisator dient. Wird dieses Fettpolster gereizt, eingeklemmt oder entzündet, entstehen die typischen Beschwerden des Hoffa-Syndroms. Die Erkrankung wurde nach dem deutschen Chirurgen Albert Hoffa benannt, der sie erstmals im Jahr 1904 beschrieb.

Ursachen

Das Hoffa-Syndrom kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Akutes Trauma: Ein direkter Schlag oder Sturz auf das Knie kann den Fettkörper verletzen und eine Entzündung auslösen.
  • Chronische Überlastung: Wiederholte Belastungen, wie sie bei Sportarten wie Laufen, Radfahren oder Springen auftreten, können den Fettkörper dauerhaft reizen.
  • Einklemmung (Impingement): Bei bestimmten Kniebewegungen kann der Hoffa-Fettkörper zwischen Oberschenkelknochen (Femur) und Schienbein (Tibia) oder unter der Kniescheibe eingeklemmt werden.
  • Fehlstellung des Kniegelenks: Achsfehlstellungen wie X-Beine oder O-Beine erhöhen das Risiko einer Reizung des Fettkörpers.
  • Postoperative Veränderungen: Nach Knieoperationen, z. B. nach einem Kreuzbandersatz, kann der Fettkörper vernarben und schmerzhaft werden (sogenannte Cyclops-Läsion).
  • Arthrose: Im Rahmen einer Kniegelenksarthrose kann der Hoffa-Fettkörper sekundär in Mitleidenschaft gezogen werden.

Symptome

Die typischen Beschwerden beim Hoffa-Syndrom umfassen:

  • Schmerzen unterhalb der Kniescheibe, die sich beim Strecken des Knies verstärken
  • Schwellung und Druckempfindlichkeit im Bereich des Hoffa-Fettkörpers (beidseits der Patellasehne spürbar)
  • Anlaufschmerz, insbesondere nach längerem Sitzen oder Ruhen
  • Schmerzen beim Treppensteigen oder Bergabgehen
  • Einschränkung der Kniestreckung in schweren Fällen
  • Gelegentlich ein Schnappen oder Knirschen im Knie bei Bewegung

Diagnose

Die Diagnose des Hoffa-Syndroms erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren:

  • Klinische Untersuchung: Der Arzt prüft die Druckschmerzhaftigkeit unterhalb der Kniescheibe sowie den sogenannten Hoffa-Test, bei dem der Untersucher den Fettkörper seitlich der Patellasehne eindrückt während das Knie gestreckt wird.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Das MRT gilt als Goldstandard in der Diagnostik und zeigt Veränderungen des Hoffa-Fettkörpers wie Ödeme, Vernarbungen oder Entzündungszeichen zuverlässig.
  • Ultraschall: Eine Ultraschalluntersuchung kann Schwellungen und Veränderungen des Fettgewebes darstellen und ist gut geeignet, um die Diagnose zu unterstützen.
  • Röntgen: Eine Röntgenaufnahme dient vor allem dem Ausschluss von Knochenveränderungen oder Verkalkungen im Bereich des Fettkörpers.

Behandlung

Konservative Therapie

In den meisten Fällen ist das Hoffa-Syndrom konservativ, also ohne Operation, erfolgreich behandelbar:

  • Schonung und Aktivitätsanpassung: Belastende Tätigkeiten und Sportarten sollten vorübergehend reduziert oder angepasst werden.
  • Kühlung: Regelmäßiges Kühlen des Knies hilft, Schwellung und Schmerzen zu lindern.
  • Physiotherapie: Gezieltes Krafttraining der Oberschenkelmuskulatur (Quadrizeps) und Dehnübungen entlasten den Fettkörper und verbessern die Gelenkstabilität.
  • Entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs): Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac können Schmerzen und Entzündung kurzfristig lindern.
  • Kortisoninjektionen: In hartnäckigen Fällen kann eine gezielte Injektion eines Kortikosteroids in den Fettkörper die Entzündung wirkungsvoll dämpfen.
  • Tapeverband oder Kniebandage: Eine Patellataping-Technik oder spezielle Bandagen können die Kniescheibe besser zentrieren und den Druck auf den Fettkörper verringern.

Operative Therapie

Wenn konservative Maßnahmen über mehrere Monate keine ausreichende Besserung bringen, kann eine operative Behandlung notwendig sein:

  • Arthroskopische Resektion: Im Rahmen einer Kniespiegelung (Arthroskopie) wird der vergrößerte oder vernarbte Anteil des Hoffa-Fettkörpers minimal-invasiv entfernt. Der Eingriff ist in der Regel sehr erfolgreich.

Prognose

Die Prognose des Hoffa-Syndroms ist bei frühzeitiger und konsequenter Behandlung in der Regel gut. Viele Betroffene erreichen durch konservative Maßnahmen eine vollständige Beschwerdefreiheit. Nach einer arthroskopischen Operation sind die meisten Patienten innerhalb weniger Wochen wieder voll belastbar. Eine frühzeitige Diagnose und die Vermeidung auslösender Belastungen sind entscheidend für einen günstigen Verlauf.

Quellen

  1. Hoffa A. - Influence of the adipose tissue with regard to the pathology of the knee joint. Journal of the American Medical Association, 1904.
  2. Saddik D., McNally E.G., Richardson M. - MRI of Hoffa's fat pad. Skeletal Radiology, 2004; 33(8): 433-444.
  3. Jacobson J.A. - Fundamentals of Musculoskeletal Ultrasound. 3rd edition, Elsevier, 2018.
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