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Jodprophylaxe bezeichnet Maßnahmen zur gezielten Jodzufuhr, um Jodmangel und damit verbundene Schilddrüsenerkrankungen zu verhindern. Sie ist besonders in Regionen mit jodarmen Böden wichtig.
Jodprophylaxe bezeichnet Maßnahmen zur gezielten Jodzufuhr, um Jodmangel und damit verbundene Schilddrüsenerkrankungen zu verhindern. Sie ist besonders in Regionen mit jodarmen Böden wichtig.
Jodprophylaxe bezeichnet alle vorbeugenden Maßnahmen, die darauf abzielen, eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Jod sicherzustellen und einen Jodmangel zu verhindern. Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann und das über die Nahrung aufgenommen werden muss. Es wird vor allem zur Produktion von Schilddrüsenhormonen (Thyroxin T4 und Trijodthyronin T3) benötigt, die den Stoffwechsel, das Wachstum und die Entwicklung des Nervensystems regulieren.
Viele Regionen weltweit, darunter auch weite Teile Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, gehören zu sogenannten Jodmangelgebieten. Die Böden und damit auch die darauf angebauten Lebensmittel enthalten natürlicherweise nur wenig Jod. Ohne gezielte Maßnahmen können Menschen in diesen Regionen ihren täglichen Jodbedarf nicht ausreichend decken.
Jodmangel kann zu einer Reihe von Erkrankungen führen, darunter:
Die wichtigste und wirksamste Maßnahme der bevölkerungsweiten Jodprophylaxe ist der Einsatz von jodiertem Speisesalz. In Deutschland wird Speisesalz mit Kaliumjodat angereichert. Die Verwendung von Jodsalz im Haushalt sowie in der Lebensmittelverarbeitung (z. B. in Brot, Wurstwaren und Milchprodukten) hat die Jodversorgung der Bevölkerung seit den 1990er-Jahren deutlich verbessert.
Neben Jodsalz können bestimmte Lebensmittel zur Jodversorgung beitragen:
In bestimmten Bevölkerungsgruppen mit erhöhtem Jodbedarf oder erschwerter Nahrungsaufnahme können Jodtabletten (Kaliumbromid oder Kaliumjodat) als gezielte Supplementierung eingesetzt werden. Besonders empfohlen werden Jodpräparate für:
Im Falle eines nuklearen Unfalls (z. B. eines Reaktorunfalls) kann eine spezielle Form der Jodprophylaxe mit hochdosierten Kaliumjodidtabletten eingesetzt werden. Die Einnahme dient dazu, die Schilddrüse mit stabilem Jod zu sättigen, sodass radioaktives Jod (Jod-131) nicht aufgenommen werden kann. Diese Maßnahme wird von Behörden koordiniert und angeordnet.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende Tageszufuhr an Jod:
Eine übermäßige Jodzufuhr kann ebenfalls gesundheitliche Probleme verursachen. Bei Personen mit vorbestehenden Schilddrüsenerkrankungen (z. B. Autonomien oder Hashimoto-Thyreoiditis) kann eine plötzliche hohe Jodzufuhr eine Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) auslösen oder eine bestehende Autoimmunerkrankung verschlechtern. Die tolerable Obergrenze für Erwachsene liegt laut WHO bei 500–1000 µg pro Tag. Vor einer Supplementierung mit Jodpräparaten sollte daher ärztlicher Rat eingeholt werden.
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