Isopropanol: Wirkung, Anwendung & Vergiftung
Isopropanol ist ein chemischer Alkohol, der als Desinfektionsmittel und Lösungsmittel eingesetzt wird. Bei Aufnahme in den Körper ist er giftig.
Wissenswertes über "Isopropanol"
Isopropanol ist ein chemischer Alkohol, der als Desinfektionsmittel und Lösungsmittel eingesetzt wird. Bei Aufnahme in den Körper ist er giftig.
Was ist Isopropanol?
Isopropanol (auch bekannt als Isopropylalkohol oder 2-Propanol) ist ein farb- und wasserkläriger, leicht flüchtiger Alkohol mit einem charakteristischen, stechenden Geruch. Es handelt sich um eine organisch-chemische Verbindung der Summenformel C3H8O. Isopropanol gehört zur Gruppe der sekundären Alkohole und ist in Wasser, Äthanol und anderen organischen Lösungsmitteln vollständig mischbar.
Anwendungsgebiete
Isopropanol findet in Medizin, Industrie und Haushalt vielfältige Anwendung:
- Desinfektion: In Konzentrationen von 60–80 % wird Isopropanol als Hautantiseptikum und zur Desinfektion von Oberflächen und medizinischen Geräten eingesetzt.
- Lösungsmittel: In der Pharmazie, Kosmetik und chemischen Industrie dient Isopropanol als Lösungs- und Reinigungsmittel.
- Medizinische Pads: Alkoholtupfer auf Isopropanolbasis werden zur Hautdesinfektion vor Injektionen verwendet.
- Reinigungsmittel: Im Haushalt und in der Elektronik wird Isopropanol zur Entfernung von Fett und Schmutz verwendet.
Wirkmechanismus (Desinfektion)
Die desinfizierende Wirkung von Isopropanol beruht auf der Denaturierung von Proteinen und der Zerstörung der Zellmembran von Mikroorganismen. Isopropanol löst Lipide aus der Zellmembran und inaktiviert lebensnotwendige Enzyme der Erreger. Dies führt zum schnellen Absterben von Bakterien, Viren und Pilzen. Wichtig ist dabei, dass Isopropanol nur dann optimal wirkt, wenn eine gewisse Menge Wasser vorhanden ist – reiner (100 %-iger) Isopropanol ist weniger wirksam als eine 70–80 %-ige Lösung.
Toxikologie und Vergiftungsrisiken
Isopropanol ist für den Menschen giftig, wenn er über die Haut in großen Mengen aufgenommen, eingeatmet oder verschluckt wird. Die Toxizität ist höher als die von Ethanol (Trinkalkohol).
Aufnahmewege und Symptome
- Ingestion (Verschlucken): Bereits kleine Mengen können zu Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstlosigkeit und im schweren Fall zum Tod führen.
- Inhalation (Einatmen): Hohe Dampfkonzentrationen reizen die Atemwege und können Kopfschmerzen, Schwindel und Bewusstseinsstörungen verursachen.
- Hautkontakt: Wiederholter Kontakt entfettet und trocknet die Haut aus; in seltenen Fällen kann Isopropanol über geschädigte Haut aufgenommen werden.
- Augenkontakt: Kann zu Reizungen und Entzündungen führen.
Stoffwechsel
Im Körper wird Isopropanol hauptsächlich in der Leber zu Aceton abgebaut, welches dann weiter metabolisiert oder über die Lunge ausgeatmet wird. Dies erklärt den typischen Acetongeruch im Atem bei einer Isopropanol-Vergiftung.
Erste Hilfe und Behandlung bei Vergiftung
Bei Verdacht auf eine Isopropanol-Vergiftung sollte umgehend der Notruf (112) oder das Giftinformationszentrum kontaktiert werden. Die Behandlung erfolgt symptomatisch:
- Bei Ingestion: kein Erbrechen einleiten; ärztliche Versorgung sicherstellen.
- Bei Inhalation: betroffene Person sofort an frische Luft bringen.
- Bei Augenkontakt: Auge gründlich mit Wasser spülen.
- In schweren Fällen: stationäre Überwachung, unterstützende Intensivtherapie; eine Hämodialyse kann bei massiver Vergiftung erforderlich sein.
Sicherheitshinweise
Isopropanol ist leicht brennbar und muss fern von offenen Flammen und Hitze aufbewahrt werden. Produkte, die Isopropanol enthalten, sollten stets außerhalb der Reichweite von Kindern gelagert werden. Bei der beruflichen Verwendung sind entsprechende Schutzmaßnahmen (Handschuhe, Schutzbrille, ausreichende Belüftung) einzuhalten.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Isopropanol – Bewertung und Toxikologie. Berlin, 2020.
- World Health Organization (WHO): WHO Guidelines on Hand Hygiene in Health Care. Geneva, 2009.
- Kraut JA, Kurtz I. Toxic alcohol ingestions: clinical features, diagnosis, and management. Clinical Journal of the American Society of Nephrology, 2008;3(1):208–225.
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