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Isoliquiritigenin ist ein natürlicher Pflanzenstoff aus Süßholzwurzel mit antioxidativen, entzündungshemmenden und krebspräventiven Eigenschaften.
Isoliquiritigenin ist ein natürlicher Pflanzenstoff aus Süßholzwurzel mit antioxidativen, entzündungshemmenden und krebspräventiven Eigenschaften.
Isoliquiritigenin ist ein Chalkон – eine Untergruppe der Flavonoide – und kommt natürlich in der Wurzel der Süßholzpflanze (Glycyrrhiza glabra, Glycyrrhiza uralensis) vor. Es handelt sich um einen gelb gefärbten, polyphenolischen Sekundärmetaboliten, der in der Pflanzenwelt weit verbreitet ist und in der traditionellen chinesischen sowie ayurvedischen Medizin eine lange Geschichte besitzt. Chemisch ist Isoliquiritigenin ein α,β-ungessättigtes Keton mit einer charakteristischen offenkettigen Chalkon-Struktur, die es von ringgeschlossenen Flavonoiden wie Flavanonen unterscheidet.
Der Stoff wird hauptsächlich aus folgenden Pflanzen gewonnen:
In Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln tritt Isoliquiritigenin meist als Bestandteil von Süßholzextrakten auf.
Isoliquiritigenin neutralisiert freie Radikale durch seine phenolische Hydroxylgruppe und aktiviert den Nrf2-Signalweg (Nuclear factor erythroid 2-related factor 2), der die körpereigene Produktion antioxidativer Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD) und Glutathionperoxidase steigert. Dadurch schützt es Zellen vor oxidativem Stress.
Der Stoff hemmt den NF-κB-Signalweg (Nuclear Factor kappa-light-chain-enhancer of activated B cells), einen zentralen Regulator der Entzündungsreaktion. Dadurch wird die Ausschüttung proinflammatorischer Botenstoffe wie TNF-α, IL-1β und IL-6 reduziert. Zusätzlich hemmt Isoliquiritigenin die Cyclooxygenase-2 (COX-2) und iNOS (induzierbare Stickstoffmonoxid-Synthase).
Zahlreiche Laborstudien zeigen, dass Isoliquiritigenin in Krebszellen den apoptotischen Zelltod (programmierten Zelltod) ausloesen und das Wachstum von Tumorzellen hemmen kann. Dieser Effekt wurde für verschiedene Krebszelllinien beschrieben, darunter Brust-, Dickdarm-, Leber- und Lungenkrebszellen. Die Wirkung beruht auf der Aktivierung von Caspasen, der Regulation der Bcl-2-Proteinfamilie sowie der Hemmung von Zellzyklus-regulierenden Proteinen.
Isoliquiritigenin befindet sich derzeit hauptsächlich in der präklinischen Forschungsphase. Die meisten Studien wurden an Zellkulturen oder Tiermodellen durchgeführt. Klinische Studien am Menschen sind bisher begrenzt, sodass eindeutige Therapieempfehlungen für den Menschen noch ausstehen. Trotzdem ist das wissenschaftliche Interesse an diesem Stoff groß, da er ein vielversprechendes Potenzial in den Bereichen Krebsprävention, Entzündungshemmung und Stoffwechselregulation zeigt.
Es gibt derzeit keine offiziell festgelegten Dosierungsempfehlungen für isoliertes Isoliquiritigenin beim Menschen. Als Bestandteil von Süßholzextrakten sind jedoch Dosierungsangaben für Süßholzprodukte verfügbar. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, eine tägliche Aufnahme von mehr als 100 mg Glycyrrhizin (dem Hauptwirkstoff der Süßholzwurzel) zu vermeiden, da höhere Mengen unerwünschte Nebenwirkungen verursachen können. Isoliquiritigenin selbst ist in vielen Süßholzextrakten in deutlich geringeren Mengen als Glycyrrhizin enthalten.
In den getesteten Dosierungen gilt Isoliquiritigenin in präklinischen Studien als relativ gut verträglich. Dennoch sind folgende Punkte zu beachten:
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