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Der Jodstoffwechsel beschreibt die Aufnahme, den Transport und die Verwertung von Jod im Körper, vor allem zur Produktion lebenswichtiger Schilddrüsenhormone.
Der Jodstoffwechsel beschreibt die Aufnahme, den Transport und die Verwertung von Jod im Körper, vor allem zur Produktion lebenswichtiger Schilddrüsenhormone.
Der Jodstoffwechsel umfasst alle biochemischen Prozesse, die mit der Aufnahme, dem Transport, der Speicherung und der Verwertung von Jod im menschlichen Körper zusammenhängen. Jod ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss. Die wichtigste Funktion des Jods liegt in der Synthese der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), die zahlreiche Stoffwechselprozesse, das Wachstum und die Entwicklung des Nervensystems regulieren.
Jod wird hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen, vor allem durch jodreiche Lebensmittel wie Meeresfisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte und jodiertes Speisesalz. Im Magen-Darm-Trakt wird Jod als Iodid (die ionische Form) rasch resorbiert und gelangt über das Blut in verschiedene Gewebe. Die Schilddrüse nimmt Iodid aktiv und selektiv über einen speziellen Transporter, den sogenannten Natrium-Iodid-Symporter (NIS), auf und konzentriert es stark in ihren Follikelzellen.
In der Schilddrüse wird Iodid durch das Enzym Thyreoperoxidase (TPO) oxidiert und anschließend in das Protein Thyreoglobulin eingebaut. Dabei entstehen zunächst die Vorstufen Monojodtyrosin (MIT) und Dijodtyrosin (DIT), aus denen dann T3 und T4 gebildet werden. Diese Hormone werden in der Schilddrüse gespeichert und bei Bedarf ins Blut abgegeben. Im Blut sind sie überwiegend an Transportproteine gebunden und gelangen so zu den Zielorganen.
Die Regulation des Jodstoffwechsels erfolgt über eine komplexe Hormonal-Achse:
Dieses System sorgt dafür, dass die Schilddrüsenhormonspiegel im Körper konstant gehalten werden.
Ein Mangel an Jod beeinträchtigt die Schilddrüsenhormonproduktion und kann zu einer Reihe von Erkrankungen führen:
Besonders gefährdet sind Schwangere, Stillende, Neugeborene und Menschen in Regionen mit jodarmen Böden.
Auch eine übermäßige Jodzufuhr kann die Schilddrüsenfunktion stören. Ein Jodüberschuss kann sowohl eine Überfunktion (Hyperthyreose) als auch paradoxerweise eine Unterfunktion auslösen (sogenannter Wolff-Chaikoff-Effekt). Menschen mit vorbestehenden Schilddrüsenerkrankungen reagieren besonders empfindlich auf hohe Joddosen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende tägliche Jodzufuhr:
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt ähnliche Mengen und gilt die universelle Jodsalzprophylaxe als wirksamstes Mittel zur Prävention von Jodmangelerkrankungen weltweit.
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