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Das HTL-Virus (Humanes T-lymphotropes Virus) ist ein Retrovirus, das T-Zellen des Immunsystems befällt und schwere Erkrankungen wie Leukämie oder neurologische Störungen verursachen kann.
Das HTL-Virus (Humanes T-lymphotropes Virus) ist ein Retrovirus, das T-Zellen des Immunsystems befällt und schwere Erkrankungen wie Leukämie oder neurologische Störungen verursachen kann.
Das Humane T-lymphotrope Virus (HTLV, auch HTL-Virus genannt) ist ein Retrovirus, das gezielt bestimmte Zellen des Immunsystems – die sogenannten CD4-positiven T-Lymphozyten – befällt und in deren Erbgut integriert wird. Es gehört zur Familie der Retroviridae und ist eng mit dem HI-Virus (HIV) verwandt, unterscheidet sich jedoch in Krankheitsbild und Verlauf erheblich. Es sind vier Typen bekannt: HTLV-1, HTLV-2, HTLV-3 und HTLV-4, wobei HTLV-1 und HTLV-2 die klinisch bedeutsamsten sind.
Das HTL-Virus wird hauptsächlich durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut oder Körperflüssigkeiten übertragen. Die wichtigsten Übertragungswege sind:
HTLV-1 ist vor allem in bestimmten Regionen weltweit endemisch verbreitet, darunter:
In Europa und Nordamerika ist die Prävalenz insgesamt niedrig, jedoch können Migranten aus Hochprävalenzregionen betroffen sein.
Die Adult T-Zell-Leukämie/Lymphom (ATL) ist eine aggressive Krebserkrankung des Blutes und des lymphatischen Systems, die durch HTLV-1 verursacht wird. Sie tritt typischerweise erst Jahrzehnte nach der Erstinfektion auf, da das Virus lange Zeit im Körper verbleibt, ohne Symptome zu verursachen. Nur etwa 2–5 % der infizierten Personen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine ATL.
Diese chronisch-entzündliche Erkrankung des Rückenmarks führt zu einer fortschreitenden Schwäche und Spastik der Beine, Blasen- und Darmstörungen sowie neurologischen Ausfällen. Sie tritt bei etwa 1–3 % der HTLV-1-Infizierten auf.
Die Mehrzahl der HTLV-infizierten Personen (ca. 95 %) bleibt lebenslang asymptomatisch (ohne Beschwerden). Bei denjenigen, die eine Erkrankung entwickeln, können folgende Symptome auftreten:
Die Diagnose erfolgt durch einen Bluttest, der Antikörper gegen HTLV-1 oder HTLV-2 nachweist (ELISA-Test). Ein positives Ergebnis wird durch einen Western-Blot-Test oder eine PCR-Analyse bestätigt. In Deutschland und anderen Ländern wird Spenderblut routinemäßig auf HTLV-1/2 getestet.
Bis heute gibt es keine Heilung für eine HTLV-Infektion. Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung:
Da es keinen Impfstoff gegen HTLV gibt, konzentriert sich die Prävention auf die Unterbrechung der Übertragungswege:
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