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Immuntoleranz beschreibt die Fähigkeit des Immunsystems, körpereigene Strukturen nicht anzugreifen. Sie ist entscheidend für die Vermeidung von Autoimmunerkrankungen.
Immuntoleranz beschreibt die Fähigkeit des Immunsystems, körpereigene Strukturen nicht anzugreifen. Sie ist entscheidend für die Vermeidung von Autoimmunerkrankungen.
Die Immuntoleranz bezeichnet die Eigenschaft des Immunsystems, bestimmte Antigene – also Stoffe, die normalerweise eine Immunreaktion auslösen können – zu erkennen und gezielt nicht zu bekämpfen. Besonders wichtig ist diese Toleranz gegenüber körpereigenen Strukturen (Selbst-Antigenen), aber auch gegenüber harmlosen Umweltstoffen wie Nahrungsmitteln oder Pollen. Versagt die Immuntoleranz, kann das Immunsystem beginnen, den eigenen Körper anzugreifen, was zu Autoimmunerkrankungen führt.
Die zentrale Toleranz entsteht während der Reifung von Immunzellen in den primären lymphatischen Organen, vor allem im Thymus (für T-Zellen) und im Knochenmark (für B-Zellen). Immunzellen, die stark auf körpereigene Strukturen reagieren, werden dort erkannt und durch einen Prozess namens klonale Deletion eliminiert oder dauerhaft inaktiviert. Dadurch wird verhindert, dass selbstreaktive Immunzellen in den Körper gelangen.
Die periphere Toleranz wirkt in den Geweben und im Blut außerhalb der primären lymphatischen Organe. Sie dient als zweite Sicherheitsebene für Immunzellen, die der zentralen Toleranz entkommen sind. Zu den Mechanismen gehören:
Eine intakte Immuntoleranz ist für die Gesundheit unerlässlich. Sie ermöglicht es dem Körper, zwischen harmlosen und gefährlichen Substanzen zu unterscheiden. Besonders in folgenden Bereichen spielt sie eine zentrale Rolle:
Wenn die Immuntoleranz zusammenbricht, kann das Immunsystem körpereigene Strukturen angreifen. Dies führt zu Autoimmunerkrankungen wie:
Die genauen Ursachen für das Versagen der Immuntoleranz sind komplex und umfassen genetische Faktoren, Umwelteinflüsse, Infektionen sowie hormonelle Einflüsse.
Das Verständnis der Immuntoleranz hat große klinische Bedeutung. In der Allergologie wird beispielsweise durch eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) versucht, eine Toleranz gegenüber Allergenen zu induzieren. In der Onkologie nutzen neuartige Checkpoint-Inhibitoren das Prinzip der Toleranzunterbrechung, um das Immunsystem gezielt gegen Tumorzellen zu aktivieren. In der Transplantationsmedizin werden Immunsuppressiva eingesetzt, um eine künstliche Toleranz gegenüber dem Spenderorgan zu erzeugen.
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