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Hypertyrosinämie ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Aminosäure Tyrosin im Blut krankhaft erhöht ist. Sie kann angeboren oder erworben sein und verschiedene Organe schädigen.
Hypertyrosinämie ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Aminosäure Tyrosin im Blut krankhaft erhöht ist. Sie kann angeboren oder erworben sein und verschiedene Organe schädigen.
Die Hypertyrosinämie bezeichnet einen Zustand, bei dem der Spiegel der Aminosäure Tyrosin im Blut dauerhaft erhöht ist. Tyrosin ist eine nicht-essentielle Aminosäure, die vom Körper aus der essentiellen Aminosäure Phenylalanin hergestellt wird und als Baustein für wichtige Botenstoffe und Hormone wie Dopamin, Adrenalin und Schilddrüsenhormone dient. Wenn der Abbau von Tyrosin gestört ist, reichert sich die Substanz im Blut, Gewebe und Organen an und kann erhebliche Schäden verursachen.
Die Hypertyrosinämie wird nach ihrer Ursache in verschiedene Typen unterteilt:
Alle angeborenen Formen werden autosomal-rezessiv vererbt, das heißt, beide Elternteile müssen ein verändertes Gen weitergeben, damit die Erkrankung beim Kind ausbricht.
Die Symptome variieren je nach Typ der Erkrankung:
Die Diagnose erfolgt durch verschiedene Untersuchungen:
Die Behandlung richtet sich nach dem Typ der Hypertyrosinämie:
Das wichtigste Medikament bei Tyrosinämie Typ I ist Nitisinon (NTBC). Es hemmt das Enzym HPPD und verhindert so die Bildung toxischer Zwischenprodukte. Nitisinon hat die Prognose der Erkrankung grundlegend verbessert und die Notwendigkeit von Lebertransplantationen deutlich reduziert.
Alle Typen erfordern eine tyrosin- und phenylalaninreduzierte Diät, da Phenylalanin im Körper zu Tyrosin umgebaut wird. Spezielle Aminosäuremischungen, die kein Tyrosin und Phenylalanin enthalten, sichern die ausreichende Proteinversorgung. Die Diät muss lebenslang und streng eingehalten werden.
Bei Typ I, wenn Nitisinon nicht ausreichend wirkt oder ein Leberzellkarzinom entstanden ist, kann eine Lebertransplantation erforderlich sein. Sie behebt den Stoffwechseldefekt in der Leber, jedoch nicht in anderen Organen.
Bei dieser Form ist meist keine spezifische Behandlung erforderlich. Eine Anpassung der Ernährung (Reduktion der Proteinzufuhr) und ggf. Gabe von Vitamin C, das den Tyrosinabbau unterstützt, reichen in der Regel aus.
Die Prognose hängt stark vom Typ und dem Zeitpunkt der Diagnosestellung ab. Bei früh erkannter und konsequent behandelter Tyrosinämie Typ I unter Nitisinon-Therapie kann eine weitgehend normale Lebenserwartung und Lebensqualität erreicht werden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen der Leber sind wegen des Karzinomrisikos lebenslang notwendig.
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