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Kalilauge (Kaliumhydroxid, KOH) ist eine stark ätzende Base, die in Medizin, Industrie und Lebensmittelverarbeitung eingesetzt wird.
Kalilauge (Kaliumhydroxid, KOH) ist eine stark ätzende Base, die in Medizin, Industrie und Lebensmittelverarbeitung eingesetzt wird.
Kalilauge ist eine wässrige Lösung von Kaliumhydroxid (KOH), einer anorganischen Verbindung, die zu den starken Basen zählt. Sie ist farblos, ätzend und wird in verschiedenen industriellen, chemischen und medizinischen Bereichen verwendet. In der Medizin findet Kalilauge vor allem als diagnostisches Hilfsmittel sowie in bestimmten therapeutischen Anwendungen Einsatz.
Kalilauge dissociiert in wässriger Lösung vollständig in Kalium-Ionen (K¹♠) und Hydroxid-Ionen (OH−). Durch den hohen pH-Wert (typischerweise zwischen 13 und 14) wirkt sie stark alkalisch und ist in der Lage, Proteine und Fette zu zersetzen sowie organisches Gewebe zu zerstören.
In der Dermatologie und Mykologie wird eine verdünnte Kalilauge-Lösung (10–20 %) als KOH-Präparat eingesetzt, um Pilzinfektionen der Haut, Nägel oder Haare mikroskopisch nachzuweisen. Dabei werden Hautschuppen oder Nagelproben mit KOH behandelt, um menschliche Zellen aufzulösen und Pilzelemente (Hyphen, Sporen) sichtbar zu machen.
Konzentrierte Kalilauge (z. B. 5 % KOH) wird als topisches Präparat zur Behandlung von Mollusca contagiosa (Dellwarzen) eingesetzt, insbesondere bei Kindern. Die ätzende Wirkung zerstört das infizierte Gewebe kontrolliert und fördert die Heilung.
Kalilauge wird auch in der Lebensmittelindustrie als Lebensmittelzusatzstoff (E525) zur pH-Regulierung verwendet, zum Beispiel bei der Herstellung von Kakao, Oliven oder Brezeln. In der chemischen Industrie dient sie als Elektrolyt in Batterien (Alkali-Batterien), als Reinigungsmittel sowie in der Seifen- und Düngemittelproduktion.
Kalilauge ist stark ätzend und kann bei Haut- oder Schleimhautkontakt schwere Verbrennungen verursachen. Das Verschlucken führt zu gravierenden Verletzungen der Speiseröhre und des Magens. Das Einatmen von Dämpfen oder Aerosolen kann die Atemwege schädigen.
Im Umgang mit Kalilauge sind geeignete Schutzmaßnahmen unbedingt erforderlich: Schutzbrille, säurefeste Handschuhe und gegebenenfalls Schutzkleidung. Bei Unfällen ist umgehend der Giftnotruf oder der Notarzt zu verständigen. In Deutschland ist der Giftnotruf über die regionalen Giftinformationszentren erreichbar.
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