Kaliumsorbat (E 202) – Konservierungsmittel erklärt
Kaliumsorbat ist ein weit verbreitetes Konservierungsmittel in Lebensmitteln, Kosmetika und Medikamenten. Es hemmt das Wachstum von Schimmelpilzen, Hefen und Bakterien und gilt bei bestimmungsgemäßem Gebrauch als sicher.
Wissenswertes über "Kaliumsorbat"
Kaliumsorbat ist ein weit verbreitetes Konservierungsmittel in Lebensmitteln, Kosmetika und Medikamenten. Es hemmt das Wachstum von Schimmelpilzen, Hefen und Bakterien und gilt bei bestimmungsgemäßem Gebrauch als sicher.
Was ist Kaliumsorbat?
Kaliumsorbat (chemische Bezeichnung: Kaliumsalz der Sorbsäure, E 202) ist ein synthetisch hergestelltes Konservierungsmittel, das weltweit in der Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie eingesetzt wird. Es handelt sich um das Kaliumsalz der Sorbsäure, einer natürlich vorkommenden organischen Säure, die ursprünglich aus Vogelbeeren (Sorbus aucuparia) gewonnen wurde. Heute wird Kaliumsorbat überwiegend chemisch synthetisiert und liegt als weißes, kristallines Pulver oder als Granulat vor, das sich gut in Wasser löst.
Wirkmechanismus
Kaliumsorbat wirkt als antimikrobielles Mittel, indem es das Wachstum von Schimmelpilzen, Hefen und bestimmten Bakterien hemmt. Nach der Aufnahme in die Zelle eines Mikroorganismus stört Sorbsäure wichtige Enzymfunktionen und hemmt dadurch den Stoffwechsel. Der Wirkstoff ist besonders effektiv in einem sauren pH-Bereich (pH 3 bis 6,5), da er in dieser Umgebung vorwiegend in der ungeladenen, membrangängigen Säureform vorliegt. Bei höherem pH-Wert nimmt die antimikrobielle Wirkung deutlich ab.
Anwendungsgebiete
Lebensmittel
In der Lebensmittelindustrie wird Kaliumsorbat unter der E-Nummer E 202 geführt und ist in der Europäischen Union zugelassen. Typische Anwendungsgebiete umfassen:
- Käse und Käseprodukte
- Brot und Backwaren
- Wein und Fruchtsäfte
- Margarine und Salatdressings
- Trockenfruchte und Trockenfruchtzubereitungen
- Konfituren, Gelees und Marmeladen
Kosmetik und Körperpflegeprodukte
In Kosmetika dient Kaliumsorbat als Konservierungsmittel in Produkten wie Feuchtigkeitscremes, Shampoos, Lotionen und Zahnpasten. Es gilt als vergleichsweise verträgliche Alternative zu anderen Konservierungsstoffen wie Parabenen.
Arzneimittel
In der Pharmaindustrie wird Kaliumsorbat als Hilfsstoff in flüssigen Arzneimitteln, Sirupen und topischen Präparaten eingesetzt, um deren Haltbarkeit zu verlängern.
Sicherheit und gesundheitliche Bewertung
Kaliumsorbat gilt von internationalen Behörden wie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und dem Gemeinsamen FAO/WHO-Expertenkomitee für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) bei bestimmungsgemäßem Gebrauch als sicher. Die acceptable daily intake (ADI) für Sorbsäure und ihre Salze beträgt 25 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.
In seltenen Fällen können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, insbesondere bei Personen mit bekannter Nahrungsmittelunverträglichkeit. Symptome können Hautreizungen, Juckreiz oder Magen-Darm-Beschwerden umfassen. Im Vergleich zu anderen Konservierungsmitteln gilt Kaliumsorbat jedoch als gut verträglich und ist in zahlreichen Ländern weltweit zugelassen.
Kennzeichnung und Verbrauchertipps
In der Zutatenliste von Lebensmitteln wird Kaliumsorbat entweder unter seinem Namen oder als E 202 ausgewiesen. Verbraucherinnen und Verbraucher, die Konservierungsstoffe meiden möchten, können auf Produkte ohne Zusatzstoffe oder mit alternativen Konservierungsmethoden (z. B. Einfrieren, Pasteurisieren) zurückgreifen. Bei bekannten Unverträglichkeiten empfiehlt sich eine Rücksprache mit einer ärztlichen Fachkraft oder einer Diätologie-Fachperson.
Quellen
- European Food Safety Authority (EFSA): Re-evaluation of sorbic acid (E 200) and potassium sorbate (E 202) as food additives. EFSA Journal, 2015. Verfügbar unter: https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2015.4144
- Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA): Sorbic acid and its salts. WHO Food Additives Series. Verfügbar unter: https://www.who.int/groups/joint-fao-who-expert-committee-on-food-additives-(jecfa)
- Belitz, H.-D.; Grosch, W.; Schieberle, P.: Lehrbuch der Lebensmittelchemie. 6. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg, 2008.
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