Indometacin – Wirkung, Anwendung & Nebenwirkungen
Indometacin ist ein stark wirksames entzündungshemmendes Medikament aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), das bei Schmerzen, Fieber und Entzündungen eingesetzt wird.
Wissenswertes über "Indometacin"
Indometacin ist ein stark wirksames entzündungshemmendes Medikament aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), das bei Schmerzen, Fieber und Entzündungen eingesetzt wird.
Was ist Indometacin?
Indometacin (auch: Indomethacin) ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) mit ausgeprägten entzündungshemmenden, schmerzlindernden und fiebersenkenden Eigenschaften. Es gehört zu den ältesten und wirksamsten Vertretern dieser Medikamentengruppe und wird seit den 1960er Jahren in der Medizin eingesetzt. Indometacin ist verschreibungspflichtig und in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Tabletten, Kapseln, Zäpfchen und Gel zur lokalen Anwendung.
Wirkmechanismus
Indometacin hemmt das Enzym Cyclooxygenase (COX), und zwar sowohl die Isoform COX-1 als auch COX-2. Diese Enzyme sind für die Bildung von Prostaglandinen verantwortlich – Botenstoffe, die Entzündungsreaktionen, Schmerzempfindung und Fieber auslösen und aufrechterhalten. Durch die Hemmung der COX-Enzyme reduziert Indometacin die Prostaglandinsynthese und damit Entzündung, Schmerz und Fieber. Da es beide COX-Isoformen hemmt, hat Indometacin im Vergleich zu selektiven COX-2-Hemmern ein breiteres Wirkspektrum, aber auch ein höheres Risiko für Magenprobleme.
Anwendungsgebiete
Indometacin wird bei verschiedenen entzündlichen und schmerzhaften Erkrankungen eingesetzt:
- Rheumatoide Arthritis und andere entzündliche Gelenkerkrankungen
- Gichtanfall – Indometacin gilt als Mittel der ersten Wahl bei akutem Gichtanfall
- Morbus Bechterew (Ankylosierende Spondylitis)
- Arthrose mit Entzündungskomponente
- Schleimbeutelentzündung (Bursitis) und Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
- Perikardentzündung (Perikarditis)
- In der Neonatologie: Verschluss des offenen Ductus arteriosus beim Neugeborenen
- Behandlung bestimmter Cluster-Kopfschmerzen und indometacinsensibler Kopfschmerzformen
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Indometacin richtet sich nach der Indikation, dem Schweregrad der Erkrankung und der individuellen Verträglichkeit des Patienten. Übliche Erwachsenendosen liegen zwischen 25 mg und 150 mg pro Tag, aufgeteilt auf zwei bis drei Einnahmen. Die Einnahme sollte stets zu einer Mahlzeit oder mit Milch erfolgen, um die Magenverträglichkeit zu verbessern. Die niedrigste wirksame Dosis sollte für die kürzest mögliche Zeit eingesetzt werden.
Nebenwirkungen
Indometacin kann eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen, insbesondere bei längerer Anwendung oder höherer Dosierung:
- Magen-Darm-Beschwerden: Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Magengeschwür – diese sind am häufigsten
- Zentralnervensystem: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Verwirrtheit (besonders ältere Patienten)
- Nierenfunktionsstörungen: mögliche Verschlechterung der Nierenfunktion, besonders bei vorbestehenden Nierenproblemen
- Herz-Kreislauf: erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und kardiovaskuläre Ereignisse bei Langzeitanwendung
- Blutungsrisiko: Hemmung der Thrombozytenfunktion kann die Blutungszeit verlängern
- Allergische Reaktionen: Hautausschlag, selten schwere überempfindlichkeitsreaktionen
Gegenanzeigen
Indometacin darf nicht eingenommen werden bei:
- Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Indometacin oder anderen NSAR
- Aktiven Magen-Darm-Geschwüren oder -Blutungen
- Schwerer Nieren-, Leber- oder Herzinsuffizienz
- Schwangerschaft ab dem 6. Monat (kann den Ductus arteriosus vorzeitig verschließen)
- Gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien ohne ärztliche Überwachung
Wechselwirkungen
Indometacin kann mit zahlreichen anderen Medikamenten interagieren:
- Blutverdünner (z. B. Phenprocoumon, Warfarin): erhöhtes Blutungsrisiko
- Antihypertensiva: abgeschwächte blutdrucksenkende Wirkung
- Lithium und Methotrexat: Indometacin kann deren Spiegel im Blut erhöhen
- Andere NSAR oder Kortikosteroide: erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Nebenwirkungen
- Diuretika: abgeschwächte Wirkung möglich
Quellen
- Mutschler E. et al. – Mutschler Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2013.
- European Medicines Agency (EMA) – Indometacin: Produktinformationen und Fachinformationen. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu
- Goodman & Gilman's: The Pharmacological Basis of Therapeutics. 13. Auflage. McGraw-Hill Education, 2018.
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