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Jejunumfloraanalyse – Dünndarm untersuchen

Die Jejunumfloraanalyse untersucht die Bakterienbesiedelung im Dünndarm und hilft, Überwucherungen frühzeitig zu erkennen. Sie ist ein wichtiges diagnostisches Verfahren bei Verdauungsbeschwerden.

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Wissenswertes über "Jejunumfloraanalyse"

Die Jejunumfloraanalyse untersucht die Bakterienbesiedelung im Dünndarm und hilft, Überwucherungen frühzeitig zu erkennen. Sie ist ein wichtiges diagnostisches Verfahren bei Verdauungsbeschwerden.

Was ist die Jejunumfloraanalyse?

Die Jejunumfloraanalyse ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem die Zusammensetzung und Menge der Mikroorganismen im Jejunum – dem mittleren Abschnitt des Dünndarms – untersucht wird. Das Jejunum ist normalerweise relativ arm an Bakterien. Eine krankhaft erhöhte Bakterienzahl in diesem Darmabschnitt wird als Dünndarmfehlbesiedelung (SIBO – Small Intestinal Bacterial Overgrowth) bezeichnet und kann vielfältige Beschwerden verursachen.

Wann wird die Jejunumfloraanalyse eingesetzt?

Die Analyse wird bei Patienten durchgeführt, bei denen eine Dünndarmfehlbesiedelung vermutet wird. Typische Anzeichen sind:

  • Chronische Blähungen und Bauchschmerzen
  • Durchfall oder unklare Stuhlveränderungen
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Mangelernährungssymptome trotz ausreichender Nahrungsaufnahme
  • Reizdarmsyndrom mit unklarer Ursache
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Auch bei Erkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie oder nach Magenoperationen kann die Jejunumfloraanalyse sinnvoll sein.

Wie funktioniert die Jejunumfloraanalyse?

Aspiration von Dünndarmflüssigkeit (Goldstandard)

Die genaueste Methode ist die direkte Entnahme von Dünndarmflüssigkeit über eine Endoskopie (Magenspiegelung). Dabei wird ein dünnes, flexibles Gerät (Endoskop) durch Mund, Speiseröhre und Magen bis ins Jejunum geführt. Eine Flüssigkeitsprobe wird aspiriert und anschließend im Labor auf Art und Menge der enthaltenen Mikroorganismen untersucht. Ein Keimgehalt von mehr als 10³ koloniebildende Einheiten pro Milliliter (KBE/ml) gilt als Hinweis auf eine Fehlbesiedelung.

Atemtests als indirekte Methode

Als weniger invasive Alternative stehen Wasserstoff-Atemtests (H²-Atemtest) zur Verfügung. Dabei trinkt der Patient eine Zuckerlösung (z. B. Laktulose oder Glukose), und die ausgeatmete Luft wird in regelmäßigen Abständen auf Wasserstoff- und Methangehalt gemessen. Bakterien im Dünndarm fermentieren die Zucker und produzieren dabei Gase, die in der Atemluft nachweisbar sind. Atemtests sind einfacher durchzuführen, jedoch etwas weniger präzise als die direkte Aspiration.

Was sagen die Ergebnisse aus?

Eine erhöhte Keimzahl oder das Vorhandensein bestimmter Bakterienarten im Jejunum kann auf folgende Erkrankungen hinweisen:

  • SIBO (Dünndarmfehlbesiedelung)
  • Störungen der Darmperistaltik
  • Immundefekte des Darms
  • Folgen von Magenoperationen oder anatomischen Veränderungen

Behandlung nach Diagnose einer Fehlbesiedelung

Wird eine Dünndarmfehlbesiedelung bestätigt, erfolgt die Behandlung in der Regel mit Antibiotika, die gezielt gegen die überwüchernden Bakterien wirken. Besonders häufig wird Rifaximin eingesetzt, da es kaum ins Blut aufgenommen wird und hauptsächlich lokal im Darm wirkt. Zusätzlich können ernährungstherapeutische Maßnahmen und Probiotika unterstützend eingesetzt werden. Die Behandlung der Grunderkrankung, die zur Fehlbesiedelung geführt hat, ist ebenfalls essenziell.

Quellen

  1. Bures J et al. – Small intestinal bacterial overgrowth syndrome. World Journal of Gastroenterology, 2010. PubMed PMID: 20533598.
  2. Ghoshal UC et al. – Small intestinal bacterial overgrowth and irritable bowel syndrome: a bridge between functional organic dichotomy. Gut and Liver, 2017.
  3. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) – Leitlinien zum Reizdarmsyndrom und verwandten Erkrankungen, 2021.

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