Isoliquiritigenin – Wirkung, Quellen & Forschung
Isoliquiritigenin ist ein natürlicher Pflanzenstoff aus Süßholzwurzel mit antioxidativen, entzündungshemmenden und krebspräventiven Eigenschaften.
Wissenswertes über "Isoliquiritigenin"
Isoliquiritigenin ist ein natürlicher Pflanzenstoff aus Süßholzwurzel mit antioxidativen, entzündungshemmenden und krebspräventiven Eigenschaften.
Was ist Isoliquiritigenin?
Isoliquiritigenin ist ein Chalkон – eine Untergruppe der Flavonoide – und kommt natürlich in der Wurzel der Süßholzpflanze (Glycyrrhiza glabra, Glycyrrhiza uralensis) vor. Es handelt sich um einen gelb gefärbten, polyphenolischen Sekundärmetaboliten, der in der Pflanzenwelt weit verbreitet ist und in der traditionellen chinesischen sowie ayurvedischen Medizin eine lange Geschichte besitzt. Chemisch ist Isoliquiritigenin ein α,β-ungessättigtes Keton mit einer charakteristischen offenkettigen Chalkon-Struktur, die es von ringgeschlossenen Flavonoiden wie Flavanonen unterscheidet.
Vorkommen und Quellen
Der Stoff wird hauptsächlich aus folgenden Pflanzen gewonnen:
- Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra und Glycyrrhiza uralensis) – primäre Quelle
- Süßholzfrüchte und -extrakte
- Bestimmte Hülsenfrüchte wie Sojabohnen und Kichererbsen (in geringen Mengen)
- Shallu-Hirse (Sorghum bicolor)
In Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln tritt Isoliquiritigenin meist als Bestandteil von Süßholzextrakten auf.
Wirkmechanismen
Antioxidative Wirkung
Isoliquiritigenin neutralisiert freie Radikale durch seine phenolische Hydroxylgruppe und aktiviert den Nrf2-Signalweg (Nuclear factor erythroid 2-related factor 2), der die körpereigene Produktion antioxidativer Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD) und Glutathionperoxidase steigert. Dadurch schützt es Zellen vor oxidativem Stress.
Entzündungshemmende Wirkung
Der Stoff hemmt den NF-κB-Signalweg (Nuclear Factor kappa-light-chain-enhancer of activated B cells), einen zentralen Regulator der Entzündungsreaktion. Dadurch wird die Ausschüttung proinflammatorischer Botenstoffe wie TNF-α, IL-1β und IL-6 reduziert. Zusätzlich hemmt Isoliquiritigenin die Cyclooxygenase-2 (COX-2) und iNOS (induzierbare Stickstoffmonoxid-Synthase).
Antitumorale Eigenschaften
Zahlreiche Laborstudien zeigen, dass Isoliquiritigenin in Krebszellen den apoptotischen Zelltod (programmierten Zelltod) ausloesen und das Wachstum von Tumorzellen hemmen kann. Dieser Effekt wurde für verschiedene Krebszelllinien beschrieben, darunter Brust-, Dickdarm-, Leber- und Lungenkrebszellen. Die Wirkung beruht auf der Aktivierung von Caspasen, der Regulation der Bcl-2-Proteinfamilie sowie der Hemmung von Zellzyklus-regulierenden Proteinen.
Weitere Wirkmechanismen
- Phytoöstrogene Wirkung: Isoliquiritigenin bindet schwach an Östrogenrezeptoren und kann hormonaähnliche Effekte ausloesen.
- Neuroprotektive Wirkung: In Tierstudien wurden schützende Effekte auf Nervenzellen, unter anderem durch Hemmung von Neuroinflammation, beschrieben.
- Antidiabetische Wirkung: Erste Studien weisen auf eine Verbesserung der Insulinsensitivität und eine Hemmung der α-Glucosidase hin.
- Antimikrobielle Wirkung: Laborexperimente zeigen Aktivität gegen bestimmte Bakterien und Pilze.
Medizinische Anwendung und Forschungsstand
Isoliquiritigenin befindet sich derzeit hauptsächlich in der präklinischen Forschungsphase. Die meisten Studien wurden an Zellkulturen oder Tiermodellen durchgeführt. Klinische Studien am Menschen sind bisher begrenzt, sodass eindeutige Therapieempfehlungen für den Menschen noch ausstehen. Trotzdem ist das wissenschaftliche Interesse an diesem Stoff groß, da er ein vielversprechendes Potenzial in den Bereichen Krebsprävention, Entzündungshemmung und Stoffwechselregulation zeigt.
Dosierung und Verabreichung
Es gibt derzeit keine offiziell festgelegten Dosierungsempfehlungen für isoliertes Isoliquiritigenin beim Menschen. Als Bestandteil von Süßholzextrakten sind jedoch Dosierungsangaben für Süßholzprodukte verfügbar. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, eine tägliche Aufnahme von mehr als 100 mg Glycyrrhizin (dem Hauptwirkstoff der Süßholzwurzel) zu vermeiden, da höhere Mengen unerwünschte Nebenwirkungen verursachen können. Isoliquiritigenin selbst ist in vielen Süßholzextrakten in deutlich geringeren Mengen als Glycyrrhizin enthalten.
Sicherheit und Nebenwirkungen
In den getesteten Dosierungen gilt Isoliquiritigenin in präklinischen Studien als relativ gut verträglich. Dennoch sind folgende Punkte zu beachten:
- Als Teil von Süßholzextrakten kann bei hoher Dosierung Hypokaliämie (Kaliummangelm), Blutdruckanstieg und Ödeme auftreten (primär durch Glycyrrhizin, nicht Isoliquiritigenin selbst).
- Aufgrund der schwachen phytoöstrogenen Eigenschaften sollten Personen mit hormonabhängigen Erkrankungen (z. B. bestimmte Brustkrebsformen) vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen.
- Für Schwangere und Stillende gibt es keine gesicherten Sicherheitsdaten für hochdosierte Isoliquiritigenin-Präparate.
- Wechselwirkungen mit Medikamenten (insbesondere blutdrucksenkenden Mitteln und Herzmedikamenten) sind möglich.
Quellen
- Zhu S. et al. (2021): Isoliquiritigenin: A mechanistic review of its pharmacological activity. Biomedicine & Pharmacotherapy, 143, 112090. DOI: 10.1016/j.biopha.2021.112090
- European Food Safety Authority (EFSA) (2008): Scientific Opinion on the safety in use of liquorice root extract as a food ingredient. EFSA Journal, 6(12), 884.
- Wang C. et al. (2018): Biological activities of isoliquiritigenin: an updated review. Journal of Pharmacy and Pharmacology, 70(10), 1258-1273. DOI: 10.1111/jphp.12983
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®
Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems