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Immunometabolismus beschreibt die Wechselwirkung zwischen Stoffwechselprozessen und dem Immunsystem und beeinflusst Immunantworten bei Krankheiten wie Diabetes und Krebs.
Immunometabolismus beschreibt die Wechselwirkung zwischen Stoffwechselprozessen und dem Immunsystem und beeinflusst Immunantworten bei Krankheiten wie Diabetes und Krebs.
Der Begriff Immunometabolismus bezeichnet ein Forschungsgebiet der Biomedizin, das die Wechselwirkungen zwischen dem Stoffwechsel (Metabolismus) und dem Immunsystem untersucht. Es ist seit etwa 2010 als eigenständige Disziplin anerkannt und hat in der modernen Medizin stark an Bedeutung gewonnen. Vereinfacht gesagt beschreibt der Immunometabolismus, wie Stoffwechselprozesse die Funktion von Immunzellen steuern – und umgekehrt, wie das Immunsystem den Stoffwechsel des gesamten Organismus beeinflusst.
Immunzellen wie Makrophagen, T-Lymphozyten, dendritische Zellen und natürliche Killerzellen benötigen Energie, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Je nach Aktivierungszustand und Funktion nutzen sie dabei unterschiedliche Stoffwechselwege:
Diese Stoffwechselwege sind nicht statisch, sondern passen sich dynamisch an den jeweiligen Bedarf der Immunzelle an. Diese Anpassungsfähigkeit wird als metabolische Plastizität bezeichnet.
Störungen im Immunmetabolismus spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf zahlreicher chronischer Erkrankungen:
Bei Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) setzen Fettgewebe-Makrophagen vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine wie TNF-α und IL-6) frei. Diese chronische, niedriggradige Entzündung stört die Insulinsignalwege in Muskel-, Leber- und Fettzellen und führt zu Insulinresistenz – einem Hauptmerkmal des Typ-2-Diabetes.
Tumorzellen verändern aktiv ihre Stoffwechselumgebung (den sogenannten Tumor-Metabolismus), um dem Immunsystem zu entgehen. Sie verbrauchen große Mengen Glukose (Warburg-Effekt) und erzeugen ein immunsuppressives Milieu, das T-Zellen in ihrer Funktion beeinträchtigt. Das Verständnis dieses Mechanismus ist Grundlage moderner Immuntherapien gegen Krebs.
Bei Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, systemischem Lupus erythematodes oder Multipler Sklerose sind Immunzellen metabolisch fehlgesteuert. Zum Beispiel zeigen auto-reaktive T-Zellen eine erhöhte Glykolyserate, was ihre überschießende Aktivierung fördert.
Krankheitserreger wie Bakterien und Viren greifen aktiv in den Stoffwechsel von Immunzellen ein, um deren Abwehrfunktion zu schwächen. Umgekehrt nutzt das Immunsystem Stoffwechselprozesse, um Erreger abzutöten, beispielsweise durch die Produktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) in aktivierten Makrophagen.
Bestimmte Moleküle und Signalwege spielen eine zentrale regulatorische Rolle:
Das Verständnis des Immunometabolismus eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung zahlreicher Erkrankungen. Therapeutische Strategien zielen darauf ab, den Stoffwechsel von Immunzellen gezielt zu modulieren:
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