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Invagination bezeichnet das Einstülpen eines Darmabschnitts in einen benachbarten Abschnitt. Es ist ein medizinischer Notfall, der vor allem Kleinkinder betrifft.
Invagination bezeichnet das Einstülpen eines Darmabschnitts in einen benachbarten Abschnitt. Es ist ein medizinischer Notfall, der vor allem Kleinkinder betrifft.
Die Invagination (auch Invaginatio intestini) ist eine ernste Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, bei der sich ein Abschnitt des Darms teleskopärtig in den benachbarten Darmabschnitt einstülpt. Dadurch entsteht ein mechanischer Darmverschluss (Ileus), der die Blutversorgung des betroffenen Darmabschnitts unterbrechen kann. Die Invagination ist ein medizinischer Notfall und muss schnell behandelt werden, um schwerwiegende Komplikationen wie ein Absterben von Darmgewebe zu verhindern.
Die Invagination ist die häufigste Ursache eines akuten Darmverschlusses im Säuglings- und Kleinkindalter. Sie tritt am häufigsten bei Kindern zwischen 3 Monaten und 3 Jahren auf, mit einem Gipfel zwischen dem 5. und 9. Lebensmonat. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Bei Erwachsenen ist die Invagination deutlich seltener und hat meist eine organische Ursache.
Bei Säuglingen und Kleinkindern bleibt die Ursache in den meisten Fällen unbekannt (idiopathisch). Man vermutet, dass eine Vergrößerung von Lymphknoten im Darm (z. B. nach einem viralen Infekt) als sogenannter Leitpunkt die Einstülpung auslöst.
Die Symptome einer Invagination beginnen häufig plötzlich und können sich in Schüben äußern. Typische Zeichen sind:
Die Diagnose wird in der Regel durch bildgebende Verfahren gestellt:
In vielen Fällen kann die Invagination nicht-operativ durch einen hydrostatsichen oder pneumatischen Einlauf (mit flüssigem Kontrastmittel oder Luft) unter Bildgebung behoben werden. Diese Methode ist bei nicht-komplizierten Fällen die Therapie der ersten Wahl und hat eine hohe Erfolgsrate.
Wenn der Einlauf nicht erfolgreich ist, Zeichen einer Darmperforation bestehen oder der Patient einen schlechten Allgemeinzustand hat, ist eine Operation notwendig. Dabei wird die Einstülpung manuell gelöst (Desinvagination). Bei abgestorbenem Darmgewebe muss der betroffene Abschnitt entfernt werden.
Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung ist die Prognose sehr gut. Ohne Behandlung kann die Invagination jedoch zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Darmperforation, Peritonitis (Bauchfellentzündung) und septischem Schock führen. Bei etwa 5–10 % der Fälle kann es nach erfolgreicher Behandlung zu einem Rückfall (Rezidiv) kommen.
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