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Jodresorption – Aufnahme von Jod im Körper

Jodresorption bezeichnet die Aufnahme von Jod aus der Nahrung in den Blutkreislauf. Sie findet hauptsächlich im Dünndarm statt und ist essenziell für die Schilddrüsenfunktion.

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Wissenswertes über "Jodresorption"

Jodresorption bezeichnet die Aufnahme von Jod aus der Nahrung in den Blutkreislauf. Sie findet hauptsächlich im Dünndarm statt und ist essenziell für die Schilddrüsenfunktion.

Was ist Jodresorption?

Die Jodresorption beschreibt den biologischen Prozess, bei dem Jod (chemisches Symbol: I) aus der aufgenommenen Nahrung oder aus Nahrungsergänzungsmitteln über die Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann und daher regelmäßig über die Ernährung zuführen muss.

Mechanismus der Jodresorption

Jod liegt in der Nahrung überwiegend als Iodid (I⁻) vor. Nach der Aufnahme in den Mund wird es bereits im Magen teilweise freigesetzt und gelangt dann in den Dünndarm, wo der größte Teil der Resorption stattfindet. Die Aufnahme erfolgt durch aktive Transportmechanismen sowie durch passive Diffusion über die Darmschleimhaut in die Blutbahn.

  • Im Blut wird Jod an Plasmaproteine gebunden und zur Schilddrüse transportiert.
  • Die Schilddrüse nimmt Jod mithilfe des Natrium-Iodid-Symporters (NIS) aktiv auf.
  • Dort wird Jod zur Synthese der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) verwendet.

Einflussfaktoren auf die Jodresorption

Die Effizienz der Jodresorption kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden:

Fördernde Faktoren

  • Ausreichende Magensäure erleichtert die Freisetzung von Jod aus der Nahrung.
  • Eine gesunde Darmschleimhaut sorgt für eine optimale Aufnahme.

Hemmende Faktoren

  • Goitrogene Substanzen: Bestimmte Lebensmittel wie Kohl, Soja oder Raps enthalten sogenannte Goitrogene, die die Jodaufnahme in die Schilddrüse hemmen können.
  • Selen- und Eisenmangel: Diese Spurenelementmängel können den Jodstoffwechsel beeinträchtigen.
  • Nitrate und Perchlorat: Diese Verbindungen konkurrieren mit Jodid um den Natrium-Iodid-Symporter und können die Aufnahme reduzieren.
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts wie Morbus Crohn oder Zöliakie können die Resorption vermindern.

Bedeutung für den Körper

Eine ausreichende Jodresorption ist entscheidend für die Produktion von Schilddrüsenhormonen, die zahlreiche Körperfunktionen regulieren:

  • Steuerung des Stoffwechsels (Grundumsatz)
  • Unterstützung von Wachstum und Entwicklung, insbesondere bei Säuglingen und Kindern
  • Regulierung der Körpertemperatur
  • Funktion des Nervensystems und der Herzfunktion

Jodresorption und Jodmangel

Ist die Jodresorption dauerhaft unzureichend – etwa durch eine jodarme Ernährung oder gestörte Resorption – kann ein Jodmangel entstehen. Dieser ist weltweit einer der häufigsten vermeidbaren Nährstoffmängel. Folgen eines Jodmangels sind:

  • Struma (Kropf): Vergrößerung der Schilddrüse als Kompensationsreaktion
  • Hypothyreose: Unterfunktion der Schilddrüse mit Symptomen wie Müdigkeit, Gewichtszunahme und Kälteempfindlichkeit
  • Entwicklungsstörungen bei Ungeborenen und Neugeborenen (Kretinismus im Extremfall)

Tagesbedarf und Quellen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die WHO empfehlen folgende tägliche Jodzufuhr:

  • Erwachsene: 150 Mikrogramm (µg) pro Tag
  • Schwangere: 200 µg pro Tag
  • Stillende: 200 µg pro Tag

Gute Jodquellen sind Seefisch (z. B. Kabeljau, Schellfisch), Meeresfrüchte, jodiertes Speisesalz sowie Milch und Milchprodukte.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Jod. www.dge.de (2024).
  2. World Health Organization (WHO): Iodine Deficiency Disorders. WHO Global Database on Iodine Deficiency, Geneva (2023).
  3. Zimmermann MB, Boelaert K: Iodine deficiency and thyroid disorders. The Lancet Diabetes & Endocrinology, 3(4):286-295 (2015).

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