K30 – Funktionelle Dyspepsie: Ursachen & Therapie
K30 ist der ICD-10-Code für funktionelle Dyspepsie – ein Beschwerdebild mit Oberbauchschmerzen, Blähungen und Verdauungsproblemen ohne organische Ursache.
Wissenswertes über "K30"
K30 ist der ICD-10-Code für funktionelle Dyspepsie – ein Beschwerdebild mit Oberbauchschmerzen, Blähungen und Verdauungsproblemen ohne organische Ursache.
Was bedeutet K30?
Der ICD-10-Code K30 steht für funktionelle Dyspepsie (auch: Reizmagen). Darunter versteht man wiederkehrende oder chronische Beschwerden im Oberbauch, die nicht auf eine nachweisbare organische Erkrankung zurückgeführt werden können. Der Begriff „Dyspepsie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „schlechte Verdauung“.
Ursachen
Die genaue Ursache der funktionellen Dyspepsie ist nicht vollständig geklärt. Verschiedene Faktoren können eine Rolle spielen:
- Gestörte Magenmotilität: Der Magen entleert sich zu langsam oder unkoordiniert.
- Erhöhte viszerale Sensitivität: Die Schmerzwahrnehmung im Magen-Darm-Trakt ist gesteigert.
- Psychosoziale Faktoren: Stress, Angst und depressive Verstimmungen können die Beschwerden verstärken.
- Helicobacter-pylori-Infektion: Bei einem Teil der Betroffenen liegt eine Infektion mit diesem Magenkeim vor.
- Ernährungsgewohnheiten: Fettige, scharfe oder säurehaltige Speisen sowie Koffein und Alkohol können Symptome auslösen.
Symptome
Typische Beschwerden bei K30 (funktionelle Dyspepsie) umfassen:
- Schmerzen oder Druckgefühl im Oberbauch
- Frühzeitiges Sättigungsgefühl (postprandiales Distress-Syndrom)
- Aufstoßen und Blähungen
- Übelkeit, selten Erbrechen
- Brennen im Magenbereich
Diagnose
Die Diagnose K30 wird gestellt, wenn organische Ursachen wie Magengeschwüre, Refluxkrankheit oder Magenkrebs durch entsprechende Untersuchungen ausgeschlossen wurden. Typische diagnostische Maßnahmen sind:
- Anamnese und körperliche Untersuchung
- Gastroskopie (Magenspiegelung): Ausschluss struktureller Veränderungen
- Helicobacter-pylori-Test: Atemtest, Stuhlantigentest oder Biopsie
- Laboruntersuchungen: Ausschluss systemischer Erkrankungen
- Ultraschall des Abdomens: Beurteilung von Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse
Behandlung
Die Therapie der funktionellen Dyspepsie ist individuell und richtet sich nach den vorherrschenden Symptomen:
Allgemeinmaßnahmen
- Ernährungsumstellung: kleine, regelmäßige Mahlzeiten, Vermeidung von Trigger-Lebensmitteln
- Stressreduktion und Entspannungstechniken
- Verzicht auf Nikotin und Alkohol
Medikamentöse Therapie
- Protonenpumpenhemmer (PPI): z. B. Omeprazol, bei säurebedingten Beschwerden
- Prokinetika: Fördern die Magenentleerung (z. B. Metoclopramid)
- H2-Blocker: Reduzieren die Magansäureproduktion
- Helicobacter-pylori-Eradikation: Antibiotische Therapie bei nachgewiesener Infektion
- Phytopharmaka: z. B. STW 5 (Iberogast) – pflanzliches Präparat mit nachgewiesener Wirksamkeit
- Antidepressiva (niedrigdosiert): Bei überlagerenden psychischen Beschwerden
Psychotherapeutische Ansätze
Bei starkem psychosozialen Einfluss kann eine kognitive Verhaltenstherapie oder psychosomatische Behandlung sinnvoll sein.
Quellen
- Stanghellini V et al. - Gastroduodenal Disorders. Gastroenterology, 2016; 150(6):1380–1392. (Rom-IV-Kriterien)
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) - S3-Leitlinie Dyspepsie, 2022.
- Moayyedi PM et al. - ACG and CAG Clinical Guideline: Management of Dyspepsia. American Journal of Gastroenterology, 2017; 112(7):988–1013.
Meistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des Immunsystems
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac, Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieL11.8
L05.0
L08.9
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kaloriengehalt
Kölner Liste
Verwandte Suchbegriffe: K30