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Die Jejunalzotte ist eine fingerförmige Schleimhauterhebung im Jejunum (Leerdarm), die der Nährstoffaufnahme dient und die Resorptionsfläche des Dünndarms enorm vergrößert.
Die Jejunalzotte ist eine fingerförmige Schleimhauterhebung im Jejunum (Leerdarm), die der Nährstoffaufnahme dient und die Resorptionsfläche des Dünndarms enorm vergrößert.
Die Jejunalzotte ist eine mikroskopisch kleine, fingerförmige Ausstülpung der Dünndarmschleimhaut, die sich im Jejunum (Leerdarm) befindet. Das Jejunum ist der mittlere Abschnitt des Dünndarms und liegt zwischen dem Zwölffingerdarm (Duodenum) und dem Krummdarm (Ileum). Die Zotten sind ein zentrales strukturelles Merkmal des Dünndarms und spielen eine entscheidende Rolle bei der Verdauung und Nährstoffaufnahme.
Jejunalzotten bestehen aus mehreren spezialisierten Zelltypen und Gewebestrukturen:
Durch das Zusammenspiel von Zotten und Mikrovilli wird die effektive Resorptionsfläche des Dünndarms auf ca. 200–300 m² vergrößert – obwohl der Darm selbst nur wenige Meter lang ist.
Die Hauptaufgabe der Jejunalzotten ist die Resorption von Nährstoffen aus dem verdauten Nahrungsbrei (Chymus). Im Jejunum werden vor allem folgende Substanzen aufgenommen:
Erkrankungen, die die Jejunalzotten schädigen oder zerstören, führen zu einer erheblich verminderten Nährstoffaufnahme und damit zu Malabsorptionssyndromen. Zu den wichtigsten Erkrankungen zählen:
Bei der Zöliakie (glutensensitive Enteropathie) löst die Aufnahme von Gluten (ein Protein in Weizen, Gerste und Roggen) eine Immunreaktion aus, die zur Zottenatrophie führt – also zum Abflachen und Verschwinden der Zotten. Dies führt zu Durchfall, Gewichtsverlust, Blähungen und Mangelernährung.
Diese chronisch-entzündliche Darmerkrankung kann alle Abschnitte des Magen-Darm-Trakts betreffen, einschließlich des Jejunums. Entzündungen schädigen die Zottenstruktur und beeinträchtigen die Resorption.
Eine infektiös bedingte Erkrankung, die ebenfalls zur Zottenatrophie führt und vor allem in tropischen Regionen vorkommt.
Nach operativer Entfernung größerer Dünndarmabschnitte steht weniger Zottenfläche für die Resorption zur Verfügung, was zu schwerer Mangelernährung führen kann.
Veränderungen der Jejunalzotten werden in der Regel durch eine Dünndarmbiopsie festgestellt, die im Rahmen einer Gastroskopie (Magenspiegelung mit Vorschub in den Dünndarm) entnommen wird. Histologisch (mikroskopisch) wird dabei die Zottenhöhe, die Kryptentiefe und das Verhältnis beider Größen beurteilt. Zusätzlich kommen bildgebende Verfahren wie die Kapselendoskopie oder die MRT-Sellink zum Einsatz.
Die Schleimhaut des Dünndarms besitzt eine hohe Regenerationsfähigkeit. Die Enterozyten auf den Zotten werden kontinuierlich erneuert – der gesamte Zellersatz dauert nur etwa 3–5 Tage. Bei Erkrankungen wie der Zöliakie kann sich die Zottenstruktur nach konsequenter Einhaltung einer glutenfreien Ernährung oft vollständig erholen.
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