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Die Jejunumfloraanalyse untersucht die Bakterienbesiedelung im Dünndarm und hilft, Überwucherungen frühzeitig zu erkennen. Sie ist ein wichtiges diagnostisches Verfahren bei Verdauungsbeschwerden.
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Die Jejunumfloraanalyse ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem die Zusammensetzung und Menge der Mikroorganismen im Jejunum – dem mittleren Abschnitt des Dünndarms – untersucht wird. Das Jejunum ist normalerweise relativ arm an Bakterien. Eine krankhaft erhöhte Bakterienzahl in diesem Darmabschnitt wird als Dünndarmfehlbesiedelung (SIBO – Small Intestinal Bacterial Overgrowth) bezeichnet und kann vielfältige Beschwerden verursachen.
Die Analyse wird bei Patienten durchgeführt, bei denen eine Dünndarmfehlbesiedelung vermutet wird. Typische Anzeichen sind:
Auch bei Erkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie oder nach Magenoperationen kann die Jejunumfloraanalyse sinnvoll sein.
Die genaueste Methode ist die direkte Entnahme von Dünndarmflüssigkeit über eine Endoskopie (Magenspiegelung). Dabei wird ein dünnes, flexibles Gerät (Endoskop) durch Mund, Speiseröhre und Magen bis ins Jejunum geführt. Eine Flüssigkeitsprobe wird aspiriert und anschließend im Labor auf Art und Menge der enthaltenen Mikroorganismen untersucht. Ein Keimgehalt von mehr als 10³ koloniebildende Einheiten pro Milliliter (KBE/ml) gilt als Hinweis auf eine Fehlbesiedelung.
Als weniger invasive Alternative stehen Wasserstoff-Atemtests (H²-Atemtest) zur Verfügung. Dabei trinkt der Patient eine Zuckerlösung (z. B. Laktulose oder Glukose), und die ausgeatmete Luft wird in regelmäßigen Abständen auf Wasserstoff- und Methangehalt gemessen. Bakterien im Dünndarm fermentieren die Zucker und produzieren dabei Gase, die in der Atemluft nachweisbar sind. Atemtests sind einfacher durchzuführen, jedoch etwas weniger präzise als die direkte Aspiration.
Eine erhöhte Keimzahl oder das Vorhandensein bestimmter Bakterienarten im Jejunum kann auf folgende Erkrankungen hinweisen:
Wird eine Dünndarmfehlbesiedelung bestätigt, erfolgt die Behandlung in der Regel mit Antibiotika, die gezielt gegen die überwüchernden Bakterien wirken. Besonders häufig wird Rifaximin eingesetzt, da es kaum ins Blut aufgenommen wird und hauptsächlich lokal im Darm wirkt. Zusätzlich können ernährungstherapeutische Maßnahmen und Probiotika unterstützend eingesetzt werden. Die Behandlung der Grunderkrankung, die zur Fehlbesiedelung geführt hat, ist ebenfalls essenziell.
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